Wiesbachtalbahn

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Wiesbachtalbahn
Streckennummer (DB):3562
Streckenlänge:9,3 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Strecke – geradeaus
nach Bingen
   
nach Mainz
Bahnhof, Station
0,0 Armsheim
   
nach Alzey und Worms
   
1,86 BAB 61
   
3,6 Bornheim
   
5,3 Flonheim
   
7,5 Uffhofen
   
Geistermühle
   
Wiesbach
   
9,3 Wendelsheim
   
Siefersheim (nicht realisiert)
   
von Fürfeld
   
Wöllstein
   
nach Sprendlingen
Brücke über den Wiesbach
Ehemaliger Bahnübergang der L409. Hier enden heute die Gleise. Der Rest bis zum Bahnhof Wendelsheim wurde abgebaut.

Die Wiesbachtalbahn von Armsheim über Bornheim und Flonheim nach Wendelsheim war eine Nebenbahn der Hessischen Ludwigsbahn. Ihre Bezeichnung leitet sich vom Wiesbach ab.

Zweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke diente hauptsächlich dazu, aus den dortigen Sandsteinbrüchen den Flonheimer Sandstein für die eigenen Eisenbahnbauwerke wie die Kaiserbrücke oder den Mainzer Hauptbahnhof abzutransportieren. Mit dem Kreuzungsbahnhof der beiden Strecken Bingen–Alzey–Worms und Mainz–Alzey in Armsheim konnten die wichtigsten Städte in Rheinhessen erschlossen werden. Die Strecke wurde am 31. Dezember 1871 eröffnet, konnte jedoch erst am 1. Juli 1895 komplett bis Wendelsheim befahren werden.

Um der Strecke eine etwas größere Bedeutung zu geben, war beabsichtigt, sie über Siefersheim nach Wöllstein an die Bahnstrecke Sprendlingen–Fürfeld anschließen. Dies konnte aber nicht realisiert werden.

Am 10. Februar 1914 wurden „mit Eintritt der Dunkelheit“ auf der Strecke neue „Doppellichtvorsignale“ in Betrieb genommen, die dem heute noch gebräuchlichen Modell des Formsignals entsprachen.[1]

Einstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Personenverkehr wurde bereits am 25. September 1966 eingestellt, der Güterverkehr erst am 1. Januar 1995. Im Endbahnhof Wendelsheim gab es eine Laderampe für militärische Zwecke, die auch gelegentlich von den Bundeswehr- und US-Stützpunkten im Raum Mörsfeld/Kriegsfeld/Gerbach genutzt wurde. Die Strecke war zwar strategisch nicht bedeutend, dennoch trug die militärische Nutzung zum Erhalt der Trasse bei, da auch immer wieder NATO-Mittel in die Modernisierung des Oberbaus flossen.

Die Anbindung an die Rheinhessenbahn (bei km 1,1) wurde getrennt. Die Gleise im Bereich der Bahnübergänge der L 407 (bei Geistermühle / Haltepunkt Uffhofen) und L 408 (bei km 2,85) wurden entfernt.

Der Abschnitt Geistermühle nach Wendelsheim wurde vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) aufgekauft und soll zu einem Radweg umgebaut werden,[2] in der Ortslage Wendelsheim wurden die Gleise bereits demontiert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 24. Januar 1914, Nr. 5. Bekanntmachung Nr. 50, S. 33.
  2. Radwegenetz wächst. In: Allgemeine Zeitung , 11. April 2014. Abgerufen am 31. Mai 2015.