Landeswappen Hessens

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Landeswappen von Hessen

Das Landeswappen Hessens ist das Wappen des deutschen Landes Hessen. Das Landeswappen mit dem rot-weißen Löwen auf blauem Grund mit goldener Krone ist ein Entwurf des 1921 in Ostpreußen geborenen Künstlers Gerhard Matzat, das dieser 1949 für das neu gebildete Bundesland Hessen entwarf.[1]

Gesetzliche Grundlage[Bearbeiten]

„Das Landeswappen zeigt im blauen Schilde einen neunmal silbern und rot geteilten steigenden Löwen mit goldenen Krallen. Auf dem Schilde ruht ein Gewinde (Blätterkrone) aus goldenem Laubwerk mit im Wechsel von blauen Perlen gebildeten Früchten.“[2]

„Die Landesflagge besteht aus einem oberen roten und einem unteren weißen Querstreifen; die Höhe der Flagge verhält sich zu ihrer Länge wie 3 : 5. Die Landesflagge ist zugleich Handelsflagge. Die Landesdienstflagge ist die Landesflagge, die in der Mitte das Landeswappen zeigt.“[2] Die rot-weiße Farbgebung der Landesflagge ist dem Wappentier entnommen; die Landesdienstflagge darf nur von hessischen Dienststellen, wie zum Beispiel den Ministerien, verwendet werden.

Da das Wappen durch seine hoheitliche Funktion nur von den hessischen Behörden geführt werden darf, hat das Land im Jahr 1981 das Hessenzeichen veröffentlicht, welches von jedermann frei verwendet werden darf. Damit kam Hessen dem Wunsch von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen nach, deren Verbundenheit zu ihrem Land mit einem Symbol zum Ausdruck zu bringen. Es kann wahlweise in Schwarz oder in den Landesfarben Rot oder Weiß verwendet werden.[3]

Landesflagge Landesdienstflagge Wappenzeichen (rot) Wappenzeichen (weiß)
Landesflagge Landesdienstflagge Wappenzeichen (rot) Wappenzeichen (weiß)

Hessenlöwe oder bunter Löwe[Bearbeiten]

Hessenlöwe oder bunter Löwe ist die Bezeichnung des Löwen im Wappen von Hessen. Diese Bezeichnung bezieht sich auf das silber-rot-gestreifte Wappentier mit der ausgeschlagenen Zunge in Rot. Es ist ein von Silber und Rot neunmal geteilter (d.h. zehnstreifiger) Löwe.

Der Löwe wurde ursprünglich von den Ludowingern benutzt, die Landgrafen in Thüringen waren und im 12. und 13. Jahrhundert auch große Teile Nord- und Mittelhessens regierten. Er wird bis heute in Hessens Wappen verwendet. Die älteste Wappendarstellung ist die im Wappenschild des Landgrafen Konrad von Thüringen († 1240), ludowinger Regent von Hessen (bis 1234) und Hochmeister des Deutschen Ordens (ab 1239), auf seinem Grabmal im Landgrafenchor der Elisabethkirche in Marburg.

Im Großherzogtum Hessen-Darmstadt war es ein gekrönter, goldbewehrter, von Silber und Rot neunmal geteilter Löwe mit Doppelschweif im blauen Schild, der mit der rechten Pranke ein Schwert schwang.

In vielen Wappen von Körperschaften im Bundesland Hessen ist der bunte Löwe dargestellt und verkörpert damit die Zugehörigkeit zum Bundesland. Entweder ist er ganz dargestellt oder er ist wachsend (halber Löwe, nur Oberkörper).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Hessen soll für den Löwen zahlen, abgerufen am 12. Februar 2013
  2. a b § 1 Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Hessen vom 4. August 1948, GVBl. S. 111
  3. Hessisches Ministerium des Innern und für Sport: Das Landeswappen

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacob Hoffmeister: Historische Entwicklung des kurfürstlich hessischen Gesamtwappens, Cassel : Verein f. hessische Geschichte u. Landeskunde, Cassel 1844; 2. vom Verf. durchges. u. vervollst. Aufl., Hühn, Kassel 1885