Wernau (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Familie nach dem Scheiblerschen Wappenbuch

Die Familie von Wernau ist ein altes schwäbisches Adelsgeschlecht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie von Wernau ist ein schwäbisches Adelsgeschlecht (siehe auch Liste schwäbischer Adelsgeschlechter). Namensgebender Stammsitz ist der kleine Weiler Wernau (heute Stadt Erbach, Alb-Donau-Kreis). Die Stadt Wernau im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg entstand erst 1938 durch den Zusammenschluss der beiden Gemeinden Pfauhausen und Steinbach. Maßgeblich für diese Umbenennung waren die Ortsherrschaft und der Güterbesitz der Herren von Wernau in den beiden Orten.

Die Familie wird 1264 erstmals urkundlich erwähnt. Sie waren Ministerialen der Grafen von Berg-Schelklingen (daher der Schrägrechtsbalken im Wappen) und der Herren von Steußlingen (Alb-Donau-Kreis). Zunächst hatten die Herren von Wernau ausgedehnten Güterbesitz insbesondere auf dem Hochsträß (Altheim, Burg Gleißenburg) und in der Stadt Schelklingen (Spital zum Heiligen Geist). Enge Beziehungen hatte das Geschlecht auch zum Kloster Urspring, in welches mehrere weibliche Familienmitglieder als Nonnen eintraten. In die Urspringer Klosterkirche stiftete die Familie von Wernau 1473 einen Familienaltar, die sog. Wernausche Kaplanei.

Später verlagerten sich Besitz und Lebensraum der Herren von Wernau in den mittleren Neckarraum. Um 1400 erwarben sie die Stadt Wendlingen, den Freihof in Kirchheim unter Teck und Güter in Pfauhausen und in Steinbach. In der Eusebiuskirche zu Wendlingen befindet sich ein Erbbegräbnis der Familie. Während bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts noch weitere Erwerbungen den Besitz vergrößern und abrunden, sind die von Wernau ab Mitte des 16. Jahrhunderts wegen zunehmender Verschuldungen zu Verkäufen gezwungen. Als 1552 der Verwandte Hans von Ehingen kinderlos stirbt, geht dessen Besitz an vier Brüder aus der Familie Wernau über. Einer von diesen ist Hans Veit, der auch 1592 Valentin Salomon von Fulda mit der Verfassung einer Familienchronik beauftragt, welche heute eine wichtige Quelle darstellt. Die Familie befindet sich auf einem Höhepunkt, nur eine Generation später wird die Aufteilung der umfangreichen Besitzungen notwendig. Bis Anfang des 17. Jahrhunderts spaltet sich die Familie in zwei Linien auf, die beschlossen haben, auf gegenseitige Erbansprüche zu verzichten. Die Unterboihinger Linie stirbt 1684 im Mannesstamm aus, die Linie zu Dießen, Dettingen, Bittelbronn und Baisingen mit Hans Georg von Wernau im Jahre 1696. Dabei ist der Würzburger Fürstbischof Konrad Wilhelm von Wernau, der allerdings kurz nach seiner Wahl verstirbt, der letzte Namensträger aus der Unterboihinger Linie.

Durch die verschiedenen Besitzungen ist die Familie in gleich drei schwäbischen Ritterkantonen organisiert, nämlich dem Kanton Kocher, dem Kanton Donau und dem Kanton Neckar-Schwarzwald.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wernauer tragen als Wappen in Silber einen schwarzen Schrägbalken, belegt mit drei goldenen Kugeln. Die drei Kugeln symbolisieren die Nikolauslegende, nach der der Bischof Nikolaus von Myra drei armen Mädchen des Nachts dreimal drei Goldbeutel durchs Fenster warf und ihnen somit die Hochzeit ermöglichte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ungesicherte Zugehörigkeit zum Adelsgeschlecht

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Immo Eberl: Die Grafen von Berg, ihr Herrschaftsbereich und dessen adelige Familien. In: Ulm und Oberschwaben. 44 (1982), S. 29–171. (u. a. über die Herren von Wernau, Dienstleute der Grafen von Berg-Schelklingen).
  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. 2. Auflage. 1989, ISBN 3-406-33290-0.
  • Stadt Schelklingen: Spital zum „Hl. Geist“ in Schelklingen. Stadtverwaltung, Schelklingen 1992 (u. a. über die Herren von Wernau).
  • Walther Hubatsch: Regesta Historico Diplomatica Ordinis S. Mariae Theutonicum 1198-1525. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1965, S. 418.
  • Bernhart Jähnig: Junge Edelleute am Hof des Hochmeister in Marienburg um 1400. In: Werner Paravicini, Jörg Wettlaufer (Hrsg.): Residenzenforschung. Band 13 Erziehung und Bildung bei Hofe. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, S. 21 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wernau (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien