Vreni Schawalder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Vreni Schawalder, geborene Linder, (* 3. Februar 1946, Heimatort Widnau in Sankt Gallen[1]) ist eine Schweizer Politikerin (SP) und war ab 1996 die erste Regierungsrätin des Kantons Thurgau.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vreni Schawalder ist dreifache Mutter und verheiratet mit dem Primarlehrer Walter Schawalder, sie selbst ebenfalls ausgebildete Primarlehrerin in Romanshorn. Ihr Vater war Kantonsrat der FDP. Ihren Staatskunde-Unterricht hatte sie bei Regierungsrat Hermann Lei und Nationalrat Ernst Mühlemann.[3] Ehrenamtlich aktiv war sie u. a. in der «Bildungsstätte Sommeri» für Behinderte, der «Vereinigung der Eltern und Freunde geistig Behinderter» sowie in der «Genossenschaft Alterssiedlung und Altersheim Romanshorn». 1993 wurde sie Präsidentin des Regionalkomitees Bodensee/Rhein der «GGS Gemeinden Gemeinsam Schweiz», die 1992 angesichts des Bürgerkriegs in Ex-Jugoslawien ins Leben gerufen wurde, und unterstützt mit diesem die Stadt Sombor in der Vojvodina.

Bekannt ist sie ausserdem als Autorin, aber ebenso über das lange Jahre von ihr gestaltete Kreuzworträtsel Kreuzverquer in der Sonntags-Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung.[4][5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Romanshorner Sozialdemokratin, seit 1988 Mitglied des kantonalen Parlaments und seit 1991 Gemeinderätin in Romanshorn, wurde am 25. Mai 1994 zur Präsidentin des Thurgauer Grossen Rates gewählt, nachdem dieses Amt zuvor schon einmal von einer Frau bekleidet war, nämlich von der freisinnigen Brigit Hänzi.[3] Schawalder war von 1996 bis 2000 Mitglied des Regierungsrats des Kantons Thurgau, in den sie als Fünfzigjährige mit 24'682 Stimmen gewählt wurde. Es war der dritte Anlauf im Thurgau, eine Frau in die Regierung zu wählen: 1986 versuchte die FDP es mit Brigit Hänzi, verlor aber ihren zweiten Sitz an die SVP. 1994 verlor die Kandidatin der EVP Odette Butz im zweiten Wahlgang gegen den offiziellen SVP-Bewerber.[2] Schawalder trat am 7. Januar 2000, vor Ablauf ihrer ersten Amtszeit, aus Gesundheitsgründen zurück.[6]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Daniel Leiser: So funktioniert unser Verein. 232 Seiten, 4. Auflage November 2013, ISBN 978-3-85569-775-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eva Büchi: Getauschte Rollen: Vreni Schawalder-Linder. In: Bodenständig und grenzenlos: 200 Jahre Thurgauer Frauengeschichte(n). Hrsg. vom Verein Thurgauerinnen Gestern – Heute – Morgen. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 1998, ISBN 3-7193-1159-7, S. 223–225.
  2. a b Ida Sandl: Vreni Schawalder als erste Frau in Thurgauer Regierung gewählt. In: Thurgauer Zeitung, 11. März 1996, S. 1.
  3. a b Ida Sandl: Vreni Schawalder: Politik als Herzenssache. In: Thurgauer Zeitung, 25. Mai 1994, S. 3.
  4. Der Reiz des Rätsels. Abschnitt Vreni Schawalder: Die Dichterin. In: Migros Magazin Online, 16. Dezember 2013.
  5. Brigitta Hochuli: Vreni, wir vermissen dich!, im Online-Portal Thurgaukultur, abgerufen am 29. August 2015
  6. Kantonale Wahl vom 24. November – Thurgau im zweiten Anlauf zu einem neuen Regierungsratsmitglied. Schweizerische Depeschenagentur, 29. Oktober 2002.