Wan Tan

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Wan TanHuntun
nach kantonesischer Art

Wan Tan, auch Wantan oder Huntun (chinesisch 餛飩 / 馄饨, Pinyin húntun, Jyutping wan4tan1, kantonesisch wɐn4tɐn1/?, englisch Wonton, Wunton)[1] sind Teigtaschen aus der chinesischen Küche (→ Dim Sum). Die allgemein populäre Schreibweise „Wan Tan“ hat ihren Ursprung im Kantonesischen und spiegelt die Verwendung englischer Schreibkonvention wider (engl. Wonton), während die Bezeichnung „Huntun“ hingegen sich aus dem Hochchinesischen ableitet.

Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bianshi, also Wan Tan (Huntun)
in Schiffchenform – Yuanbao-Form
Wan Tan
(Varianten)
Hongyou-Chaushou nach Chengdu-Art,
also Huntun nach Sichuan-Art in Chilisoße
Wan Tan (Huntun)-Suppe
Ausgebackene Wan Tan (Huntun)
Hongkong

Der Begriff Chausou (抄手, chāoshǒu „Hände verschränken“, „Hände in die Ärmel stecken“)[2], eine im Westen eher selten zu findende Bezeichnung für Wan Tan oder Huntun, stammt aus dem Sichuan-Dialekt. Ein bekanntes Gericht der Sichuanküche ist z. B. Chausou in Chiliöl nach Sichuan-Art (红油抄手, hóngyóu chāoshǒu – „Chaosou, also Huntun nach Sichuan-Art, in rotem Öl“). Im lokalen Sprachraum des Peking-Dialekts in Nordchina und des Min Nan in Südostchina bzw. Taiwan ist weiterhin der Begriff Bianshi (扁食, biǎnshí, Pe̍h-ōe-jī pián-sit)[3][4] für Wan Tan zu finden, der jedoch im Hochchinesischen gleichzeitig für „teigtaschenähnliche Mehlspeise“ wie Jiaozi steht. Der gängige Begriff Pangsit für Wan Tan in bestimmten südostasiatischen Ländern wie Indonesien[5] wurde vermutlich durch dortig niedergelassene minnansprachige Auslandschinesen geprägt oder bekannt gemacht.

Die alternative Schreibung als Schriftzeichen für Wan Tan云吞[6] ist eine inoffizielle homophone Schreibweise im Kantonesischen zur korrekten Rechtschreibung „馄饨“ (Pinyin húntun, Jyutping wan4tan1)[1][6] im Chinesischen. Sie wird meist nur im kantonesischen Sprachraum, Hongkong und Macau verwendet. Durch kantonesische Auslandschinesen fand diese Schreibung auch Eingang in die japanische Sprache (jap. ワンタン, Kanji 雲呑).[7][8][9]

Zutaten und Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wan Tan sind Taschen aus Weizennudelteig, die eine Füllung aus Fleisch (meist Schweinefleisch, manchmal Geflügelfleisch, selten Rindfleisch), Meeresfrüchten (meist Fisch, Garnelen, selten Abalone) sowie weiteren Zutaten, wie Gemüse (z. B. Pak Choi, Schnittknoblauch, Hirtentäschelkraut), Pilzen (z. B. Shiitakepilz) und anderem Kleingehackten, enthalten.

Zur Herstellung der Wan Tan werden die Zutaten für die Füllung zerkleinert, zusammen vermengt, gewürzt und vorgegart. Anschließend wird die Füllung mit Teigblättern umhüllt. Die Wan-Tan-Teigblätter aus Weizennudelteig werden entweder industriell vorgefertigt oder aus selbstgeknetetem Teig von Hand hergestellt. Teigblätter für Wan Tan sind im Vergleich zu Jiaozi-Teigblättern relativ dünn. Sie sind meist quadratisch und haben eine Seitenlänge von etwa sechs Zentimeter. Als regionale Spezialität haben Wan Tan in China nicht nur unterschiedliche Namen. Sie können je nach Region unterschiedliche Formen haben. Je nach Technik können so rundliche, halbrunde, dreieckige oder schiffchenähnliche Wan Tan geformt werden.

Bei der Zubereitung werden die Wan Tan entweder in einem Dampfbad in Körbchen oder in einer heißen Brühe bzw. heißem Wasserbad fertig gegart, anschließend in einem Körbchen serviert oder einer Suppe beigegeben, der Wan-Tan-Suppe.

Auf europäischen Speisekarten erscheinen sie gelegentlich frittiert in der Variante als „(aus-)gebackene Wan Tan“[10] und werden meist mit süß-saurer Soße serviert, die in der indonesischen Küche Pangsit Goreng heißt. Beliebt ist auch die alternative Zubereitung von Wan Tan mit Nudeln zusammen. Als Nudelgericht kann es unterschieden werden als Nudelsuppe oder Nudeln mit Soße. Populär ist die Wan-Tan-Nudelsuppe, die regional in Taiwan als Biansi-Nudelsuppe bezeichnet wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wan Tan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Begriff „Huntun (餛飩 / 馄饨)“. In: zdic.net. Handian – 汉典, abgerufen am 28. November 2023 (chinesisch, englisch).
  2. Begriff „Chausou (抄手)“. In: zdic.net. Handian – 汉典, abgerufen am 28. November 2023 (chinesisch, deutsch, englisch, französisch).
  3. Begriff „Bianshi (扁食)“. In: zdic.net. Handian – 汉典, abgerufen am 28. November 2023 (chinesisch, englisch).
  4. Begriff „Bianshi (扁食)“. Min Nan (Minnan) – pián-si̍t. In: sutian.moe.edu.tw. MoE Taiwan, abgerufen am 28. November 2023 (chinesisch).
  5. Sri Owen: Indonesian Food. Pavilion, London 2015, ISBN 978-1-910496-71-8, S. 43 (englisch).
  6. a b Wan Tan wird orthografisch korrekt im Chinesischen als 餛飩 / 馄饨, húntun, Jyutping wan4tan1 geschrieben. Die alternative Schreibung als „雲吞 / 云吞, yúntūn, Jyutping wan4tan1“ ist inoffiziell und wird nur teilweise im kantonesischen Sprachraum in Guangdong, in Hongkong oder Macau im Alltag genutzt, aufgrund der Homophoneie (Gleichklang) in der kantonesischen Aussprache.
  7. Begriff „Wantan (ワンタン)“. In: tangorin.com. Tangorin – 単語林, abgerufen am 28. November 2023 (japanisch, englisch, Schreibung als Katakana).
  8. Begriff „Wantan (雲吞)“. In: wadoku.de. 和独辞典, Wadoku e. V., abgerufen am 28. November 2023 (japanisch, deutsch, Schreibung als Kanji).
  9. In Japan existiert auch zwei verschiedenen Kanji-Schreibung für Wan Tan, nämlich die kantonesische 雲呑 sowie die ursprünglich chinesisch korrekte Schreibung als 饂飩.
  10. Sarah Wiener: Kochrezept „Gebackene Wan Tan mit Pilzfüllung“. Ratgeber Kochen. In: ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 5. Dezember 2012, archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 28. November 2023.