Wilhelm von Hessen-Darmstadt

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Wilhelm von Hessen-Darmstadt

Wilhelm Ludwig Friedrich Georg Emil Philipp Gustav Ferdinand von Hessen und bei Rhein (* 16. November[1] 1845 in Bessungen; † 24. Mai 1900[2] im Palais Rosenhöhe) war ein Prinz von Hessen und bei Rhein sowie General der Infanterie.[3]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm war der jüngere Sohn des Prinzen Karl von Hessen und bei Rhein (1809–1877) aus dessen Ehe mit Elisabeth von Preußen (1815–1885)[4], Tochter des Prinzen Wilhelm von Preußen. Sein älterer Bruder war Ludwig IV. (Hessen-Darmstadt) (1837–1892) und seine jüngere Schwester Anna von Hessen-Darmstadt (1843−1865), die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin. Bruder Heinrich (1838–1900) war Prinz von Hessen und bei Rhein sowie General der Kavallerie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als großherzoglicher Prinz gehörte er automatisch von 1872 bis 1900 der ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen an.

Wilhelm interessierte sich lebhaft für Kunst. Er liebte Musik und, wie später der Großherzog Ernst Ludwig (1868–1937), besuchte oft Bayreuth, den „Musiktempel“ von Richard Wagner. Der Prinz war auch ein Freund von Wagners Ehefrau Cosima Wagner. Die morganatische Ehe mit Josephine Bender brachte ihm den Abschluss der Karriere im Militärdienst, die der Prinz mit dem Generalrang absolvierte. Im Leben des Prinzen erfüllten immer familiäre Beziehungen eine wichtige Rolle. Die Mutter des Prinzen, Elisabeth, und die Mutter des Königs Ludwigs von Bayern waren Schwestern.

Das ehemalige Palais Rosenhöhe um 1900

Der Prinz war ein Freund König Ludwigs II. Die umfangreiche Korrespondenz zwischen den Cousins, die unter anderem im Buch vom Maria Seitz[5] beschrieben ist, wirft neues Licht auf die Beziehungen zwischen den Höfen von Bayern und Hessen, als auch auf die Relationen zwischen dem König Ludwig und dem Prinzen Wilhelm. Aus den im Wittelsbach’schen Haus gesammelten Briefen ergibt sich, dass die beiden Cousins herzliche und freundliche Beziehungen pflegten. Prinz Wilhelm sollte zu den nicht besonders zahlreichen Leuten gehören, deren Bekanntschaft König Ludwig II. große Freude und keine Enttäuschung lieferte.

Prinz Wilhelm von Hessen-Darmstadt starb 55-jährig auf seinem Wohnsitz, dem Palais Rosenhöhe im Park Rosenhöhe in Darmstadt, wo er auch im Alten Mausoleum bestattet ist.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinz Wilhelm lebte mit seiner Familie im Palais Rosenhöhe. Er heiratete am 24. Februar 1884 in Frankreich Josephine Bender, Frau von Lichtenberg (* 11. August 1857; † 24. Februar 1942) und war der Vater des Gottfried von Lichtenberg (* 19. November 1877 in Darmstadt; † 6. September 1914 bei Esternay, Département Marne, Frankreich), der im Ersten Weltkrieg fiel.[2]

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig I. Großherzog von Hessen (1753–1830)
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig II. Großherzog von Hessen (1777–1848)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Luise Henriette Karoline von Hessen-Darmstadt (1761–1829)
 
 
 
 
 
 
 
Karl von Hessen-Darmstadt (1809–1877)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl Ludwig von Baden (1755–1801)
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelmine von Baden (1788–1836)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Amalie von Hessen-Darmstadt (1754–1832)
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm von Hessen-Darmstadt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Wilhelm II. König von Preußen (1744–1797)
 
 
 
 
 
 
 
Prinz Wilhelm von Preußen (1783–1851)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friederike Luise von Hessen-Darmstadt (1751–1805)
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth von Preußen (1815–1885)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich V. Landgraf von Hessen-Homburg (1748–1820)
 
 
 
 
 
 
 
Maria Anna von Hessen-Homburg (1785–1846)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karoline von Hessen-Darmstadt (1746–1821)
 
 
 
 
 
 

Anmerkung: Auffällig in diesem Stammbaum ist die Tatsache, dass es bei seinen Großeltern und Ur-Großeltern viele interfamiliäre Heiraten gab. Daher ist das Haus Hessen-Darmstadt dort auch überproportional oft vertreten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Knetsch: Das Haus Brabant: Genealogie der Herzoge von Brabant und der Landgrafen von Hessen. Teil 2. Die Nachkommen Philipps des Grossmütigen. Philipps-Universität Marburg 1918, (Digital).
  • Manfred Knodt: Die Regenten von Hessen-Darmstadt. 1. Auflage. Schlapp, Darmstadt 1976. ISBN 3-87704-004-7.
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen 1808–1996. Biographischer Index, Marburg 1996. ISBN 3-7708-1071-6.
  • Silke Marburg: Europäischer Hochadel. König Johann von Sachsen (1801–1873) und die Binnenkommunikation einer Sozialformation. Berlin 2008. ISBN 978-3-05-004344-9.
  • Maria Seitz: Hätt` ich Flügel, um mich zu Dir schwingen zu können... Dokument einer lebenslangen Freundschaft: Briefwechsel zwischen König Ludwig II von Bayern... der Kronprinzenzeit bis zur ersten Bauplanung. Verlag Toeche-Mittler. 1. Auflage 2011. ISBN 978-3-87-820134-2.
  • Felix Sommer: Psychiatrie und Macht: Leben und Krankheit König Ludwig II. von Bayern im Spiegel prominenter Zeitzeugen. Verlag Peter Lang GmbH. 2009, ISBN 978-3-63-159242-7. S. 146.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe 16. November bei: Genealogisches Jahrbuch des deutschen Adels für 1847, Vierter Jahrgang, Stuttgart. S. 11 sowie bei Johann Wilhelm Christian Steiner: Ludwig II, Grossherzog von Hessen und bei Rhein, Darmstadt 1848. S. 9 und Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Hessen: für das Jahr 1864, Darmstadt 1870. Genealogie S. 2
  2. a b Tod des Prinzen Wilhelm von Hessen, 24. Mai 1900. Zeitgeschichte in Hessen (Stand: 5. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 1. Februar 2016.
  3. Wilhelm Prinz von Hessen und bei Rhein auf thepeerage.com, abgerufen am 21. Juli 2015 (englisch)
  4. Prinz Wilhelm von Hessen und bei Rhein
  5. Maria Seitz: Hätt’ ich Flügel, um mich zu Dir schwingen zu können... Verlag Toeche-Mittler. 1. Auflage 2011.