Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee

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Kurdirektion Berchtesgaden, Verwaltungssitz des Zweckverbands

Der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, vormals Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land, ist ein kommunaler Zweckverband zur Förderung des Tourismus in den Mitgliedsgemeinden Schönau am Königssee, Berchtesgaden, Ramsau bei Berchtesgaden, Bischofswiesen und Marktschellenberg.[1] Weiteres Mitglied des Zweckverbandes ist der Landkreis Berchtesgadener Land. Der Zweckverband unterhält mehrere Einrichtungen und Unternehmen und ist einer der Gesellschafter der landkreisweiten Marketinggesellschaft Berchtesgadener Land Tourismus.

Verbandsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Gebiet der bis 1803 unabhängigen Fürstpropstei Berchtesgaden, mit der Zugehörigkeit zu Bayern und in Folge der Besuche des bayerischen Königshauses der Tourismus. Er wurde durch bald stark miteinander konkurrierende Verschönerungs-, Verkehrs- oder Fremdenverkehrsvereine in den einzelnen Orten professionalisiert.

Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Druck des NS-Regimes wurde 1933 erstmals ein von allen Gemeinden der Region gemeinsam getragener Fremdenverkehrsverband des Berchtesgadener Landes e.V. gegründet.[2] Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges lösten sich die Gemeinden aber wieder aus diesem Zwangsverband heraus.

Am 28. November 1949 fasste eine Versammlung der Gemeinderäte aller Gemeinden der Region den Entschluss, den Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land mit neuer Satzung wiederzubegründen.[2][3] Auf der konstituierenden Sitzung mit den Vertretern der Gemeinden Berchtesgaden, Au, Maria Gern, Salzberg, Bischofswiesen, Königssee, Schönau, Marktschellenberg, Landschellenberg, Scheffau und Ramsau wurde im März 1950 die Gründungssatzung veröffentlicht und der damalige Landrat Karl Theodor Jacob zum ersten Verbandsvorsitzenden gewählt.[1] 1960 wurde der Tourismusmanager Günter Stopperich zum Kurdirektor bestellt.

Im Zuge der in der Region zwischen 1972 und 1978 wirksamen Gebietsreform in Bayern gingen die elf in diesem Fremdenverkehrsverband vertretenen Gemeinden der Gründungsphase in den fünf Gemeinden Markt Berchtesgaden, Bischofswiesen, Markt Marktschellenberg, Ramsau bei Berchtesgaden und Schönau am Königssee auf und behielten bis 2004 die Bezeichnung Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land bei.[1][3] In den 1970er Jahren war Fedor Radmann sechs Jahre lang Kurdirektor des Verbands.

Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2005 war der Zweckverband einer der drei Gründer der „Marketinggesellschaft Berchtesgadener Land Tourismus“, an die erstmals die Vermarktung bzw. Außenwerbung aller touristischen Angebote des seit 1972 bestehenden Landkreises Berchtesgadener Land delegiert wurde. Finanziert und kontrolliert wird die Marketinggesellschaft von den Gesellschaftern[4], den drei Tourismusverbänden innerhalb des Landkreises Berchtesgadener Land.[3][5] Im Rahmen dieser Neugründung gab sich der Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land eine neue Satzung und benannte sich in den Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden–Königssee um.[1] Der Zweckverband und die beiden anderen Tourismusverbände des Landkreises sind seither hauptsächlich für die Gästebetreuung und ihre touristischen Einrichtungen vor Ort zuständig.[5]

Projekte, Einrichtungen und Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zweckverband hat bislang folgende Projekte entwickelt und umgesetzt:[1]

  • 1953: Kauf von Anteilen an der Berchtesgadener Bergbahn AG, Ausbau der Skiabfahrt am Jenner,
  • 1953 bis 1956: Umbau der Bäder am Aschauerweiher (Bischofswiesen) und am Schornbad (Schönau) (inzwischen an die jeweiligen Gemeinden übergeben)
  • 1956: Übernahme der Kehlsteinlinie
  • 1959 bis 1963: Errichtung der Kunsteisbahn Königssee (inzwischen an den Landkreis Berchtesgadener Land übergeben)
  • 1967: Übernahme des Hallenbades im Jahr 1967 (Berchtesgaden) (inzwischen durch die Watzmann Therme ersetzt)
  • 1970 bis 1973: Errichtung des Kur- und Kongresshauses (Berchtesgaden)
  • 1995 bis 1997: Errichtung des Kur- und Freizeitbades Watzmann Therme (Berchtesgaden)
  • 2005: Mitgründung der Marketinggesellschaft Berchtesgadener Land Tourismus GmbH zur Tourismuswerbung für den ganzen Landkreis

Neben einigen dieser von ihm entwickelten und umgesetzten Projekten unterhält der Zweckverband in Berchtesgaden auch noch andere Einrichtungen:[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchstes Gremium des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee ist die Verbandsversammlung. Der kleinere Verbandsausschuss bereitet dessen Sitzungen vor und behandelt Punkte geringerer Bedeutung abschließend. Die politische Spitze des Verbandes bilden der 1. Vorsitzende und zwei stellvertretende Vorsitzende.[1]

Er beschäftigt rund 55 Mitarbeiter und verwaltet ein Haushaltsvolumen von etwa 10 Millionen Euro.[1]

Verwaltungssitz ist die Kurdirektion Berchtesgaden, Königsseer Str. 2, 83471 Berchtesgaden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h gemeinde.bischofswiesen.de (Memento des Originals vom 11. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gemeinde.bischofswiesen.de Zu Gründung des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee
  2. a b Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit – Ergänzungsband I., S. 145.
  3. a b c oete.de (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive) Zum Zusammenschluss „Berchtesgadener Land Tourismus GmbH“ siehe PDF-Dokumentation von Ökologischer Tourismus in Europa S. 63 von 117 Seiten
  4. Handelsregistereinträge Berchtesgadener Land Tourismus GmbH u. a. mit Passus zu den Gesellschaftern, online unter online-handelsregister.de
  5. a b 10 Jahre Berchtesgadener Land Tourismus GmbH – Kennzahlen und Fakten, Festschrift als PDF-Datei, mit den Abschnitten BGLT Struktur S. 6 und BGLT Aufgaben S. 7 von 36 Seiten, online unter berchtesgadener-land.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]