Werner Lüdi (Musiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Werner Lüdi (* 22. April 1936 in Poschiavo, Graubünden; † 21. Juni 2000 in Zürich) war ein Schweizer Jazzmusiker (Alt- und Baritonsaxophon) und Autor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lüdi verlebte seine ersten Jahre im Puschlav und seine Jugend in Landquart, wo er in einer Kapelle Akkordeon spielte. Er entdeckte den Cool Jazz und spielte in der Band von Toni Schädler Baritonsaxophon. 1958 zog er nach Hamburg, wo er sich an Jamsessions beteiligte, dabei Peter Brötzmann kennenlernte, aber zunächst keinen Anschluss an eine Band des Modern Jazz finden konnte.

1964 ging er für ein Jahr als Altsaxophonist mit der Band von Gunter Hampel auf Tournee und dann nach München, wo er mit Pierre Favre jammte, bevor er 1966 in die Schweiz zurückkehrte, um als Photograph und in der PR-Abteilung einer Reifenabteilung zu arbeiten. Er war dann als Texter in einer Werbeagentur tätig.

1981 stieg Lüdi wieder in die Jazzszene ein: Gemeinsam mit Stephan Wittwer, Fredy Studer und Léon Francioli gründete er die Gruppe Sunnymoon. 1984 spielten Hans Koch, Martin Schütz, Timo Fleig und Lüdi unter diesem Namen freie Improvisationsmusik. Ihren Auftritt auf dem Jazz Festival Zürich 1984 wertete die Kritik als „Sternstunde des Schweizer Jazz“.[1] Später spielten Koch, Schütz und Lüdi mit Wittwer und Paul Lovens zusammen, Ende der 1980er Jahre spielte er mit Mani Neumeier, Wädi Gysi und dem Trompeter Mich Gerber als Blauer Hirsch. Er galt als das „Wildschwein unter den Schweizer Freejazzmusikern“.[2]

Später trat er mit Brötzmanns Märzcombo auf, spielte mit Butch Morris, Sainkho Namtchylak und Peter Kowald, trat aber auch mit William Parker, Saadet Türköz, Burhan Öçal (auf dem Montreux Jazz Festival), Peter Conradin Zumthor oder Daniel Seiler auf.

Daneben hatte er eine regelmäßige Kolumne in der WoZ; für seine Tournee-Reportage „From Russia with Laugh“ wurde ihm der Zürcher Journalistenpreis verliehen.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Lüdi „Ki“ (intakt, mit William Parker, Shoji Hano bzw. Tetsu Yamauchi, 1995 und 1996)
  • G. Pechet Reber „almost star union“ (mit Lüdi, Gerber (b), Peter Schärli 1993)
  • Kowald/Lüdi/Morris/Namtchylak „When the Sun Is Out You Don’t See Stars“ (FMP 1990)
  • Brötzmann/Lüdi „Wie das Leben so spielt“ (FMP 1989)
  • Blauer Hirsch „Brain Drain“ (Unit Records 1989, mit Wädi Gysi/Mani Neumeier/Mich Gerber)
  • Blauer Hirsch „Cyberpunk“ (FMP 1987, gleiche Besetzung)
  • Werner Lüdi Sunnymoon „Serendipity“ (Creative Works Records 1987)
  • Werner Lüdi Sunnymoon „Lunatico“ (HatArt, 1984)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Suzanne Zahnd, Lüdi, Fabulator. WochenZeitung 12. Oktober 2000
  2. Christian Rentsch, zit. nach Die Zeit 9. Januar 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]