Wachendorf (Cadolzburg)

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Wachendorf
Koordinaten: 49° 27′ 30″ N, 10° 53′ 20″ O
Höhe: 350 m ü. NHN
Einwohner: 2043 (2011)[1]
Postleitzahl: 90556
Vorwahl: 09103

Wachendorf (umgangssprachlich: „Wacheʳdorf“[2]) ist ein Ortsteil des Marktes Cadolzburg im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt im Rangau zwischen den Städten Nürnberg, Ansbach und Rothenburg ob der Tauber etwa zwei Kilometer östlich von Cadolzburg, vier Kilometer westlich von Fürth und etwa fünf Kilometer nordwestlich von Zirndorf entfernt. Der Ort liegt am Südhang des Klingenbucks (379 m ü. NHN) und Schaltenberges (369 m ü. NHN) westlich des Zirndorfer Forsts. Der Ort liegt am Brunnlohbach (im Unterlauf Banderbach genannt), einem linken Zufluss der Bibert und am Gemeindegraben, der ein rechter Zufluss des Banderbachs ist.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1177 wurde der Ort als „Wachendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Wacho.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wachendorf 14 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Cadolzburg inne. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (ein Hof, drei Halbhöfe, drei Güter, ein Haus), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (zwei Halbhöfe), Schlüsselfelder-Stiftung (ein Gut) und der Nürnberger Eigenherr von Haller (ein Halbhof, zwei Güter).[4] Im Jahre 1804 gab es im Ort 13 Haushalte, von denen acht Cadolzburg unterstanden, die übrigen nürnbergisch waren.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wachendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Steinbach zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Steinbach an. Bis 1812 unterstanden drei Anwesen in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht des Freiherren von Haller.[6]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Wachendorf am 1. Mai 1978 nach Cadolzburg eingemeindet.

Ehemaliges Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 12: einfaches, erdgeschossiges Wohnstallhaus, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts; verputztes Fachwerk; auch am zweigeschossigen, mit Gesimsteilung versehenen Straßengiebel, Stallteil massiv[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002011
Einwohner 112 143 133 153 151 147 155 441* 630 954 1742 2043
Häuser[8] 19 23 27 28 27 68* 130 459
Quelle [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [1]
* inklusive Pleikershof

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner sind nach St. Cäcilia (Cadolzburg) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Otto (Cadolzburg) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße FÜ 19 führt nach Cadolzburg zur Staatsstraße 2409 bzw. nach Banderbach. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Egersdorf und nach Bronnamberg.

Etwa 150 Meter nördlich des Ortes befindet sich an der Rangaubahn der Haltepunkt Egersdorf. Die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft eröffnete am 14. Oktober 1892 den Streckenabschnitt Zirndorf–Cadolzburg und verbindet den Ort seitdem mit der Stadt Fürth.

In der Schwachverkehrszeit wird der Zug durch einzelne Fahrten des Bahnbus ersetzt. Zum Start des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg im September 1987 wurden die Fahrten als Linie 111 vollständig in den Verbund integriert. 1988 übernahm die hundertprozentige Bahntochter Omnibusverkehr Franken die Konzession. Seit 1994 fahren Diesel-Triebwagen der BR 614 wochentags im Halbstundentakt; ab 20:00 Uhr sowie Samstag und Sonntag stündlich. 2006 wurde die BR 614 durch Triebwagen der BR 648 ersetzt. Die Linie 152 verbindet den Ort mit Cadolzburg und den Orten um den Dillenberg im Westen sowie dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Oberasbach, der Staatlichen Realschule Zirndorf und den weiterführenden und beruflichen Schulen in Fürth.

Am Wochenende verkehrt mit dem NightLiner N21 ein Nachtbus von Fürth über Zirndorf nach Ammerndorf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerzahl
  2. a b W. Wiessner, S. 100.
  3. Wachendorf im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 184.
  5. J. K. Bundschuh, Bd. 6, Sp. 59.
  6. H. H. Hofmann, S. 233.
  7. A. Gebeßler, S. 170. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 98 (Digitalisat).
  10. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 69 (Digitalisat).
  11. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1032, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1197, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1128 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1196 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1234 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1064 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 782 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 174 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 336 (Digitalisat).