William Pfaff

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William Pfaff

William Pfaff (* 29. Dezember 1928 in Council Bluffs, Iowa) ist ein US-amerikanischer Journalist und Publizist.

Pfaff hatte an der katholischen University of Notre Dame Studien in Politikwissenschaft und Literaturwissenschaft absolviert und ist Mitglied bei Phi Beta Kappa. Während und nach dem Koreakrieg war er als Infanterist im amerikanischen Heer im Einsatz.

Seine journalistische Arbeit startete er beim katholischen Commonweal Magazine in New York. Nach 1955 machte er ausgiebige Reisen nach Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Nach einer kurzen Anstellung bei ABC News in New York, war er bis 1971 beim Free Europe Committee angestellt. Mit diesem vom amerikanischen Geheimdienst CIA unterstützten Forschungs- und Recherecheinstitut wurde insbesondere Radio Free Europe mit Studien, Hintergrundberichten und Monografien über Mittel- und Osteuropa beliefert.

Von 1971 bis 1992 war beim The New Yorker als Verfasser politischer Essays tätig. Er hat auch im Vorstand des europäischen Ablegers des von Herman Kahn gegründeten Hudson Research Center gearbeitet, noch bevor es zu einem „x-beliebigen neokonservativen Think-Tank“ wurde. Seine insbesondere außenpolitische Themen betreffende Artikel wurden unter anderem bei Commentaire, Lettre Internationale, Politique Exterior, Europäische Rundschau, Moderna Tider, Die Zeit sowie Foreign Affairs, World Policy Journal und The National Interest veröffentlicht.

Pfaff verfasst regelmäßige Kolumnen bei der International Herald Tribune, der New York Review of Books, dem Londoner Observer und weiterer Publikationen wie den Blättern für deutsche und internationale Politik. Neben seiner Arbeit als Journalist hat er auch mehrere Bücher, (die ersten in Zusammenarbeit mit Edmund Stillman) veröffentlicht. Pfaff hat eine Vielzahl von journalistischen Preisen und Ehrungen erhalten und wird auch regelmäßig als Juror, Redner und Dozent zu außenpolitischen Fragestellungen eingeladen. Für die „Die Gefühle der Barbaren. Zum Ende des amerikanischen Jahrhunderts“ wurde er für den National Book Award nominiert und mit dem Genfer Prix Jean-Jacques Rousseau geehrt.

Ausrichtung und Wirkung[Bearbeiten]

„His broad-ranging intellectual and emotional sympathies distinguish him from most foreign policy commentators who tend to serve what they see, narrowly, as their ‘national interest.’ (...). Pfaff is also indifferent to, and often brusquely dismissive of, the modish theories that describe how and why dominoes fall, history ends, and civilizations clash.....

(Seine weitgefassten intellektuellen und emotionalen Interessen zeichnen ihn vor vielen außenpolitischen Komenntatoren aus, die sich vor allem enggefasst auf nationale Interessen beziehen. (...) Pfaff ist außerst gleichgültig und oft auch brüsk verneinend gegenüber diversen Modetheorien, die fallende Dominosteine, endende Geschichte und zusammenprallende Kulturen beschreiben...)(Pankaj Mishra[1])“

Seine ersten Buchtitel aus den 60ern wie The New Politics and Power and Impotence oder The Politics of Hysteria, The Sources of 20th Century Conflict zeigen eine intensive, auch kritische Auseinandersetzung mit der (US-amerikanischen) Außenpolitik und Ursachen und Hintergründe weltweiter Konflikte auf. Er ist außerordentlich breit gebildet und kenntnisreich, sein flüssiger Stil, eigenständige Sichtweisen wie seine Verortung als „Amerikaner in Paris“ machen ihn zu einem weithin beachteten und gefragten Kommentator außenpolitischer Fragestellungen.

Arthur Schlesinger hat ihn als Erben Walter Lippmanns bezeichnet.

Persönliches[Bearbeiten]

Er ist irisch-deutsch-englischer Abstammung, seine Großeltern väterlicherseits waren Einwanderer aus dem Schwarzwald. Pfaff ist verheiratet mit der Australierin Carolyn Cleary. Sie haben zwei erwachsene Kinder, vier Urenkel und leben in Paris.

Buchveröffentlichungen (in deutscher Übersetzung)[Bearbeiten]

  • Die Furien des Nationalismus. Politik und Kultur am Ende des 20. Jahrhunderts von William Pfaff. Eichborn Verlag 1994, ISBN 3-8218-1158-7
  • Die Gefühle der Barbaren. Zum Ende des amerikanischen Jahrhunderts von William Pfaff, (Die Andere Bibliothek), Eichborn Verlag 1998, ISBN 3-8218-4057-9

Literatur[Bearbeiten]

  • Gale Research Company: Contemporary authors: First revision, Bände 5–8, Seite 886, Gale Research Co., 1969

Weblinks[Bearbeiten]

  Wikiquote: William Pfaff – Zitate

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Pankaj Mishra: A Cautionary Tale for Americans. Abgerufen am 19. Juni 2012.