Älteste Stadt Deutschlands
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Die Frage, welche die älteste Stadt Deutschlands ist (siehe auch Liste deutscher Stadtgründungen), ist bislang noch nicht endgültig geklärt, wobei der Streit insbesondere in Nichtfachkreisen – oftmals lokalpatriotisch motiviert – lebhaft geführt wird. Die Divergenzen rühren nicht selten bereits von unterschiedlichen Kriterien her, die der jeweiligen Position als maßgeblich zu Grunde gelegt werden. Häufig bemängelt wird, dass die Begriffe Siedlung und Stadt nicht klar getrennt würden.
Im Allgemeinen wird dabei unter einer Stadt (althochdeutsch stat „Standort, Stelle“, vgl. Staat) eine größere zivile zentralisierte abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Mittelpunkt größerer Verkehrswege verstanden.
Fast jeder Stadt geht mithin eine Zeit der Besiedlung voraus, weshalb es entscheidend darauf ankommt, in welchem Zeitpunkt eine Siedlung zur Stadt wurde. Problematisch ist es allerdings, wenn hierbei allein auf formale Gesichtspunkte abgestellt wird, vor allem die damalige Rechtslage oder die ausdrückliche Verleihung des Stadtrechts. Dies führt unweigerlich zur Abhängigkeit von zeitlich und regional bedingten Zufälligkeiten, was die Entwicklung eines einheitlichen - nicht nur auf Deutschland beschränkten - Begriffsverständnisses erschwert.
Eine amtlich „älteste Stadt Deutschlands“ gibt es jedenfalls nicht, wenngleich namentlich Trier, Kempten, Worms, oder Augsburg in diesem Zusammenhang immer wieder in die Diskussion gebracht werden. Die Stadt Trier kann ihren Anspruch darauf stützen, die längste Geschichte als (römisch) anerkannte Stadt – im Gegensatz zu einer Siedlung oder einem Heerlager – zu haben. Auf einen offiziellen Status berufen kann sich indessen allenfalls Worms, das von der Bundesregierung als deutsches Mitglied des 1994 gegründeten Arbeitskreises der ältesten Städte Europas (Most Ancient European Towns Network) benannt worden ist.
Dessen ungeachtet mag für diejenigen, die sich ihre Meinung selbst bilden möchten, folgende Auflistung eine erste Hilfe sein:
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[Bearbeiten] Andernach
- 12 v. Chr. wurde Andernach in der Nähe einer keltischen Siedlung unter dem Namen Antunnacum gegründet.
- 1988 feierte die Stadt ihr 2000-jähriges Bestehen.
[Bearbeiten] Augsburg
- 15 v. Chr. wurde Augsburg (lat. Augusta Vindelicorum) als römisches Legionslager gegründet. Augsburg behauptet daher, die zweitälteste Stadt Deutschlands zu sein.
- 1985 feierte Augsburg 2000-jähriges Bestehen.
- Augsburg war nach Trier die größte römische Siedlung nördlich der Alpen und gilt als älteste Großstadt Süddeutschlands.
[Bearbeiten] Bonn
- 12 v. Chr. errichtete Drusus auf seinem Germanenfeldzug nahe der ubischen Siedlung ein römisches Erkundungslagers.
- 1989 feierte Bonn 2000-jähriges Bestehen.
[Bearbeiten] Kempten (Allgäu)
- 15 v. Chr. eroberten Römer eine keltische Siedlung der Estionen (Stamm der Vindeliker).
- vor dem Jahr 18 n. Chr. erwähnte der griechische Geograf Strabon die Polis Kambodounon (röm. Cambodunum), die „Stadt Cambodunum“ in seiner „Geographika“.
- bereits 1950 feierte man in Kempten 2000-jähriges Bestehen.
- eine Stele an der B 12 erinnert an die „Älteste Stadt Süddeutschlands.“
[Bearbeiten] Koblenz
- Ca. 1000 v. Chr wurde auf dem Gelände der heutigen Festung Ehrenbreitstein, auf dem Plateau des Ehrenbreitsteins gegenüber der Moselmündung, eine Befestigungsanlage errichtet. [1]
- 55 v. Chr. erreichten im Gallischen Krieg römische Truppen unter Julius Caesar erstmals den Rhein und errichteten zwischen Koblenz und Andernach einen ersten Rheinübergang.
- 20 v. Chr. begann die römische Besiedelung im Bereich des heutigen Münzplatzes.
- 9 v. Chr. errichteten die Römer das "Castellum apud Confluentes" (dt.: Kastell bei den Zusammenfließenden) zur Sicherung der Rheinstraße Mainz-Köln-Xanten. [2]
- 1992 feierte Koblenz 2000-jähriges Bestehen.
[Bearbeiten] Köln
- 19 v. Chr. gesichertes spätestes Gründungsdatum
- ab 50 n. Chr. zur römischen Kolonie als Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhoben; die Kolonie ist das höchste römische Stadtrecht;
- Köln feierte 1950 die 1900-Jahr-Feier der Stadtgründung.
[Bearbeiten] Mainz
- 38 v. Chr. erreichten die Römer den Rhein. Trotz fehlender archäologischer Nachweise für den Beginn einer dauerhaften Präsenz der Römer wurde dieses Datum lange als Gründungsdatum von Mainz angesehen.
- 13 v. Chr. gründete Drusus in der Nähe einer keltischen Siedlung Mogontiacum als festes Heerlager. Die dazugehörige Zivilsiedlung (canabae und mehrere vicii) entstanden kurz danach.
- 89 n. Chr. wurde die Provinz Germania Superior gegründet. Mogontiacum wird Provinzhauptstadt.
- 1962 feierte Mainz sein verfrühtes 2000-jähriges Bestehen.
- 1987 konnte Mainz sein archäologisch nachweisbares 2000-jähriges Bestehen aufweisen.
[Bearbeiten] Manching
- Gründung einer keltischen Siedlung im 3. Jahrhundert v. Chr.
- 2. Hälfte 2. Jahrhundert v. Chr.: Oppidum von Manching mit einer Ausdehnung von 380 ha und einer geschätzten Einwohnerzahl von 5.000 bis 10.000 Menschen.
[Bearbeiten] Neuss
[Bearbeiten] Speyer
- 10 v. Chr. Anlage des ersten römischen Militärlagers „Noviomagus“ und Ansiedlung der Nemeter auf dem linken Rheinufer in der „Civitas Nemetum“ (Archäologische Spuren weisen auf keltische Siedlungstätigkeit in der 2. Hälfte des vorchristlichen Jahrtausends hin).
- 1990 feierte Speyer 2000-jähriges Bestehen.
[Bearbeiten] Trier
- 30 v. Chr. wurde ein römisches Militärlager auf dem Petrisberg errichtet.
- 16 v. Chr. wurde von den Römern in der Nähe einer ehemaligen keltischen Kultstätte die Stadt Augusta Treverorum gegründet, die zur größten römischen Stadt nördlich der Alpen heranwuchs.
- 1984 feierte Trier 2000-jähriges Bestehen.
[Bearbeiten] Worms
- Das Stadtgebiet wurde erstmals in der Jungsteinzeit (Neolithikum) etwa um 5000 v. Chr. von Ackerbauern und Viehzüchtern besiedelt. Seit dieser Zeit ist durch archäologische Forschung eine sehr hohe Siedlungskontinuität für den Bereich der Stadt Worms nachweisbar, was sich auch in einem bereits funktionierenden Markt- und Verkehrswesen zeigt.
- Seit der augusteischen Zeit (27 v. - 14 n. Chr.) gehören Worms und sein Umland zum römischen Herrschaftsgebiet.
- seit Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus römisches Auxiliarlager mit zugehöriger Zivilsiedlung unter dem keltischen Namen Borbetomagus innerhalb des Gebiets der Civitas Vangionum
[Bearbeiten] Xanten
- 13/12 v. Chr. wurde das römische Legionslager Vetera auf dem Fürstenberg gegründet
- 8 v. Chr. entstand eine Siedlung der Sugambrer unweit von Vetera auf einem bereits im 5. vorchristlichen Jahrhundert besiedelten Areal
- um 110 erhob Kaiser Trajan die Siedlung zur Colonia Ulpia Traiana

