Weiacher Kies

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Werksgelände in Weiach
Tageabbau in Weiach
Weiacher Kies AG - Werksgelände 2011-09-15 12-20-14.jpg
Teilweise renaturalisierte ehemalige Abbaugebiete in Weiach (unter Naturschutz)
Fahrzeugpark
Werkslokomotive in Zweidlen

Die Weiacher Kies AG ist eines der grössten Kiesabbauunternehmen der Schweiz. Sie gehört seit Mai 2009 zur Eberhard Holding AG mit Sitz in Kloten. Das Unternehmen tritt auf dem Markt unter der Marke «Weiacher» auf.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zürcher Unterland sind 75 % des Kiesvorkommens des Kantons Zürich vorhanden. Die Abbaugebiete der Weiacher Kies AG gehören zu den bedeutendsten Abbaustandorten im Zürcher Unterland.

Das Unternehmen ist der einzige Industriebetrieb und wichtigste Steuerzahler auf dem Gebiet der Gemeinde Weiach. Nicht zuletzt dadurch ist Weiach eine der steuergünstigsten Gemeinden im Zürcher Unterland geworden. Die Schüttgüter- und später auch Aushubwagen tragen den Namen der Gemeinde in die weitere Umgebung der Schweiz hinaus. 5 % des Aktienkapitals sind im Besitz der politischen Gemeinde Weiach, deren Gemeindepräsident ex officio Mitglied des Verwaltungsrats der Weiacher Kies AG ist.

Abbau und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abbau erfolgt im offenen Tagebau bis in eine Tiefe von ca. 30 Metern unter das gewachsene Terrain. Damit kommt die Sohle nahe an die Tiefe des nördlich des Abbaugebietes fliessenden Rheins heran. Nach dem Entfernen des Humus erfolgt der Abbau des Wandkieses mit Hilfe von Radladern bis zu einem Zwischenlager von dem aus der Wandkies über Förderbänder aus der Grube ins Werkgebäude transportiert wird.

Im Werk wird das Material gewaschen, nach Korngrössen sortiert und teilweise in Brechern weiter aufbereitet. Das Material wird danach als Betonzuschlagsstoff oder Schüttkies für den Einbau in Strassen verwendet. Als Produkte sind Sand, Kies, Splitt, Schotter und Transportbeton zu nennen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Scheitern eines gewerblichen Kiesabbau-Projekts der Gebrüder Aymonod aus Pratteln und Muttenz übernahm der Franz Haniel-Konzern die Konzession und erstellte 1962 im Hard, der zwischen Rheinsfelden und dem Dorf Weiach gelegenen Ebene, ein grossangelegtes Kieswerk.

Das Werk war die erste Anlage in der Schweiz, mit welcher der Kiesabbau in industriellem Verfahren betrieben wurde. Die Besonderheit der Anlage war, dass von allem Anfang an Bahntransporte eine grosse Rolle spielten. Erste grosse Lieferungen gingen an die Baustellen der Nationalstrasse N3 (heute A3) auf dem Rücken des linken Zürichseeufers.

Die Weiacher Kies AG hat 2001 die Hauptstrasse Basel-Winterthur sowie eine Hochspannungsleitung an den Hangfuss im Süden der Ebene verlegen lassen, um weitere Kiesreserven abbauen zu können.

Bis im Frühjahr 2004 war die Weiacher Kies AG eine 100%ige Tochter der Franz Haniel & Cie. GmbH in Duisburg, Deutschland (Fortune-Global-500-Liste 2006: Rang 179). Von Frühling 2004 bis Anfang Mai 2009 gehörte die Firma zum französischen Baustoff-Konzern Lafarge mit Sitz in Paris (Fortune Global 500-Liste 2006: Rang 325). Anfang Mai 2009 kaufte das in den Bereichen Tiefbau, Altlastensanierung und Deponiemanagement tätige, im Zürcher Unterland beheimatete Familienunternehmen Eberhard die Weiacher Kies AG auf.

Auffüllung und Rekultivierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Kiesabbau und der Wiederauffüllung entstanden im Gebiet Rüteren nördlich der Bahnlinie Landwirtschaftsland aber auch unbewirtschaftete, naturnahe Zonen. So wurden grosse Flächen mit kiesig-steinigen Böden brach liegen gelassen. Darauf können sich Ersatzlebensräume für die mit der 5. Bauetappe des Flughafens Zürich überbauten Biotope schützenswerter Pflanzen und Tiere entwickeln. In Absprache mit Kanton und Gemeinde entstehen auf dem Areal der Weiacher Kies AG insgesamt rund 23 Hektaren ökologische Ausgleichsflächen (Weiher, Biotope, Trockenstandorte, Wiesen und Hecken). Die renaturierten Flächen werden zu Lebensräumen seltener Pionierpflanzen sowie bedrohter Vogel- und Insektenarten. Erste Bruterfolge des Flussregenpfeifers sind zu verzeichnen. Das genannte Gebiet ist allerdings gemäss Kantonalem Richtplan langfristig als mögliche Abfalldeponie vorgemerkt, was im Rahmen der Richtplanrevision 2007 zu Einsprachen durch Naturschutzorganisationen führte.

Abbaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Reserven in den Abbaugebieten zwischen der Bahnlinie Winterthur-Koblenz und der verlegten Kantonsstrasse zur Neige gehen, plante die Weiacher Kies AG ab 2012 neue Abbau-Gebiete im Hasli zu erschliessen, einer in Richtung Kaiserstuhl und Fisibach gelegenen Terrassenebene nordwestlich des Dorfes Weiach. Diese Pläne sind aktuell blockiert, da sich die Firma mit einem zweiten Inhaber von Abbaurechten sowie mit den Behörden des Nachbarkantons Aargau, bis auf dessen Gebiet sich der Abbauperimeter erstrecken soll, bislang nicht einigen konnte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weiacher Kies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien