Bornheim (Rheinhessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bornheim
Bornheim (Rheinhessen)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bornheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 47′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Alzey-Land
Höhe: 177 m ü. NHN
Fläche: 4,45 km2
Einwohner: 894 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55237
Vorwahl: 06734
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 012
Adresse der Verbandsverwaltung: Weinrufstraße 38
55232 Alzey
Webpräsenz: www.bornheim-rheinhessen.de
Ortsbürgermeisterin: Renate Stephanie Steingaß
Lage der Ortsgemeinde Bornheim im Landkreis Alzey-Worms
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Über dieses Bild

Bornheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alzey-Land an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bornheim gilt in Rheinhessen als das „Tor zur Rheinhessischen Schweiz“.

Bornheim schmiegt sich in eine Talmulde im Schutze der Oswaldshöhe.

Im Bornheim gibt es die Weingroßlage Adelberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wurde Bornheim erstmals 767/768 im Lorscher Codex.[2] Funde belegen, dass der Ort bereits früher existierte. So wurden im Ort Brandgräber und ein fränkischer Reihengräberfriedhof aus der Zeit um 500 n. Chr. gefunden. Die Oswaldshöhe diente vermutlich bereits den Germanen als Versammlungsstätte.

Das Gotteshaus wurde 1241 erstmals erwähnt und 1690 von französischen Truppen teilweise zerstört. Insbesondere der Turm mit Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert blieb jedoch erhalten. Er beherbergt auch die älteste Glocke Rheinhessens.

Wie die umliegenden Gemeinden gehörte Bornheim im frühen Mittelalter den Wildgrafen und ab 1671 den ihnen verwandten Rheingrafen. Nach den napoleonischen Kriegen fiel die Gemeinde 1816 als Teil Rheinhessens an das Großherzogtum Hessen.

Am 31. Dezember 1871 kam die Eisenbahn in den Ort. Der Personenverkehr auf der Strecke Armsheim - Bornheim - Flonheim - Wendelsheim (Wiesbachtalbahn) wurde jedoch bereits 1966 wieder eingestellt. Mittlerweile ist sie komplett stillgelegt.

Nach dem Ersten Weltkrieg errichteten französische Truppen ein Munitionsdepot „Auf dem Kissel“ direkt neben der Bahnstrecke.

Bereits ein halbes Jahr vor der Machtergreifung verlieh die Gemeinde am 2. Juni 1932 die Ehrenbürgerrechte an Adolf Hitler. Diese Ehrenbürgerrechte sind nach geltendem Recht automatisch mit dem Tode erloschen. Des Weiteren hat sich der Gemeinderat ausdrücklich von der Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Hitler distanziert.[3]
Im Zweiten Weltkrieg fielen mehrere Bomben im Ortsbereich, die zum Glück jedoch keine größeren Schäden anrichteten.

Als Dorf der Rosen und des Weines wurde der Ort nach 1961 bekannt. Zu diesem Zeitpunkt waren 5000 Kletterrosen gepflanzt worden. Dies war sicherlich mit ein Grund dafür, dass die Gemeinde im Jahr 1973 auf Bundesebene im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ Gold gewann und lange Zeit als schönste Gemeinde Rheinhessens galt.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bornheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 289
1835 408
1871 417
1905 440
1939 439
Jahr Einwohner
1950 569
1961 533
1970 552
1987 538
2005 740

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bornheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen. Bei den vorhergehenden Wahlen wurden die Ratsmitglieder per Mehrheitswahl gewählt.[5]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Beck (2004 bis 2014)
  • Renate Stephanie Steingaß (seit 2014)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Schwarz; rechts eine schattierte blaue Schrotleiter, links ein rotgezungter silberner Löwe.“

Der Löwe weist auf die Wild- und Rheingrafen hin, seit dem Mittelalter Lehnsherren in Bornheim; die Schrotleiter, auch Weinleiter genannt, steht als Symbol für 1200 Jahre Weinbau in Bornheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuckucksturm auf der Oswaldshöhe
  • Kirche, Chorturm ca. 1200, mit Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert und Stumm-Orgel
  • Dorfbrunnen
  • Alte Schwengelpumpe eines Brunnens
  • Kuckucksturm, Weinbergs- und Aussichtsturm auf der Oswaldshöhe

Siehe auch:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Autobahnanschluss Bornheim A 61
  • Landesstraße 408

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bornheim (Rheinhessen) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 3), Urkunde 1891, 767 oder 768 – Reg. 338. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 335, abgerufen am 23. Februar 2016.
  3. Hitler als Ehrenbürger gestrichen in Allgemeine Zeitung Alzey vom 2. März 2012
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen