Königssee (Schönau am Königssee)

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Königssee
Wappen von Königssee
Koordinaten: 47° 35′ 22″ N, 12° 59′ 22″ O
Höhe: 632 (551–1156) m
Fläche: 7,51 km²
Einwohner: 2055 (25. Mai 1987)
Bevölkerungsdichte: 274 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 83471
Vorwahl: 08652
Gemeindegrenzkarte von Oberbayern (1941)
Gemeindegrenzkarte von Oberbayern (1941)

Königssee ist eine Gemarkung bzw. ein Ortsteil der Gemeinde Schönau am Königssee im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land und war bis 1978 eine eigenständige Gemeinde. Der Hauptort der Gemeinde war das namensgleiche Königssee, das wiederum einem kleineren Bezirk innerhalb der Urgnotschaft Schönau entsprach.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königssee liegt am nördlichen Ende des gleichnamigen Königssees und östlich des Abflusses in die Königsseer Ache.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gliederung der ehemaligen Gemeinde Königssee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilansicht des Ortes

Die Gemeinde Königssee gliederte sich von 1817 bis 1978 in drei Ortsteile bzw. Gnotschaften:

Teil einer Urgnotschaft des Berchtesgadener Landes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich ab Ende des 14. Jahrhunderts bis 1817 wurde der namensgleiche Hauptort der späteren Gemeinde als 1. Gnotschafterbezirk der Gnotschaft Schönau aufgeführt, die 1817 zur Gemeinde Schönau wurde. Im gleichen Jahr sind die bis dahin Schönauer Gnotschaftsbezirke Königssee, Faselsberg und Schwöb zur eigenständigen Gemeinde Königssee zusammengefasst worden. 1978 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Wiederzusammenlegung der Gemeinden Schönau und Königssee in die Einheitsgemeinde „Schönau am Königssee“. Seither ist Königssee ein Ortsteil bzw. eine Gemarkung der Gemeinde Schönau am Königssee.[1]

Von 1909 bis 1965 war die Gemeinde Königssee durch die Königsseebahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das für die Gemeinde Königssee zuständige Bezirksamt Berchtesgaden wurde 1939 in Landkreis Berchtesgaden mit gleichem Zuständigkeitsbereich umbenannt.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 ist die Gemeinde Königssee dem neuen und erweiterten Landkreis Bad Reichenhall angegliedert worden, der wiederum am 1. Mai 1973 in Landkreis Berchtesgadener Land umbenannt wurde.

Am 1. Mai 1978 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Zusammenlegung der Gemeinden Schönau (westlich der Königsseer Ache) und Königssee (östlich der Königsseer Ache einschließlich der separaten Gemarkung Forst St. Bartholomä) zur Einheitsgemeinde „Schönau am Königssee“.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hierunter werden soweit bekannt und relevant lediglich alle in der Gemarkung Königssee stehenden Bauwerke gelistet.

Ehemaliges Empfangsgebäude Bahnhof Königssee (2011)

Profangebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Bahnhof Königssee, erbaut 1908/09 im Jugendstil als Endbahnhof der Bahnlinie Berchtesgaden-Königssee, wird jetzt als Gaststätte genutzt.

Sakralgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische Bergopfer-Gedenkkapelle St. Bernhard wurde am 11. September 1999 auf Kühroint eingeweiht.[3]

Weitere Kapellen der römisch-katholischen Pfarrei Unterstein / Schönau am Königssee in der Gemarkung sind:[4]

  • Brandner Kapelle (Jennerbahnstraße in Königssee)
  • Widlbrand-Kapelle (Richard-Voß-Straße in Königssee, erbaut 1928 von Georg Lenz, renoviert 1992 von Josef Lenz)
  • Grutschen-Kapelle (Holzlobstraße in Königssee, Grutschen-Kapelle, mit Walmdach, 18. Jh.; mit Ausstattung, aufgenommen als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste)
  • Spinnerlehen-Kapelle (Spinnerwinklweg 8, Hofkapelle eines landwirtschaftlichen Anwesens, Walmdach, wohl 18. Jh.; mit Ausstattung; alte Klaubstein-Feldmauern, aufgenommen als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste)

Sport und Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der WSV Königssee, gegründet im Dezember 1951, ist ein Wintersportverein mit Abteilungen für Rennrodeln, Skeleton, Bobsport, Eisstockschießen, Snowboard und Ski Alpin. Aktuell (Stand November 2007) hat der Verein mehr als 950 Mitglieder, darunter mehr als 320 Kinder und Jugendliche. Der WSV ist einer der erfolgreichsten Wintersportvereine der Welt. Aus seinen Reihen gingen Olympiasieger, Weltmeister, Europameister, Weltcupsieger und deutsche Meister hervor. Der Verein hat bereits mehrere Großveranstaltungen (10 Welt-, 8 Europa- und bald 50 andere Veranstaltungen wie Deutsche Meisterschaften und Weltcuprennen) organisiert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Personen waren von der Gemeindegründung 1819 bis zur Auflösung 1978 Gemeindevorsteher (bis 1869) bzw. Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Königssee.[5]

Zeitraum Bürgermeister Anmerkung
1819–1822 Josef Stangassinger
1822–1830 Michael Moderegger
1830–1833 Michael Hasenknopf
1833–1836 Anton Stocker
1836–1848 Jacob Hinterseer
1848–1854 Nikolaus Kurz
1854–1866 Georg Eder
1866–1869 Franz Wein
1869–1876 Simon Stocker
1876–1882 Andreas Hallinger
1882–1888 Sebastian Moderegger
1888–1894 Andreas Hallinger 2. Amtszeit
1894–1906 Georg Eder Ehrenbürger
1906–1912 Josef Aschauer
1912–1920 Nikolaus Kurz
1920–1925 Josef Stocker
1925–1933 Josef Moderegger
1933–1944 Josef Größwang
1944–1945 Michael Brandner
1945 Georg Lenz
1945 Sebastian Brandner
1945–1948 Josef Aschauer
1948–1951 Johann Eder
1951–1957 Michael Brandner 2. Amtszeit
1957–1966 Nepomuk Beer
1966–1978 Georg Eder

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Königssee COA.png

Blasonierung: In Blau aus einem gewellten, blauen Schildfuß wachsend die Kapelle St. Bartholomä, die aus drei silbernen Rundbauten mit roten Kuppeldächern besteht, darauf je eine goldene Kugel, und von einem silbernen Türmchen mit rotem Kuppeldach und goldenem Kreuz überhöht ist.[6]

Begründung: Das Wahrzeichen der ehemaligen Gemeinde Königssee, die seit dem 12. Jahrhundert bekannte Kirche St. Bartholomä, dient als Symbol für Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde. Die hauptsächlichen Wappenfarben spiegeln die bayerischen Landesfarben wieder. Der Schildfuß bezeichnet den Königssee und den Gemeindenamen. Das Wappen wurde der damaligen Gemeinde Königssee 1964 verliehen.[6]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den folgenden Personen wurde bis zur Auflösung der Gemeinde Königssee die Ehrenbürgerwürde zuteil.[7]

Beschluss Name Lebensdaten Beruf / Wirken
22. Mai 1910 Hans Hohenadel 1851–1933 königlicher Förster
22. Mai 1910 Max Sollacher 1861–1924 königlicher Förster
23. August 1914 Richard Voß 1851–1918 Schriftsteller
30. Juni 1918 Karl Florian 1865–1933 Hauptlehrer
26. Juni 1920 Emma Haldy 1855–1945 Gutsbesitzerin
10. Juli 1926 Georg Eder 1846–1926 Bürgermeister
14. November 1936 Wolfgang Rasp 1847–1939 Austragsbauer, Spielzeugmacher

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 434.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 597.
  3. erzbistum-muenchen.de Zur Geschichte der Bergopfer-Gedenkkapelle St. Bernhard
  4. erzbistum-muenchen.de Zu den Kapellen der römisch-katholischen Pfarrei Unterstein / Schönau am Königssee
  5. Adam Maltan: Chronik der Gemeinde Schönau am Königssee. Hrsg.: Gemeinde Schönau am Königssee. Schönau am Königssee 1985, DNB 1127546260, S. 48–50.
  6. a b Adam Maltan: Chronik der Gemeinde Schönau am Königssee. 1985, S. 53.
  7. Adam Maltan: Chronik der Gemeinde Schönau am Königssee. 1985, S. 51 f.