Wernau (Neckar)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wernau (Neckar)
Wernau (Neckar)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wernau (Neckar) hervorgehoben
Koordinaten: 48° 41′ N, 9° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 255 m ü. NHN
Fläche: 10,9 km2
Einwohner: 12.376 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73249
Vorwahl: 07153
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 072
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchheimer Straße 68–70
73249 Wernau (Neckar)
Webpräsenz: www.wernau.de
Bürgermeister: Armin Elbl
Lage der Stadt Wernau (Neckar) im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BöblingenLandkreis GöppingenLandkreis LudwigsburgLandkreis ReutlingenLandkreis TübingenRems-Murr-KreisStuttgartAichtalAichwaldAltbachAltdorf (Landkreis Esslingen)AltenrietAltenrietBaltmannsweilerBempflingenBeuren (bei Nürtingen)Bissingen an der TeckDeizisauDenkendorf (Württemberg)Dettingen unter TeckErkenbrechtsweilerEsslingen am NeckarFilderstadtFrickenhausen (Württemberg)GroßbettlingenHochdorf (bei Plochingen)HolzmadenKirchheim unter TeckKöngenKohlberg (Württemberg)Kohlberg (Württemberg)Leinfelden-EchterdingenLenningenLichtenwaldNeckartailfingenNeckartenzlingenNeidlingenNeuffenNeuhausen auf den FildernNotzingenNürtingenOberboihingenOhmdenOstfildernOwenPlochingenReichenbach an der FilsSchlaitdorfUnterensingenWeilheim an der TeckWendlingen am NeckarWernau (Neckar)WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Wernau ist eine Stadt im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernau liegt am rechten Ufer des Neckars, südlich von Plochingen und etwa 25 km östlich von Stuttgart. Durch die Stadt fließt der Bodenbach dem Neckar zu. Schon im Jahr 1818 wurde dessen natürliche Dynamik durch die Anlage eines tiefer gelegten, künstlichen Flussbettes beendet. Die anschließende Auffüllung der Neckar-Altarme begann 1820 und erfolgte sukzessiv in mehreren Schritten. Die Kiesgewinnung, die zunächst neckaraufwärts voranschritt, erreichte bereits 1939 die Randzonen der heutigen Baggerseen (Großer und Kleiner See). Im Jahr 1981 wurden die Wernauer Baggerseen zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Gebiet umfasst heute etwa 45 Hektar. Ein weiteres 5,5 Hektar großes Schutzgebiet auf dem Gebiet der Stadt ist die Wernauer Lehmgrube.

Südöstlich zwischen Wernau und Kirchheim unter Teck gelegen befindet sich der Weiler "Freitagshof" welcher zu Wernau gehört.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Kommunen sind reihum die Gemeinde Deizisau im Nordwesten, die Stadt Plochingen im Norden, die Gemeinden Hochdorf im Osten und Notzingen im Südosten, die Städte Kirchheim unter Teck im Süden und Wendlingen im Südwesten sowie die Gemeinde Köngen im Westen, die alle auch im Landkreis Esslingen liegen.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfauhausen 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser
Steinbach 1683

Bis zur Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernau entstand 1938 aus den Orten Pfauhausen und Steinbach. 1384 und 1681 waren Versuche, eine Gemeinschaft zu bilden, bereits nach kurzer Zeit wieder aufgegeben worden. Pfauhausen gehörte bis 1769 zur Herrschaft Neuhausen in Vorderösterreich, dann bis 1802 zum Fürstbistum Speyer; es ist dadurch eine katholische Enklave im evangelischen Württemberg.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus Ungarn nach Wernau. Am 1. April 1968 wurden dem Ort die Stadtrechte verliehen.

Einwohnerzahlentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[3][4]
1871 1.259
1880 1.298
1890 1.388
1900 1.407
1910 1.857
1925 2.241
1933 2.312
Jahr Einwohner
1939 2.814
1950 4.325
1961 9.339
1970 12.552
1975 12.699
1980 12.147
1985 11.763
Jahr Einwohner
1990 11.829
1995 11.917
2000 12.459
2005 12.388
2010 12.383
2015 12.376

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Rathaus von Wernau

Der Gemeinderat in Wernau hat 22 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
26,63 %
24,20 %
23,90 %
14,61 %
10,66 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,13 %p
-3,20 %p
+0,50 %p
-1,69 %p
+0,26 %p
WBL/JB Wernauer BürgerListe/Junge Bürger 26,63 6 22,50 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,20 6 27,40 6
FWV Freie Wählervereinigung Wernau 23,90 5 23,40 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,61 3 16,30 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen/UNABHÄNGIGE 10,66 2 10,40 2
gesamt 100,0 22 100,0 22
Wahlbeteiligung 49,00 % 53,93 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945–1964 Friedrich Schönherr
  • 1964–1984 Hans Wagner
  • 1984–2007 Roger Kehle
  • seit 2008 Armin Elbl

Am 11. Oktober 2015 wurde Elbl mit 93,4 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 26,4 %.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein schwarzer Schrägbalken, belegt mit drei goldenen Kugeln.“

Es handelt sich dabei um das Wappen der Familie von Wernau, die auch für den Ortsnamen Pate stand. Die drei Kugeln symbolisieren die Nikolauslegende, nach der der Bischof Nikolaus von Myra drei armen Mädchen des Nachts dreimal drei Goldbeutel durchs Fenster warf und ihnen somit die Hochzeit ermöglichte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erasmuskirche in Wernau
Haus der Musik (Musikschule), Eingangsbereich

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria-Hilf-Kapelle von 1667, das älteste Gebäude in Wernau[7]
  • Schloss der Freiherren von Palm aus dem 18. Jahrhundert
  • St. Magnus Kirche (katholisch)
  • St. Erasmus Kirche (katholisch)
  • Johannes Kirche (evangelisch)
  • Quadrium

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betonwerk Wernau

In Wernau befindet sich das Kongress- und Tagungszentrum Quadrium mit Hallenbad und einer Wellness-Anlage. Außerdem gibt es in Wernau ein Freibad sowie eine Eissporthalle.

Die Stadtbücherei Wernau wurde 1971 eröffnet. Seit 1996 befindet sie sich in ihrem jetzigen Domizil am Bahnhofsplatz. Der Bestand beträgt 24.000 Medien; im Jahr 2012 wurden knapp 90.000 Entleihungen gezählt.[9]

Zudem ist Wernau der Sitz mehrerer Jugendeinrichtungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart, so zum Beispiel des Bischöflichen Jugendamts der Diözese, des BDKJ-Diözesanverbands und der Jugendstiftung just.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernau ist durch die Bahnstrecke Plochingen–Tübingen (Neckar-Alb-Bahn) an das überregionale Schienennetz angebunden. Seit 12. Dezember 2009 ist Wernau Haltepunkt der Linie S1 der S-Bahn Stuttgart. Die Linie S1 endet in Kirchheim unter Teck, wohin auch eine Busanbindung – vom Bahnhof Wernau – besteht.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wernau sind unter anderem die Bosch Thermotechnik GmbH und die Deutschlandzentrale des Maschinenbauunternehmens DMG Mori K.K. ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mutter M. Anselma Bopp (1835–1887), Gründerin der Kongregation der Franziskanerinnen vom Hl. Märtyrer Georg in Thuine (1869)
  • Julius Denzel (1852–1915), Chemiker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Baumann, Michael: Wernau am Neckar, 1938–1988 aus der Reihe Archivbilder, Sutton Verlag, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-648-1.
  • Ferdinand Schaller: Pfauhausen und Steinbach: Wernau am Neckar in alten Tagen. Sutton Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-344-2.
  • Der Landkreis Esslingen – hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, Band 2, Seite 477, ISBN 978-3-7995-0842-1.
  • Anton Denzinger, Diether Hauber: Wernau: 700 Jahre Pfauhausen und Steinbach 1276–1976. Gottlieb & Osswald, Kirchheim 1976.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Wernau.
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; bis 1970 Volkszählungsergebnisse, ab 1975 Fortschreibungen jeweils zum 31. Dezember des Jahres.
  4. Homepage der Stadt Wernau Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  5. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  6. http://www.wernau.de/index.php?id=413
  7. Sehenswertes und Beachtliches, Internetauftritt der Stadt Wernau, abgerufen am 26. November 2010
  8. Die Wernauer Baggerseen; Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg, abgerufen am 26. November 2010
  9. Deutsche Bibliotheksstatistik, abgerufen am 5. Juni 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wernau (Neckar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien