Villena

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Villena (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Villena
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Villena
Villena (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Valencia
Provinz: Alicante
Comarca: Alto Vinalopó
Koordinaten 38° 38′ N, 0° 52′ WKoordinaten: 38° 38′ N, 0° 52′ W
Höhe: 505 msnm
Fläche: 345,6 km²
Einwohner: 34.361 (1. Jan. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 99,42 Einw./km²
Postleitzahl: 03400
Gemeindenummer (INE): 03140 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.villena.es
Castillo de la Atalaya
Das Rathaus
Der alte Palast der Familie "Selva", heute Altersheim
Das "Museo del Festero"

Villena ist eine geschichtlich bedeutende Stadt in Südost-Spanien. Sie liegt am rechten Ufer des Flusses Vinalopó und am Fuß des Berges San Cristóbal in der Valencianischen Gemeinschaft in der Provinz Alicante.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Villena war bereits vor etwa 50.000 Jahren besiedelt. Das bronzezeitliche Golddepot Tesoro de Villena wurde 1963 entdeckt und ist Ausdruck der Bedeutung in der El-Argar-Kultur und ihr elaboriertes metallurgisches Handwerk.

Villena bestand vielleicht schon vor der Herrschaft der Westgoten, wird möglicherweise im 713 n. Chr. geschlossenen Vertrag zwischen Abd al-Aziz und Teudemir genannt, existierte aber jedenfalls spätestens seit dem 11. Jahrhundert, als es zum maurischen Königreich von Valencia gehörte. 1240 fiel es im Zuge der Reconquista wieder in christliche Hand, als es im Auftrag König Jakobs I. von Aragón von den Mauren zurückerobert wurde. Die Stadt fiel dann an Kastilien, wurde aber auch von Aragón beansprucht, was zu Grenzkonflikten zwischen diesen beiden Mächten führte.

Anfang der 1250er Jahre wurde Villena Sitz einer Herrschaft (Señorío de Villena), die der kastilische König Alfons X. seinem jüngerem Bruder, dem Infanten Manuel von Kastilien übertrug. Dieser vererbte sie seinem Sohn Juan Manuel weiter, der in den 1330er Jahren zum Herzog (Duque de Villena) erhoben wurde. Dessen Sohn Fernando Manuel war von 1348 bis zu seinem Tod 1350 zweiter Herzog von Villena, woraufhin ihm seine Tochter Blanka Manuel als Herzogin (Duquesa) nachfolgte. 1361 wurde Juan Manuels Tochter Juana Manuel Herzogin von Villena. Sie war mit dem späteren kastilischen König Heinrich II. verheiratet. Mit ihrer Bewilligung verlieh Heinrich II., der durch Schenkungen seine Partei während seines Bürgerkriegs gegen Peter den Grausamen verstärken wollte, Villena 1366 an Alfonso von Aragón mit dem Titel eines Marquisats (Marquesado de Villena). Alfonso trat das Marquisat an seinen Sohn Pedro ab, der somit zweiter Marquès de Vilena wurde, aber bereits 1385, lange vor dem Tod seines Vaters, in der Schlacht von Aljubarrota fiel. Pedros Sohn Enrique de Villena war Schriftsteller, aber auch für sein Interesse an Magie und Astrologie bekannt.

Nach der Entmachtung des Alfonso von Aragón fiel der Marquesado de Villena wieder an die kastilische Krone. 1445 wurde er nach der ersten Schlacht von Olmedo durch den kastilischen König Johann II. an Juan Pacheco vergeben. Weil dessen Sohn Diego López Pacheco y Portocarrero im kastilischen Erbfolgekrieg aber Juana la Beltraneja unterstützte, eroberten Truppen der Katholischen Könige 1476 den Marquesado de Villena, der nun von der Krone dauerhaft eingezogen wurde. Dennoch durften die Herzöge von Escalona weiterhin ständig den Titel eines Marquès von Villena führen.

1525 verlieh Kaiser Karl V. Villena das Stadtrecht. Im Spanischen Erbfolgekrieg stand die Stadt auf Seite Philipps V.; ihr Schloss Castillo de la Atalaya wurde von den Alliierten 1707 vergeblich belagert. 1829 ereignete sich hier ein verheerendes Erdbeben. Obwohl die Stadt 1858 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, blieb ihre Wirtschaft noch lange agrarisch geprägt, bis es in den 1960er Jahren zu einer zunehmenden Verstädterung kam. Dies bewirkte einen grundlegenden Wandel der ökonomischen Struktur, so dass nun in der Wirtschaft Villenas vor allem der Dienstleistungssektor sowie Möbel- und Schuhherstellung vorherrschend sind.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Villenas gehören Weinbau sowie Möbel- und Schuhindustrie.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der muslimische Periode Villenas zeugen noch die arabische Burg (Castillo de la Atalaya) und die engen und abschüssigen Straßen. An der Plaza de Santiago kann man die unterschiedlichen Epochen der Geschichte erfahren. So die gotische Jakobuskirche, die Renaissancebauweise des Rathauses, das 19. Jahrhundert im Museo del Festero (Patronatsfest-Museum) und den Modernismus in der Casa de la Cultura (Kulturhaus).

  • Im Rathaus befindet sich das archäologische Museum, mit dem Schatz von Villena, einem bedeutenden archäologischen Goldfund.
  • Im Chapí-Theater werden laufend musikalische Werke aufgeführt.
  • Vom 4. bis 9. September finden alljährlich die „Fiestas de Moros y Cristianos statt. Diese Fiestas gehen auf mehr als zwei Jahrhunderte zurück und stützen sich auf die Eroberung der Stadt im Jahre 1240. Diese Reconquista wird traditionell mit Schaukämpfen von Mauren und Christen gefeiert.

Villena besitzt ein reges Nachtleben rund um die Plaza de Santiago.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Villena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).