Österreichische Krone

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Dieser Artikel erläutert die Währung Österreich-Ungarns. Zur Krönungsinsignie des Kaisertums Österreich siehe Österreichische Kaiserkrone.
Österreichische Krone
1892 bis 1925
Staat: Österreich-Ungarn, Deutschösterreich, Erste Republik, Liechtenstein (bis 1924)
Unterteilung: 100 Heller
Abkürzung: K, kr
Wechselkurs:
(1912)

1,176 Kronen = 1 Mark[1]

Banknote zu 20 Kronen, 1913 - Vorderseite mit dem Wappen des Kaisertums Österreich, auf Deutsch, Tschechisch, Polnisch, Ruthenisch (Ukrainisch), Italienisch, Slowenisch, Kroatisch, Serbisch und Rumänisch
Banknote zu 20 Kronen, 1913 - Rückseite mit dem Wappen des Königreichs Ungarn, auf Ungarisch

Die Krone, inoffiziell im Ausland seit Einführung, von 1919 an in Österreich offiziell als „Österreichische Krone“ bezeichnet, war die Goldwährung Österreich-Ungarns bis 1918 und die Währung der Republik Österreich von 1918 bis 1925. Sie löste im Zuge der Währungsreform von 1892 den Gulden ab, der eine Silberstandardwährung war. In der Umgangssprache bezeichnete man die Goldmünzen zu 10, 20 und 100 Kronen als „Goldkronen“.

In der österreichischen Reichshälfte entsprachen 100 Heller einer Krone (hergeleitet vom Griechischen „κορώνα“ bzw. Lateinischen „corona“ für „Krone“). In der ungarischen Reichshälfte lautete die Bezeichnung „Korona“; eine Korona entsprach 100 Filler.

Geschichte[Bearbeiten]

Währungsreform 1892[Bearbeiten]

Im Jahr 1892 wurde der Gulden durch die Krone zu 100 Heller ersetzt. Bis 1900 war der Gulden (fl.) neben der Krone (K) gültiges Zahlungsmittel, der Umrechnungskurs lag bei zwei Kronen für einen Gulden (→ Goldkrone).

Auf den Banknoten der Österreichisch-ungarischen Bank (der Notenbank der Doppelmonarchie; sie wurde mit kleinem u geschrieben) war der Name der Währung auf der österreichischen Seite, da die Nationalitäten laut Dezemberverfassung 1867 gleichberechtigt waren, auch in anderen Sprachen der Monarchie angeführt („koruna“, „korona“, „corona“, „krona“, „kruna“, „coroană“), auf der ungarischen Seite, der magyarischen Nationalitätenpolitik entsprechend, nur auf Ungarisch.

Während die Banknoten von der gemeinsamen Notenbank herausgegeben wurden, erfolgte die Münzprägung zwischen dem ungarischen und dem österreichischen Reichsteil getrennt. Daher wiesen die Münzen jeweils nur Symbole der betreffenden „Reichshälfte“ auf. Sie kursierten aber in ganz Österreich-Ungarn, – wie heute die in den Euro-Staaten geprägten Münzen in der gesamten Eurozone kursieren.

Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkurs gegenüber der Mark des Deutschen Kaiserreiches betrug 1912 1,176 Kronen.[1]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Eine Welle beschleunigter Inflation begann mit dem Ersten Weltkrieg, da dieser im Wesentlichen über Anleihen finanziert wurde. Der Ausweitung der Geldmenge stand kein entsprechender Gütermenge; die Verknappung auf fast allen Gebieten führte rasch zu Teuerungserscheinungen, das Preisniveau bei Kriegsende betrug das fünfzehnfache des Jahres 1914. [2]

Banknote zu 1000 Kronen, 1902; der Aufdruck „Deutschösterreich“ wurde ab März 1919 angebracht - Vorderseite

Zerfall der Monarchie, Nachfolgestaaten[Bearbeiten]

Nach Jahresbeginn 1919 trennten sich das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Jugoslawien genannt), die Tschechoslowakische Republik, der republikanische Staat Deutschösterreich und das damals ebenfalls republikanische Ungarn, die die Kronenwährung (vorerst) beibehielten, durch Abstempelung ihrer Banknoten von der früheren Gemeinschaftswährung. Österreich deckte die enormen Kriegskosten nicht durch Steuern (z.B. Steuererhöhungen und/oder neue Steuern), sondern „mit der Notenpresse“: es druckte (wie auch das Deutsche Kaiserreich; Näheres hier) zusätzliches Geld (was Inflation verursachte). Das gemeinsame Währungsgebiet des Habsburgerreiches löste sich rasch auf (zumal Deutschösterreich auf die wirtschaftspolitischen Bedürfnisse anderer Nachfolgestaaten kaum Rücksicht nahm oder nehmen konnte).[3]

Im neuen südslawischen Staat begann man im Jänner 1919, die eigenen Kronenbanknoten abzustempeln. Die Tschechoslowakei folgte im Februar 1919. Um das Einströmen von Kronenbanknoten ungeklärter Herkunft, etwa aus Ungarn, zu verhindern, musste auch Deutschösterreich im März 1919 mit dem Abstempeln seines Banknotenumlaufs beginnen. Auf Grund der unterschiedlichen Inflationsraten in den folgenden Jahren hatten diese Kronenwährungen ganz unterschiedlichen Wert. Die Tschechoslowakei behielt ihre Koruna, Österreich musste sie 1925 aufgeben.

Hyperinflations-Banknote zu 500.000 Kronen, 1922

Österreich bis 1925[Bearbeiten]

Weiter bestehende enorme Budgetdefizite in Deutschösterreich (unter anderem zur Subventionierung der Lebensmittel) und Währungsspekulationen trieben die Inflation weiter an, die mit eigenem Mitteln nicht zu stoppen war. Der Wert der Papierkrone gegenüber der Goldkrone fiel bis August 1922 auf 14.400 : 1.[2] Bundeskanzler Ignaz Seipel benötigte 1922 ausländische Hilfe und einen international überwachten strikten Sparkurs, damit die Staatsfinanzen wieder ins Lot gebracht werden konnten. Als dies gelang, bereitete die Bundesregierung Seipel I 1924 die Einführung der Schillingwährung vor. Diese Währungsreform wurde vom Nationalrat am 20. Dezember 1924, einen Monat nach dem Rücktritt Seipels, beschlossen und mit 1. März 1925 realisiert. (In der folgenden mehrmonatigen Übergangszeit wurden österreichische Kronen noch akzeptiert). Der Wert eines Schillings entsprach 10.000 „Papierkronen“.

Österreichische Münzen 1892 bis 1918[Bearbeiten]

Übersicht, Umlaufmünzen der österreichischen Reichshälfte in Heller und Kronen von 1892 bis 1918
Nennwert Durchmesser Gewicht Material Erstausgabe Informationen
Austria-coin-1919-1h-rs.jpg Austria-coin-1919-1h-vs.jpg 1 Heller 17,0 mm 1,66 g Cu/Sn 1892
1916 Wappen mit Bindenschild
Austria-coin-1893-2h-rs.jpg Austria-coin-1893-2h-vs.jpg 2 Heller 19,0 mm 3,32 g Cu/Sn 1892
AHK 2 heller 1917 fess shield obverse.jpg AHK 2 heller 1917 fess shield reverse.jpg 17.0 mm 2,77 g Fe 1916 Die dunkle Eisenmünze trug den Spottnamen Neger.[4]
Austria-coin-1895-10h-RS.jpg Austria-coin-1895-10h-VS.jpg 10 Heller 19,0 mm 3,0 g Ni 1892
Austria-coin-1916-10h-RS.jpg Austria-coin-1915-10h-VS.jpg Cu, Ni, Zn 1915
Austria-coin-1916-10h-VS.jpg 1916 Wappen mit Bindenschild
Austria-coin-1895-20h-RS.jpg Austria-coin-1895-20h-VS.jpg 20 Heller 21,0 mm 4,0 g Ni 1892
3,33 g Fe 1916
Austria-coin-1901-1K-RS.jpg Austria-coin-1901-1K-VS.jpg 1 Krone 23,0 mm 5,0 g 83,5 % Ag 1892 Kaiser Franz Joseph I. mit Lorbeerkranz, ohne „St. Schwartz“
1908 60-Jahre-Regierungsjubiläum
Austria-coin-1913-1K-RS.jpg Austria-coin-1913-1K-VS.jpg 1912 Kaiser Franz Joseph I. ohne Lorbeerkranz, mit „St. Schwartz“
2 Kronen 27,0 mm 10,0 g 83,5 % Ag 1912 Kaiser Franz Joseph I.
5 Kronen 36,0 mm 24,0 g 90,0 % Ag 1900 Kaiser Franz Joseph I.
1908 60-Jahre-Regierungsjubiläum
1909 ohne „St. Schwartz“
Austria-coin-1909-5cr-vs.jpg Austria-coin-1909-5cr-rs.jpg 1909 mit „St. Schwartz“

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Carl Otto: Der Haussekretär, Berlin 1913, S. 485, 3. Umschlagseite
  2. a b aeiou: Papiergeldinflation
  3. Clemens Muth: Das Ende der Kronenzone: Die Auflösung des gemeinsamen Währungsgebiets auf dem Territorium des ehemaligen Habsburgerreichs. München 1997, auf der Website der Universität Köln.
  4. Maria Hornung, Sigmar Grüner: Wörterbuch der Wiener Mundart, 2. Auflage, Wien 2002, ISBN 3-209-03474-5, S. 606. Alexander Popovics: Das Geldwesen im Kriege. Wien 1925, S. 97

Weblinks[Bearbeiten]