Jiaozi

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Jiǎozi vor dem Kochen
„Jiucaijiao“ - Schnittknoblauch-Teigtaschen - gedämpft
„Shuǐjīng Xiājiǎo“ - Kristall-Shrimps-Teigtaschen - gedämpft
Guōtiē, mit Jiǎozi verwandt, jedoch länglich und gebraten
Die Herstellung von Jiǎozi

Jiǎozi (chinesisch 餃子 / 饺子, Pinyin jiǎozi, W.-G. chiao3-tzu, Jyutping gaau2zi2, kantonesisch gau35 dzi35), in Japan als Gyōza populär, in Korea als Mandu bekannt, ist ein chinesisches Teiggericht, das in etwa der Maultasche und der osteuropäischen Pelmeni ähnelt.

Die Füllung besteht in der Regel aus Gemüse und Fleisch oder Garnelen. Chinesische Restaurants bieten jedoch häufig eine große Auswahl an Füllungen an. Gewürzt werden kann die Füllung mit Salz, Sojasauce oder fein gehacktem Ingwer. Die gekochten Jiǎozi werden vor dem Verzehr in Sojasauce bzw. Reisessig mit fein gehacktem Knoblauch getunkt. Die Sauce befindet sich auf einem separaten kleinen Teller oder auf einem Schälchen.

Für die meisten Südchinesen sind Jiǎozi selten eine Hauptmahlzeit. Jiǎozi sind als Dim Sum auch sehr beliebt. Es gibt verschiedene Zubereitungsarten und Zutaten, beispielsweise gibt es „Jiucaijiao“ (chinesisch 韭菜餃 / 韭菜饺, Pinyin jiǔcàijiǎoSchnittknoblauch-Teigtaschen‘) [1] [2] oder „Shuijing Xiajiao“ (chinesisch 水晶蝦餃 / 水晶虾饺, Pinyin shuǐjīng xiājiǎo ‚Kristall-Shrimpstaschen‘), wobei der Teig dieser „Shrimps-Teigtaschen“ (kurz: 蝦餃 / 虾饺, xiājiǎo) aus Reismehl besteht. Die Reismehlteigtasche ist nach dem Dämpfen fast "durchsichtig" und gibt dem Gericht seinen treffenden Namen. Denn „Shuijing“ heißt im Chinesischen "Kristall", genauer "Bergkristall" (chinesisch 水晶, Pinyin shuǐjīng ‚Bergkristall‘) [3] [4].

Neben dem Kochen und Dämpfen gibt es auch das Frittieren und Anbraten in Öl. Durch Anbraten zubereitete Teigtaschen werden in China Guotie (chinesisch 鍋貼 / 锅贴, Pinyin guōtiē ‚Topfkleber / Pfannenkleber‘), in Japan „Yaki-Gyōza“ (jap. 焼き餃子, „gebratene Gyōza“) genannt.

Unterschiede zwischen Wan Tan und Jiaozi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wan Tan sind länglich, sie werden in der Suppe „mitgetrunken“, wohingegen Jiaozi trocken gegessen werden.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jiaozi stammen ursprünglich aus China, genauer gesagt aus Nordchina. Dazu gibt es mehrere Legenden:

Bian Que[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 2.600 Jahren lebte in Nordchina der berühmte Arzt Bian Que. Zu der Zeit hatten viele arme Leute keine warme Kleidung zur Verfügung, um die kalten, nordchinesischen Winter zu überstehen. Einige der Armen froren sich Körperteile, insbesondere ihre Ohren, ab. Nach eingehender Untersuchung kam Bian Que zu dem Schluss, dass die Leute deshalb so oft erfrorene Ohren hatten, weil die Ohren nur dünne Adern und keine dicke Fettschicht haben. Nach der Legende gab er den Leuten einige Kräuter, um die Frostbeulen zu behandeln. Die Kräuter waren lose allerdings schwer zu kochen. Bian Que füllte deshalb die Heilkräuter, bevor er sie den Leuten gab, in kleine Nudelteigtaschen. Die kleinen und mit Kräutern gefüllten Nudelteigtaschen konnten sie dann zu Hause recht einfach zubereiten und verzehren.

Mit der Zeit entwickelte sich die Wirtschaft, so dass es heutzutage nur noch selten an Geld für warme Kleidung mangelt. Zum Gedenken an den Arzt Bian Que füllen die Leute jedoch auch heute noch Hackfleisch oder Gemüse in halbmondförmige Nudelteigtaschen um sie zuzubereiten und zu verzehren.

Su Qiaosheng[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Legende nach existierte in China ein Kaiser, der sich weniger um die Staatsgeschäfte bemühte, als seinem persönlichen Vergnügen nachzugehen. Einer seiner Mandarine bemerkte einmal - nicht ohne Hintergedanken - zu ihm, dass er ewig leben werde, wenn er nur 100 verschiedene Speisen am Tag essen könne. Der Kaiser war von dem Vorschlag angetan und erließ den Befehl, landesweit den besten Koch auszuwählen, der für ihn 100 verschiedene Gerichte kochen sollte. Nach diversen Prüfungen wurde ein Koch mit dem Namen Su Qiaosheng gewählt.

In den nächsten 33 Tagen kochte Su insgesamt 99 verschiedene Gerichte für den Kaiser, der damit sehr zufrieden war. In der Nacht zum 33. Tag überlegte Koch Su nun, was er dem Kaiser denn zum zweiten Frühstück servieren solle. Er grübelte die ganze Nacht, hatte aber immer noch keine Idee für ein neues Gericht. Der Kaiser hatte ihm jedoch angedroht, dass er ihn töten lassen würde, wenn es mit den Gerichten nicht klappen sollte. Während der Meisterkoch über sein mutmaßliches Schicksal meditierte, fiel sein Blick plötzlich auf die Reste von Fleisch und Gemüse in der Küche. Ihm kam die Idee, das Fleisch und Gemüse in kleine Stücke zu hacken und damit kleine Nudelteigtaschen zu füllen, um sie dann samt ihrer Füllung zu kochen. Das Resultat erhielt der Kaiser zum Frühstück. Der Koch fürchtete, dass der Kaiser mit dem Frühstück nicht zufrieden sein könnte und erschrak nicht wenig, als der Kaiser nach dem Frühstück höchst selbst direkt in die Küche stürmte und rief: „Das heutige Frühstück hat mir am besten geschmeckt! Wie heißt denn das Gericht?

Der Koch antwortete ohne Zögern: „Das Gericht sieht platt aus und heißt deshalb Platt-Gericht“. Dies war der Vorläufer der heutigen Jiaozi.

Gyōza (Japan)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Utsunomiya Yaki-Gyōza - gebraten
Hamamatsu Gyōza - gebraten

Gyōza (jap. 餃子 / ギョーザ) [5] [6] sind hauptsächlich mit Fleisch oder Gemüse gefüllte Teigtaschen. Sie sind in Japan weit verbreitet, werden unter anderem in Ramen-Restaurants (ラーメン屋, „Ramen-ya“) [7] [8] als Beilage verkauft und sind tiefgekühlt im Supermarkt erhältlich. Berühmt für ihre Gyōza ist die Stadt Utsunomiya. Die halbmondförmigen Teigtaschen werden üblicherweise gebraten, können aber auch frittiert oder gedämpft werden. In der Regel werden sie mit einer Sauce, meist Sojasauce, gewürzt.

Mandu (Korea)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die koreanische Version heißt Mandu (kor. 만두). Als Hanja wird das Wort Mandu (kor. 饅頭) gleich geschrieben wie der chinesische Mantou (chin. 饅頭 / 馒头), gedämpfter Hefekloß mit bzw. ohne Füllung, und beide sollen nicht miteinander verwechselt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begriff "jiǔcài (韭菜)" - chinesisch: [1] - Zdic.net - Online
  2. Begriff "jiǔcài (韭菜)" - chinesisch: [2] - LEO.org - Online
  3. Begriff "shuǐjīng (水晶)" - chinesisch: [3] - Zdic.net - Online
  4. Begriff "shuǐjīng (水晶)" - chinesisch: [4] - LEO.org - Online
  5. Begriff "Gyōza (餃子)" - japanisch: [5] - Tangorin.com - Online
  6. Begriff "Gyōza (ギョウザ)" - japanisch: [6] - Wadoku.de - Online
  7. Begriff "Ramen-ya (ラーメン屋)" - japanisch: [7] - Tangorin.com - Online
  8. Begriff "Ramen-ya (ラーメン屋)" - japanisch: [8] - Wadoku.de - Online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jiaozi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien