Walter Lütgehetmann

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Walter Lütgehetmann
Billard Picto 2-white-l.svg
Walter Lütgehetmann 01.jpg
Personalien
Geburtstag 6. Februar 1914
Geburtsort München
Sterbedatum 26. April 1967
Sterbeort Frankfurt/Main
Nationalität DeutschlandDeutschland Deutschland
Aktive Zeit ca. 1930–1965
Erfolge
Wenn nicht anders ausgewiesen, beziehen
sich die Angaben auf die Disziplin „Dreiband“.
Bester GD: 0,927
(1958 DM-Fünfkampf Nürnberg)
Höchstserie (HS): 10
(1956 – Dreiband-DM Aachen)
Weltmeisterschaften:
(1939)[1]
Kontinentale Meisterschaften:
(1952/53/53/54)[1]
Andere Turniere:
23× Deutscher Einzel-Meister
Verein(e)

Billard Club Frankfurt 1912[2]

Walter Lütgehetmann (* 6. Februar 1914 in München; † 26. April 1967 in Frankfurt/Main) war ein deutscher Billardspieler, der für den Billard Club Frankfurt 1912 spielte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914 in München geboren und die ersten Lebensjahre verbracht, betrieb sein Vater in der Zeppelinstraße in der Au ein Café. Die Familie zog 1918 zunächst nach Freiburg, später dann nach Berlin und schließlich nach Frankfurt/Main wo sie ein Billard-Casino betrieben. Mit 10 Jahren nahm er zum ersten Mal einen Queue in die Hand, mit 15 verschrieb er sich diesem Sport ganz. Wie schon sein Vater und Großvater erlernte auch Walter das Hotelfach. Als 19-Jähriger holte er bei seinem ersten Turnier gleich die Meisterschaft der zweiten Klasse. Als er später dann zu den „Großen“ aufgeschlossen hatte, erkämpfte er sich 1935 den ersten Titel als Deutscher Meister (Cadre 45/2), 35 weitere sollten noch folgen, der letzte kam im November 1958 hinzu. Im Krieg verlor er 1942 den Mittelfinger der linken Hand, es blieb ihm nur ein kleiner Rest. Aber nach unermüdlichem Training lernte er auch damit umzugehen, hilfreich war ihm dabei, dass er schon früh gelernt hatte auch mit der linken Hand zu spielen. So konnte er auch scheinbar ausweglose Spielsituationen meistern ohne den Hilfsqueue zur Hilfe zu nehmen. Um sein Geschäft in Frankfurt wieder aufzubauen, verzichtete er nach dem Krieg auf die Verteidigung seines WM-Titels 1954 in Buenos Aires. Neben dem Billard war Lütgehetmann außerdem noch recht erfolgreich als Turner, Schwimmer und Judokämpfer gewesen.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er erhielt 1935 den ersten seiner 23 deutschen Einzel-Meistertitel. Lütgehetmann wurde 1939 Weltmeister im Fünfkampf. Trotz der kriegsbedingten Amputation eines Fingers wurde er 1948 deutscher Meister in Cadre 45/2. Er gewann 1952 und 1953 die Cadre-71/2-Europameisterschaft und 1953 die Cadre-47/2-Europameisterschaft. Nur ein Jahr später folgte sein erster Sieg bei der Einband-Europameisterschaft. 1959 wurde er bei der Cadre-71/2-Weltmeisterschaft in Berlin Vizeweltmeister. 1960 wurde Lütgehetmann deutscher Meister in Cadre 71/2 und 1965 deutscher Vizemeister im Dreiband.

1953 stellte er bei der deutschen Meisterschaft im Cadre 71/2 mit einer Höchstserie (HS) von 247 einen neuen deutschen Rekord auf.[4] Insgesamt stellte er 42 Deutsche- und 7 Europa-Rekorde auf bzw. ein.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er starb 1967 an einer Tumorerkrankung.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1953 verlieh ihm Bundespräsident Theodor Heuß als erstem Billardspieler das Silberne Lorbeerblatt, die höchste deutsche Auszeichnung im Sport, für seine Leistungen im Billardsport.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Rezept: Billardspiel. Kiesewetter, Heidelberg-Rohrbach 1957. (45 Seiten)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Walter Lütgehetmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Spielerstatistik auf Kozoom.com. Abgerufen am 21. Juni 2012
  2. Chronic des BC Frankfurt (Memento vom 27. August 2011 im Internet Archive)
  3. Walter Lütgehetmann im Munzinger-Archiv, abgerufen am 24. Juni 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)
  4. Geschichte der Mannheimer Billardfreunde 1947 e.V. Homepage. Abgerufen am 21. Juni 2012.