Ununseptium

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Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Ununseptium, Uus, 117
Serie Unbekannt
Gruppe, Periode, Block 17, 7, p
CAS-Nummer 54101-14-3
Atomar
Atommasse 292 u
Elektronenkonfiguration [Rn] 5f14 6d10 7s2 7p5
Physikalisch
Isotope
Isotop NH t1/2 ZA ZE (MeV) ZP
291Uus

{syn.}

10 ms α 287Uup
292Uus

{syn.}

50 ms α 288Uup
293Uus

{syn.}

14 ms α 11,0 289Uup
294Uus

{syn.}

78 ms α 10,81 290Uup
SF
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Radioaktivität
Radioaktives Element

Radioaktives Element
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ununseptium (lateinisch unus ‚eins‘, und lat. septa ‚sieben‘, entsprechend der Ordnungszahl 117) ist ein chemisches Element, das am Kernforschungszentrum Dubna bei Moskau 2010 erstmals künstlich erzeugt wurde. Im Periodensystem der Elemente steht es in der 17. IUPAC-Gruppe und gehört damit zu den Halogenen. Es wird auch als Eka-Astat (Sanskrit eka ‚eins‘, und Astat, also „eins unter Astat“) bezeichnet. Seit Juni 2016 gibt es den Namensvorschlag Tennessine (Symbol Ts).[2]

Geschichte und Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berkeliumprobe für die Synthese von Ununseptium (in gelöster Form)[3]

Ununseptium wurde im Jahre 2010 durch den Beschuss von Berkelium (249Bk) mit dem Element Calcium (48Ca) erzeugt.[4][5][3][6] Dazu wurde eine 22-Milligramm-Probe von Berkelium (249Bk) im Jahre 2009 in einer 250-Tage-Bestrahlung hergestellt und dann für 90 Tage im Oak Ridge National Laboratory gereinigt. Diese Probe wurde am Vereinigten Institut für Kernforschung (JINR), Dubna, Russland, im U400-Zyklotron für 150 Tage mit Calciumatomen (48Ca) beschossen und führte zu den ersten sechs Atomen des Elements Ununseptium. Fünf Atome entsprachen dem Isotop 293Uus, ein Atom dem Isotop 294Uus. Die Zerfallszeiten liegen bei 14 ms für das leichtere Isotop und 78 ms für das schwerere.[7] Diese Synthese war ein Höhepunkt der russisch-amerikanischen Zusammenarbeit zwischen JINR und Lawrence Livermore National Laboratory bei der Synthese der Elemente 113 bis 118, die 1989 gestartet wurde.[8] 2014 wurde Ununseptium am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung nachgewiesen.[9][10]

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2015 wurde die Entdeckung des Elementes von der IUPAC offiziell anerkannt und der Arbeitsgruppe des Joint Institute for Nuclear Research Dubna, Russland, dem Lawrence Livermore National Laboratory, Kalifornien, USA und dem Oak Ridge National Laboratory, Oak Ridge, Tennessee das Recht auf Namensgebung zugesprochen.[11]

Am 8. Juni 2016 gab die IUPAC bekannt, dass für das Element der englische Name Tennessine (Ts) vorgeschlagen wurde, die Widerspruchsfrist dazu endet am 8. November 2016.[2] Die Endung ine leitet sich aus der Analogie zu den englischen Namen der bisher bekannten Halogene (fluorine, chlorine, bromine, iodine und astatine) ab. Offen ist, ob das Element in deutscher Sprache mit Tennessin oder Tenness bezeichnet werden wird.[12]

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt keine Einstufung nach der CLP-Verordnung oder anderer Regelungen, weil von diesem Element nur wenige Atome gleichzeitig herstellbar sind und damit viel zu wenige für eine chemische oder physikalische Gefährlichkeit.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieses Element wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. a b IUPAC is naming the four new elements nihonium, moscovium, tennessine, and oganesson - IUPAC | International Union of Pure and Applied Chemistry. In: IUPAC | International Union of Pure and Applied Chemistry. 8. Juni 2016, abgerufen am 9. Juni 2016 (amerikanisches englisch).
  3. a b Lauren Schenkman: Finally, Element 117 Is Here!, Science Now, 7. April 2010.
  4. 31st meeting, PAC for Nuclear Physics: Recommendations (PDF; 162 kB).
  5. Ordnungszahl 117: Physiker erzeugen neues chemisches Element; SPIEGEL ONLINE, 7. April 2010.
  6. Nuclear Missing Link Created at Last: Superheavy Element 117, Science daily, 7. April 2010.
  7. Yu. Ts. Oganessian, F. Sh. Abdullin, P. D. Bailey, D. E. Benker, M. E. Bennett, S. N. Dmitriev, J. G. Ezold, J. H. Hamilton, R. A. Henderson, M. G. Itkis, Yu. V. Lobanov, A. N. Mezentsev, K. J. Moody, S. L. Nelson, A. N. Polyakov, C. E. Porter, A. V. Ramayya, F. D. Riley, J. B. Roberto, M. A. Ryabinin, K. P. Rykaczewski, R. N. Sagaidak, D. A. Shaughnessy, I. V. Shirokovsky, M. A. Stoyer, V. G. Subbotin, R. Sudowe, A. M. Sukhov, Yu. S. Tsyganov, V. K. Utyonkov, A. A. Voinov, G. K. Vostokin, P. A. Wilk: Synthesis of a New Element with Atomic Number Z=117, in: Physical Review Letters, 104, 2010, S. 142502–142505 (doi:10.1103/PhysRevLett.104.142502).
  8. Collaboration Expands the Periodic Table, One Element at a Time, Science and Technology Review, Lawrence Livermore National Laboratory, October/November 2010.
  9. J. Khuyagbaatar, A. Yakushev u. a.: 48Ca+249Bk Fusion Reaction Leading to Element Z = 117: Long-Lived α-Decaying 270Db and Discovery of 266Lr, in: Physical Review Letters, 112, 2014, S. 172501 (doi:10.1103/PhysRevLett.112.172501).
  10. GSI Aktuell: Superschweres Element 117 nachgewiesen. In: gsi.de. Abgerufen am 3. Mai 2014.
  11. Discovery and Assignment of Elements with Atomic Numbers 113, 115, 117 and 118 Pressemeldung der IUPAC, 30. Dezember 2015. Abgerufen am 3. Januar 2016.
  12. Die vier Neuen haben einen Namen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ununseptium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ununseptium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen