Zentraler Omnibusbahnhof Berlin

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ZOB Berlin
Funkturm Berlin View 12.jpg
ZOB Berlin, vom Funkturm aus
Daten
Bussteige 35
Eröffnung 1966
Lage
Ort Berlin-Westend
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 27,3″ N, 13° 16′ 47,2″ OKoordinaten: 52° 30′ 27,3″ N, 13° 16′ 47,2″ O
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Der Zentrale Omnibusbahnhof (kurz: ZOB Berlin) am Funkturm befindet sich im Berliner Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Er entstand auf Initiative von Gustav Severin (Gründer des Verbandes Berliner Omnibusunternehmer)[1] und wurde im Mai 1966 in Betrieb genommen. Er ersetzte den seit 1951 am Stuttgarter Platz befindlichen Busbahnhof für den Busverkehr nach Westdeutschland.

Der Busbahnhof dient ausschließlich dem Omnibus-Fernreiseverkehr. Insgesamt 35 Halteplätze stehen Omnibusunternehmen im Linien- und Gelegenheitsverkehr zur Verfügung. Der ZOB Berlin ist ein wichtiger Punkt des innerdeutschen Fernlinienbusverkehrs.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busbahnhof in Berlin-Westend

Der Busbahnhof liegt am westlichen Rand der City West in der Masurenallee 4–6, unmittelbar an der Berliner Ringbahn und der hier parallel verlaufenden Stadtautobahn in direkter Nachbarschaft zum Messegelände. Der S-Bahnhof Messe Nord/ICC auf der Ringbahn (Linien S41/S42, S46) und der U-Bahnhof Kaiserdamm der U-Bahn-Linie U2 liegen rund 300 bzw. 350 Meter entfernt. Eine direkte Anbindung des Busbahnhofs besteht nur über einige Omnibuslinien der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die Verbindung in die Innenstadt erfolgt über die U-Bahn-Linie U2, deren Bahnhof sich zwei Gebäudeblocks weiter nördlich am Kaiserdamm befindet; die Fahrzeit von dort bis zum Bahnhof Zoo beträgt acht Minuten, zum Alexanderplatz 28 Minuten.

Für Busreiseunternehmen attraktiv ist die unmittelbare Nähe zur Stadtautobahn und zur AVUS (A 115). Damit entfällt die – in anderen Großstädten oft übliche – stauanfällige und damit zeitraubende Fahrt durch die Innenstadt.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betrieben wird der ZOB am Funkturm seit 2001 durch die Internationale Omnibusbahnhof Betreibergesellschaft (IOB), einer 100 %igen Tochter der BVG.[2]

Die Fahrkartenschalter werden jedoch unter der Marke ZOB-Reisebüro durch die Zentral-Omnibusbahnhof Berlin GmbH betrieben, einer Tochter der Bayern Express & P. Kühn Berlin. Auch gibt es Ticketcontainer anderer Fernbusunternehmen wie z. B. Haru, MeinFernbus und Postbus am ZOB. Die komplette Vermarktung der Gebäude obliegt dabei jedoch der IOB.[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 verzeichnete der ZOB Berlin rund 64.000 An- und Abfahrten mit mehr als 3,2 Millionen Fahrgästen und Besuchern,[4] im darauffolgenden Jahr stieg die Zahl auf 99.870.[5] 2014 waren es rund 175.000 An- und Abfahrten[6] und knapp neun Millionen abgefertigte Passagiere.[7] 2015 stieg die Anzahl auf 208.200 Abfertigungen. Für 2019 wird ein Korridor zwischen 230.000 und 344.000 An- und Abfahrten erwartet.[8]

Nach Angaben der IOB nutzen 55 Busunternehmen regelmäßig den ZOB, weitere zehn Unternehmen fahren ihn im Gelegenheitsverkehr an.[6] Deren Linien verbinden Berlin von hier aus mit vielen Teilen Europas. Durch die geografische Lage Berlins spielt der ZOB Berlin eine besondere Rolle als Tor nach Osteuropa. Die Bedeutung des ZOB für die deutsche Bundeshauptstadt wird unter anderem durch die Nähe zum Messegelände unterstrichen. So wird der ZOB besonders stark zu den großen Veranstaltungen, wie beispielsweise der Grünen Woche (IGW), der Tourismusbörse (ITB) oder der Funkausstellung (IFA) genutzt.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den nächsten Jahren ist eine Grundinstandsetzung und Kapazitätserweiterung geplant. Hierbei sollen durch einen Komplettumbau der Verkehrsanlage und Einbeziehung des bisherigen Busparkplatzes zukünftig alle Bushaltestellen unabhängig voneinander angefahren werden können, weiterhin solle deren Anzahl auf 37 steigen. Zudem ist eine Grundinstandsetzung der Gebäude einschließlich energetischer Sanierung sowie eine Erweiterung der Wartehalle in Haus A vorgesehen. Die Baumaßnahmen sollen im Juni 2016 beginnen und voraussichtlich drei Jahre dauern.[9] 3,7 Millionen Euro sind hierfür veranschlagt (Stand: Dezember 2015).[4]

Während Busse derzeit an 27 Haltestellen abgefertigt werden, erhöht sich deren Anzahl durch den Umbau auf 33. Gleichzeitig soll sich durch einen Umbau der Aufstellfläche die durchschnittliche Abfertigungsdauer auf 15 Minuten halbieren.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zentraler Omnibusbahnhof (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TU-Medieninformation zum Tode von G. Severin: TU Berlin trauert um Gustav Severin
  2. BVG Geschäftsbericht 2013. Berliner Verkehrsbetriebe, 2014, S. 77, abgerufen am 6. Januar 2016 (PDF).
  3. old.bvg.de: ZOB Berlin
  4. a b Fast 50 Jahre im Dämmerschlaf. In: Berliner Zeitung. 24. Mai 2013, abgerufen am 18. August 2013.
  5. Der Busbahnhof platzt aus allen Nähten. In: Berliner Zeitung, 22 April 2014, abgerufen am 12. August 2014
  6. a b Boom an Weihnachten: Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) auf Rekordkurs. Berliner Verkehrsbetriebe, 29. Dezember 2014, abgerufen am 1. Februar 2015 (PDF).
  7. Gunnar Schupelius: Müller-Senat lässt den Fernbus-Bahnhof vergammeln. In: B.Z., 12. April 2015, abgerufen am 14. April 2015.
  8. a b Mehr Kapazität am ZOB. In: BVG plus. Nr. 9, 2016, S. 10 f. (online; PDF [abgerufen am 19. Januar 2017]).
  9. Drucksache 17/15176. Abgeordnetenhaus Berlin, 29. Dezember 2014, abgerufen am 15. Januar 2015 (PDF).