Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee

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Kurdirektion Berchtesgaden, Verwaltungssitz des Zweckverbands

Der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, vormals Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land, ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts in Berchtesgaden.

Zweck ist die Förderung des Tourismus in den Mitgliedsgemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau bei Berchtesgaden und Schönau am Königssee.[1] Weiteres Mitglied des Zweckverbandes ist der Landkreis Berchtesgadener Land. Der Zweckverband unterhält mehrere Einrichtungen und Unternehmen und ist einer der Gesellschafter der landkreisweit tätigen Marketinggesellschaft Berchtesgadener Land Tourismus GmbH.

Verbandsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in Folge der Besuche des bayerischen Königshauses in der Region, seit der Zugehörigkeit der ehemals reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden zu Bayern entwickelte sich der Tourismus in der Region. Teils konkurrierende Verschönerungs-, Verkehrs- oder Fremdenverkehrsvereine in den einzelnen Orten professionalisierten diesen. Auf Druck des NS-Regimes kam es 1933 zur ersten Gründen einer gemeinsamen Tourismusorganisation – nun von den einzelnen Gemeinden getragenen – dem Fremdenverkehrsverband des Berchtesgadener Landes e.V.[2] Mit den Ende der NS-Herrschaft lösten sich die Gemeinden wieder aus dem ungeliebten Zwangsverband.

Eine Versammlung der Gemeinderäte aller Gemeinden innerhalb des Berchtesgadener Talkessels fasste am 28. November 1949 den Entschluss, wieder einen gemeinsamen Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land zu gründen.[1][3] Auf der konstituierenden Sitzung mit den Vertretern der Gemeinden Berchtesgaden, Au, Maria Gern, Salzberg, Bischofswiesen, Königssee, Schönau, Marktschellenberg, Landschellenberg, Scheffau und Ramsau wurde im März 1950 die Gründungssatzung veröffentlicht und der damalige Landrat Karl Theodor Jacob zum ersten Verbandsvorsitzenden gewählt.[1] Im Zuge der in der Region zwischen 1972 und 1978 wirksamen Gebietsreform in Bayern gingen die elf in diesem Fremdenverkehrsverband vertretenen Gemeinden der Gründungsphase in den fünf Gemeinden Markt Berchtesgaden, Bischofswiesen, Markt Marktschellenberg, Ramsau bei Berchtesgaden und Schönau am Königssee auf und behielten bis 2004 die Bezeichnung Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land bei.[1][3]

Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2005 war der Zweckverband einer der drei Gründer der Marketinggesellschaft „Berchtesgadener Land Tourismus GmbH“, an die erstmals die Vermarktung bzw. Außenwerbung aller touristischen Angebote des seit 1972 bestehenden Landkreises Berchtesgadener Land delegiert wurde, finanziert und kontrolliert von allen drei Tourismus-Verbänden innerhalb des Landkreises Berchtesgadener Landes.[3][4] Im Rahmen dieser Neugründung gab sich der Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land eine neue Satzung und benannte sich in den Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden–Königssee um.[1] Der Zweckverband und die beiden anderen Tourismus-Verbände des Landkreises können sich seither darauf konzentrieren, sich vor Ort um die Gäste und ihre Tourismus bezogenen Informationsbedürfnisse während des Aufenthalts in der Region zu kümmern.[4]

Projekte, Einrichtungen und Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zweckverband hat bislang folgende Projekte entwickelt und umgesetzt:[1]

  • 1953: Kauf von Anteilen an der Berchtesgadener Bergbahn AG, Ausbau der Skiabfahrt am Jenner,
  • 1953 bis 1956: Umbau der Bäder am Aschauerweiher (Bischofswiesen) und am Schornbad (Schönau) (inzwischen an die jeweiligen Gemeinden übergeben)
  • 1956: Übernahme der Kehlsteinlinie
  • 1959 bis 1963: Errichtung der Kunsteisbahn Königssee (inzwischen an den Landkreis Berchtesgadener Land übergeben)
  • 1967: Übernahme des Hallenbades im Jahr 1967 (Berchtesgaden) (inzwischen durch die Watzmann Therme ersetzt)
  • 1970 bis 1973: Errichtung des Kur- und Kongresshauses (Berchtesgaden)
  • 1995 bis 1997: Errichtung des Kur- und Freizeitbades Watzmann Therme (Berchtesgaden)
  • 2005: Mitgründung der Marketinggesellschaft Berchtesgadener Land Tourismus GmbH zur Tourismuswerbung für den ganzen Landkreis

Neben einigen dieser von ihm entwickelten und umgesetzten Projekten unterhält der Zweckverband in Berchtesgaden auch noch andere Einrichtungen:[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee wird durch die Verbandsversammlung und einen kleineren Verbandsausschuss organisiert, in denen jede Gemeinde durch mehrere Mitglieder vertreten ist bzw. Vertreter entsendet.[1]

Er beschäftigt rund 55 Mitarbeiter und verwaltet ein Haushaltsvolumen von etwa 10 Millionen Euro.[1]

Verwaltungssitz ist die Kurdirektion Berchtesgaden, Königsseer Str. 2, 83471 Berchtesgaden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i gemeinde.bischofswiesen.de (Memento des Originals vom 11. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gemeinde.bischofswiesen.de Zu Gründung des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee
  2. Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit – Ergänzungsband I., S. 48.
  3. a b c oete.de (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive) Zum Zusammenschluss „Berchtesgadener Land Tourismus GmbH“ siehe PDF-Dokumentation von Ökologischer Tourismus in Europa S. 63 von 117 Seiten
  4. a b 10 Jahre Berchtesgadener Land Tourismus GmbH – Kennzahlen und Fakten, Festschrift als PDF-Datei, mit den Abschnitten BGLT Struktur S. 6 und BGLT Aufgaben S. 7 von 36 Seiten, online unter berchtesgadener-land.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]