Bahnstrecke Worms–Bingen Stadt

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Worms Hbf–Bingen (Rhein) Stadt
Regionalbahn vor Monsheim in Richtung Worms
Streckennummer (DB):3560 (Worms Hbf – Gens-Horrw),
3512 (Gens-Horrw – Büdesh-Dromersh),
3569 (Büdesh-Dromersh – Bingen(Rh) Stadt)
Kursbuchstrecke (DB):662
Streckenlänge:62,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Zweigleisigkeit:Worms Hbf–Monsheim,
Gens-Horrw–Büdesh-Dromersh
(Alzey–Armsheim mit Parallelstrecke 3523)
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von Koblenz
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62,900 Bingen (Rhein) Stadt
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60,900 Bingen-Kempten
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strategische Bahn zur Hindenburgbrücke
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nach Mainz
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60,300 Bingen (Rhein) Ost Globus Logistik (Awanst)
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59,1+98,5
59,0+200
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59,0+125 Bingen (Rhein) Unterwerk (Awanst)
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Bundesautobahn 60
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strategische Bahn nach Ockenheim
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von Gau-Algesheim
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7,701 56,293 Büdesheim-Dromersheim
0 56,600 Büdesheim-Dromersheim
Bundesautobahn 61
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10,725 53,167 Gensingen-Horrweiler Abzw
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52,407 Gensingen-Horrweiler
BSicon dSTRr+1h.svgBSicon BS2+lc.svgBSicon dBS2c4.svg
nach Bad Kreuznach
Bundesautobahn 61
49,771 Welgesheim-Zotzenheim
47,200 Sprendlingen Nord (Bft von Sprendlingen (Rheinhess))
46,922 Sprendlingen Süd (Bft von Sprendlingen (Rheinhess))
ehem. nach Fürfeld
43,346 Gau Bickelheim
40,974 Wallertheim
von Mainz
37,700 Armsheim
nach Wendelsheim
Bundesautobahn 63
32,498 Albig
Bundesautobahn 61
ehem. von Bodenheim
30,000 Alzey
nach Kirchheimbolanden
28,000 Alzey Süd
23,317 Regionalbereichsgrenze Mitte/Südwest
26,000 Kettenheim (aufgelassen)
22,520 Eppelsheim (Rheinhess)
19,701 Gundersheim (Rheinhess)
14,888 Nieder Flörsheim-Dalsheim
von Marnheim
11,500 Monsheim
nach Bad Dürkheim
6,113 Worms-Pfeddersheim
Anschluss Konservenfabrik Braun
Bundesautobahn 61
Worms-Pfiffligheim (aufgelassen)
Worms West (Bau im Zulassungsverfahren)
von Ludwigshafen
0,000 Worms Hbf
nach Biblis und nach Bensheim
nach Mainz

Quellen: [1][2]

Die Bahnstrecke Worms–Bingen Stadt ist eine Hauptbahn in Rheinland-Pfalz. Sie verläuft von Worms über Alzey nach Bingen am Rhein. Sie wird auch Rheinhessenbahn genannt, da sie auf gesamter Länge mitten durch die frühere hessen-darmstädtische Provinz Rheinhessen verläuft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke wurde von der privaten Hessischen Ludwigsbahn (HLB) errichtet. Ihr Bau wurde vom preußischen Militär sehr befürwortet, weil sie im überregionalen Verkehr die Verbindung Bingen – Mainz – Worms doppelte.[3] Sie wurde in drei Abschnitten eröffnet[4]:

Provisorisches Streckenende in Alzey 1867–1870

Der erste Abschnitt verläuft flach und war deshalb unkompliziert zu bauen. Bis Alzey folgen dann Steigungen und Gefälle. Hier wurde am Ende des zweiten Abschnitts in Alzey zunächst ein provisorischer Kopfbahnhof eingerichtet bis dreieinhalb Jahre später auch die Strecke bis Bingen in Betrieb ging.

Eisenbahnbrücke in Alzey um 1900
Zug nach Mainz über die Rheinhessenbahn in Worms Hauptbahnhof, 2009

Zusammen mit der HLB wurde die Strecke zum 1. April 1897 verstaatlicht und Teil der Preußisch-Hessischen Eisenbahnbetriebs- und Finanzgemeinschaft und deren Eisenbahndirektion Mainz. Mit dieser teilte sie dann das weitere Schicksal der Preußischen Staatsbahn.

1907 wurde der Haltepunkt Pfiffligheim in Worms-Pfiffligheim umbenannt.[7]

1908 wurde zwischen Worms und Monsheim (sowie weiter nach Wachenheim-Mölsheim an der Zellertalbahn) der elektrische Streckenblock in Betrieb genommen, die telegrafischen Zugmeldungen entfielen.[8] In den folgenden Jahren wurde der elektrische Streckenblock weiter ausgebaut und z. B. 1913 zwischen Alzey und Armsheim in Betrieb gesetzt.[9] Am 10. Februar 1914 wurden auf der Strecke „mit Eintritt der Dunkelheit“ neue „Doppellichtvorsignale“ in Betrieb genommen, die dem heute noch gebräuchlichen Modell des Formsignals entsprachen.[10]

Zum 1. März 1933 wurde der bisherige Bahnhof Nieder Flörsheim in Nieder Flörsheim-Dalsheim umbenannt[11] und zum 1. Oktober 1938 der Bahnhof Gundersheim in Gundersheim (Rheinhess).[12]

1949 wurden – nachdem beide Orte zuvor in die Stadt Bingen eingemeindet worden waren – die Haltepunkte Gaulsheim und Kempten in „Bingen-Gaulsheim“ und „Bingen-Kempten“ umbenannt.[13]

Der Bahnhof Kettenheim wurde zum 23. Mai 1953 in einen Haltepunkt umgewandelt.[14] Gleiches geschah mit dem Bahnhof Gau Bickelheim zum 1. August 1954.[15]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschlussgleis der ehemaligen Konservenfabrik Braun in der Brückenstraße in Worms-Pfeddersheim

Die Strecke wird heute von der Deutschen Bahn betrieben.

Im Zuge der Ausschreibung des Dieselnetzes Südwest (Los 1) kommen seit Dezember 2015 neue Fahrzeuge vom Typ Alstom Coradia LINT 41/54 von DB Regio zum Einsatz. Bis dahin verkehrten Triebwagen der Baureihe 628/629 sowie bis Dezember 2014 vereinzelt Züge mit Lokomotiven der Baureihe 218.

Zwischen Monsheim und Worms wird ab 14 Uhr ein angenäherter Halbstundentakt, vor 14 Uhr und ganztägig auf dem Rest der Strecke ein Stundentakt angeboten. Stündlich enden die Züge in Bingen (Rhein) Stadt, die Verdichterzüge in Monsheim. Die Züge, die mit der Baureihe 218 gefahren wurden, verkehrten ab Armsheim weiter nach Mainz.

Samstags und sonntags fuhren die Züge bis Dezember 2014 von Worms weiter nach Mannheim, um hier die RB 44 zwischen Worms und Mannheim auf einen Halbstundentakt zu verdichten. Seitdem muss in Worms umgestiegen werden.

Zwischen Worms und Alzey gelten die Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN). Darüber hinaus gelten auf der gesamten Strecke von Worms nach Bingen seit 1. Januar 2008 die Tarife des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbundes (RNN).

Der Güterverkehr beschränkt sich auf sporadische Sonderleistungen, meist zur Zuckerfabrik in Neuoffstein.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1941 ereignete sich zwischen Monsheim und Niederflörsheim ein umfangreicher Dammrutsch, der so schwerwiegend war, dass der am 5. Mai 1941 in Kraft getretene Sommerfahrplan für die Strecke aufgehoben werden musste. Stattdessen wurden die durchgehenden Züge über die Donnersbergbahn, Marnheim und die Zellertalbahn umgeleitet, zwischen Alzey und Niederflörsheim-Dalsheim ein Pendelverkehr eingerichtet und der anschließende, nicht befahrbare Teil der Strecke mit Schienenersatzverkehr überbrückt.[16] Erst am 28. August 1941 konnte der durchgehende Zugverkehr wieder aufgenommen werden.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralph Häussler: Eisenbahnen in Worms. Hrsg.: Stefan Kehl. Hamm/Rheinhessen 2003, ISBN 3-935651-10-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rheinhessenbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DB Netze - Infrastrukturregister
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  3. a b Häussler (siehe oben), S. 126
  4. Gunther Höbel: Amiche, Bawettche, Zuckerlottche & Co. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  5. Siehe auch: Verordnung, die polizeiliche Aufsicht über die Worms–Alzeyer Eisenbahn betreffend vom 8. November 1864. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 35 vom 12. November 1864, S. 413–415.
  6. Siehe auch: Verordnung, die polizeiliche Aufsicht über die Worms–Alzeyer Eisenbahn betreffend vom 27. Januar 1866. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 5 vom 3. Februar 1866, S. 53.
  7. Eisenbahn-Directionsbezirk Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 6. April 1907, Nr. 18. Bekanntmachung Nr. 175, S. 204.
  8. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 5. Dezember 1908, Nr. 70. Bekanntmachung Nr. 1027, S. 786.
  9. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 26. April 1913, Nr. 20. Bekanntmachung Nr. 247, S. 137.
  10. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 24. Januar 1914, Nr. 5. Bekanntmachung Nr. 50, S. 33.
  11. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 25. Februar 1933, Nr. 9. Bekanntmachung Nr. 99, S. 41 und Berichtigung. In: Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 4. März 1933, Nr. 10. Nachrichten, S. 52.
  12. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 17. September 1938, Nr. 44. Bekanntmachung Nr. 579, S. 274.
  13. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Eisenbahndirektion Mainz vom 12. August 1949, Nr. 38. Bekanntmachung Nr. 435, S. 210.
  14. Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 14. Mai 1954, Nr. 20. Bekanntmachung Nr. 250, S. 123.
  15. Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 30. Juli 1954, Nr. 33. Bekanntmachung Nr. 446, S. 211.
  16. Deutsche Reichsbahn (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 3. Mai 1941, Nr. 25. Bekanntmachung Nr. 284, S. 146.
  17. Deutsche Reichsbahn (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 30. August 1941, Nr. 43. Bekanntmachung Nr. 597, S. 278.