Wappen Schleswig-Holsteins

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Landeswappen Schleswig-Holsteins

Das Wappen Schleswig-Holsteins ist gespalten: Im heraldisch rechten Feld (also für den Betrachter links) befinden sich auf goldenem Grund zwei blaue, nach innen gewandte, rot bewehrte, übereinander schreitende Löwen. Grundsätzlich ist es so, dass der Leopard schreitet und zur Seite blickt (Zuschauer ansieht) und der Löwe aufrecht auf den Hinterbeinen steht und den Kopf gerade (in Laufrichtung) hält. Der leopardierte Löwe (also wie im heutigen Schleswiger Wappen) schreitet und hält den Kopf gerade; der gelöwte Leopard steht und blickt den Betrachter an. Die sog. Schleswigschen Löwen sind dem dänischen Wappen entnommen; Herzog Abel erhielt als jüngerer Königssohn ein reduziertes Wappen, das heute das Wappen des ehemaligen Herzogtums Südjütland bzw. Schleswig ist. Im heraldisch linken Feld befindet sich ein silbernes bzw. weißes Schild mit roter Borte – das Wappen der Schauenburger Territorialherren, dieses wird seit den Oldenburgern als holsteinische Nesselblatt bezeichnet. Es ist ein altes Symbol, das von den Schauenburger Landesherren übernommen wurde (Grafen von Schauenburg und Holstein, Grafschaft Schaumburg, Schaumburg-Lippe). Dieses sog. Nesselblatt ist silbern auf rotem Grund. Graf Adolf IV., der Mönch wurde und eine Pilgerfahrt nach Rom durchführte, führte die drei Nägel in den Ecken zur Erinnerung an die Kreuzigung des Heilands, also Jesus von Nazareth, ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Gerhard VI. von Holstein-Rendsburg vereinte 1395 auf seinem Siegel erstmals die Schleswiger Löwen mit dem holsteinischen Nesselblatt.[1] In der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden Schleswig-Holstein-Wappen mit dem beigefügten Schriftzug: „Up ewig ungedeelt“ im Land Verbreitung.[2]

Im Gegensatz zu den normalen Schleswigschen Löwen, die auf den Kreis-/Stadtwappen nach links sehen (so zum Beispiel das Wappen von Flensburg), sehen die Löwen im Landeswappen heute nach rechts. Diese Neuausrichtung der Löwen geschah mit Beginn der Preußenherrschaft. Einer Anekdote zufolge soll Otto von Bismarck nach dem Deutsch-Dänischen Krieg angeordnet haben, dass die Löwen in Richtung des Nesselblattes schauen, da es „ungebührlich“ sei, dem anderen Landesteil sein Hinterteil entgegenzustrecken.[3][4]

Am 18. Januar 1957 beschloss das Land Schleswig-Holstein die aktuelle Fassung des Wappens in seinen Details sowie die Landesfahne mit den Farben blau-weiß-rot.[5][6] Die Farben der Landesfahne entstammen im Übrigen dem Wappen.[7]

Landessymbol Schleswig-Holsteins (Jedermann-Wappen)

Landessymbol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Landeswappen darf nur von offiziellen Stellen verwendet werden. Jedoch hat die Landesregierung ein vereinfachtes Wappen herausgegeben, das frei verwendbar ist (Jedermann-Wappen) Es hat einen unten abgerundeten Schild und eine vereinfachte Löwendarstellung.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eckardt Opitz: Schleswig-Holstein. Das Land und seine Geschichte. Hamburg 2008, S. 60 f.
  2. Eckardt Opitz: Schleswig-Holstein. Das Land und seine Geschichte. Hamburg 2008, S. 196.
  3. Schleswig-Holstein – Landeswappen, abgerufen am: 27. Dezember 2015.
  4. Schleswig-Holsteins Wappen. Eine Geschichte voller Wirrungen, abgerufen am: 27. Dezember 2015.
  5. Eckardt Opitz: Schleswig-Holstein. Das Land und seine Geschichte. Hamburg 2008, S. 237 und 239.
  6. Schleswig-Holstein – Landeswappen, abgerufen am: 27. Dezember 2015.
  7. Schleswig-Holsteins Wappen. Eine Geschichte voller Wirrungen, abgerufen am: 27. Dezember 2015.
  8. Vgl. OLG Schleswig Not 4/08 zur Abgrenzung von Dienstwappen und Jedermannwappen in: Schleswig-Holsteinische Anzeigen 2009, S. 162–164.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]