Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte

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Der Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää) wurde am 9. November 1986 in Frankfurt am Main als Alternative zu den reinen Interessenvertretungen für Ärzte gegründet. Politisch ist der Verein eher links ausgerichtet.

Wesentliche Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gleiche medizinische Versorgung für alle Menschen
  • Förderung von sozialem und ökologischem Engagement von Ärzten
  • Solidarität im Gesundheitswesen durch Stärkung der gesetzlichen Krankenversicherungen
  • Solidarität mit anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen

In vielen medienwirksamen Debatten, wie auch um das Abrechnungsverhalten von niedergelassenen Ärzten[1], der Streikbereitschaft bei Tarifverhandlungen[2] und zu den Rationierungsplänen (sogenannte Priorisierung)[3] bezog der vdää kritisch Stellung. Weiterhin ist der Verein Bündnispartner des DGB bei der Kampagne Köpfe gegen die Kopfpauschale[4][5][6].

Der Verein hat derzeit knapp 500 Mitglieder. Etwa alle drei Monate wird der vdää-Rundbrief verlegt. Einmal jährlich findet eine Mitgliederversammlung statt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzender des Vorstandes von der Gründung bis 2003 war Winfried Beck. Sein Nachfolger ist Wulf Dietrich. Die Geschäftsstelle befindet sich im hessischen Maintal. Innerhalb des Vereins gibt es Arbeitskreise für niedergelassene und Krankenhausärzte.

Regionale Gliederungen des Vereins im engeren Sinn gibt es nicht. Allerdings existieren in Hessen, Nord- und Süd-Württemberg, Südbaden und dem Münchener Umland so genannte Listen demokratischer Ärztinnen und Ärzte sowie die FrAktion Gesundheit in Berlin, die dem VDÄÄ nahestehen und für die der Verein zum Teil die Funktion einer bundesweiten Kommunikationsebene darstellt. Bei diesen Listen handelt es sich um Zusammenschlüsse, die bei Wahlen zu den jeweiligen regionalen Ärztekammern antreten. Zum Teil sind sie älter als der VDÄÄ selbst.

Der Verein arbeitet auch mit seiner Partnerorganisation, dem Verein Demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VDPP) zusammen.[7][8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Initiative zur Vereinsgründung ging von der bereits 1976 formierten Liste demokratischer Ärzte in Hessen aus. 1983 gründeten die Listen demokratischer Ärzte verschiedener Kammerbezirke eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft, deren Geschäftsstelle im gleichen Jahr in Frankfurt die Arbeit aufnahm, Rundbriefe erstellte und Treffen organisierte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beck, Winfried: Nicht standesgemäß. Beiträge zur demokratischen Medizin. Frankfurt/M, 2003. ISBN 978-3-88864-375-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. gem. Artikel Krankheit ist Privatsache, Ausgabe 48/1996 der Zeit bei Zeit Online
  2. gem. Artikel "Wir verdienen genug" vom 26. März 2003 bei Stern.de
  3. gem. Artikel Rationierungsplan provoziert Proteststurm vom 20. Mai 2009 bei Spiegel Online
  4. gem. Artikel Bündnis „Köpfe gegen Kopfpauschale“ startet, Deutsches Ärzteblatt vom 27. April 2010
  5. http://www.aerzte-gegen-roeslers-rezepte.de/
  6. http://www.stoppauschale.de/
  7. vdää und VDPP: Perspektive Gesundheit - Thesen und Vorschläge zur aktuellen Gesundheitspolitik, ISBN 3-88864-251-5, 1998
  8. Gemeinsame Presseerklärung von VDPP und VDÄÄ vom 7. Dezember 2009 – Ergebnisse von Arzneimittelstudien veröffentlichen!