Werner Hoerschelmann

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Werner Konstantin von Hoerschelmann (* 29. Mai 1938 in Nõmme, heute Stadtteil von Tallinn, Estland) ist ein deutscher evangelischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 siedelte die baltendeutsche Familie als Folge des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrags in den Warthegau (heute Polen) um. 1945 flohen sie nach Niedersachsen und siedelten 1951 nach Baden-Württemberg um. Hoerschelmanns Vater kehrte erst 1955 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Daraufhin zogen sie 1956 nach Ostholstein.

Hoerschelmann studierte in Kiel, Hamburg und Göttingen evangelische Theologie und wurde 1976 in Erlangen mit einer Arbeit über Christliche Gurus zum Dr. theol. promoviert.

Er ist verheiratet mit der Kirchenmusikerin Sünje Hoerschelmann geb. Hansen und hat drei Kinder.

Berufsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Vikariat und der Ordination in Kiel war er als Assistent des Ausbildungs- und Ökumenedezernenten im Kirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein in Kiel tätig. Danach arbeitete er als Pastor der deutschsprachigen Gemeinden in Südindien und Dozent am United Theological College in Bangalore. Schließlich wurde er Leiter der Abteilung „Afrika südlich der Sahara“ im Kirchlichen Außenamt der EKD in Frankfurt/Main.

Als Hauptpastor an der Hauptkirche St. Petri in Hamburg von 1982 bis 1998 und ab 1992 zugleich Propst des Bezirkes Mitte des Kirchenkreises Alt-Hamburg hatte er gleichzeitig einen Lehrauftrag im Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg, war Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg und 1994 Wahlbeobachter in Südafrika.

Er war Vorsitzender des Vorstandes der Kindernothilfe e. V. und Stiftung mit Sitz in Duisburg.

Nachdem er 2003 in den Ruhestand ging, nahm er den russischen Adelstitel der Familie wieder an (von Hoerschelmann) und lebt seitdem in Basedow bei Lauenburg/Elbe.

Er veröffentlichte Publikationen und hielt Vorträge zu den Themen Afrika, Asien, Entwicklungszusammenarbeit, religiöser Dialog und Kirche in der Großstadt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auslandsarbeit der EKD im religiösen Kontext Indiens In: Sonderdruck aus Brückenschlag V, Quellverlag Stuttgart, 1974.
  • Christliche Gurus. Darstellung von Selbstverständnis und Funktion indigenen Christseins durch unabhängige, charismatisch geführte Gruppen in Südindien, mit einem Vorwort von Lesslie Newbigin, Frankfurt/M.: Lang 1977, ISBN 3-261-02293-0
  • Christian Gurus Chennai (Madras), 1998
  • Diverse Aufsätze zur Lage im südlichen Afrika, 1975–1982 erschienen im epd-Pressedienst, in den Evangelischen Kommentaren u. a.m.
  • Was geht die evangelischen Christen in Deutschland die Südafrikafrage an? Lembeck, Frankfurt/M. 1978 ISBN 3-87476-123-1
  • Die Zwei-Reiche-Lehre als Kriterium sozialethischen Lernens aus dem südafrikanischen Konflikt Festschrift Heinrich Reiß, Bielefeld, 1985
  • Glaubensheilungen in den Kirchen der Welt Sonderdruck EZW, 1987
  • Vertrauen in die Kraft des Geistes Das Modell der charismatischen Gemeindeerneuerung Luth. Monatshefte, 1986
  • Das Netz ist zerrissen, und wir sind frei. Predigten an der Hauptkirche St. Petri, Hamburg E.B.-Verlag, Hamburg 1997 ISBN 3-930826-34-8
  • Diverse Schriften zu Fragen der Entwicklungszusammenarbeit Kindernothilfe Duisburg, 1997–2003
  • Anmerkungen zur globalen Armutsbekämpfung Festschrift Jochen Wietzke Lembeck, Frankfurt/M. 2005
  • Fundamentalismus, Intoleranz, Terrorismus Nachrichtenblatt der Baltischen Ritterschaften, Dez. 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Carl Malsch Hauptpastor an St. Petri zu Hamburg
1982–1998
Wilfried Kruse