1. Skijäger-Division (Wehrmacht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
1. Skijäger-Division
Truppenkennzeichen der 1. Skijäger-Division
Truppenkennzeichen: Eichenlaub und Ski
Aktiv 2. Juni 1944 bis Mai 1945
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Skijäger Division
Grobgliederung Gliederung
Aufstellungsort Heeresgruppe Mitte

Die 1. Skijäger-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Aufstellung[Bearbeiten]

Angesichts der Erfahrungen im Winter 1941/1942 an der Ostfront wurden erste provisorische Ski-bewegliche Infanterie-Einheiten aufgestellt. Den Wert von winterbeweglichen Einheiten im Flachland hatten insbesondere die Erfolge der sibirischen Truppen der Roten Armee vor Moskau aufgezeigt. Ein erstes vollständiges Bataillon wurde auf Befehl der Heeresgruppe Mitte unter Verwendung von Personal der Winterkampfschulen Orel, Gschatz und der Hochgebirgsschule Fulpmes gebildet.[1] 1942 entstanden insgesamt zwölf solcher, auch als Jagdkommandos bezeichneter selbstständiger Einheiten in Bataillonsstärke. Angesichts der bedrohlichen Frontlage wurden die meisten dieser Einheiten im Sommer 1942 infanteristisch an der Front eingesetzt. Unter wechselnden Unterstellungen, an Brennpunkten eingesetzt und von Division zu Division „weitergereicht“, traten überhohe Verluste auf, so dass Neuaufstellungen nötig wurden. 1942 wurden die Skijäger-Truppen in stärkere Bataillone zu fünf Kompanien mit eigener Panzerabwehr umgegliedert. Angesichts der Offensiven der Roten Armee im Winter 1942/1943 wurden die Ski-Jäger-Bataillone jedoch erneut zur Bereinigung von Fronteinbrüchen herangezogen und zum Großteil aufgerieben. Im Sommer 1943 beschloss die Heeresführung deshalb aus den Resten der Skijäger-Bataillone einen Großverband mit eigenen Unterstützungswaffen zu bilden.

1. Skijäger Brigade[Bearbeiten]

Unter der Verantwortung der Heeresgruppe Mitte entstanden im Raum Minsk die Einheiten für die vorgesehene Skijäger-Brigade. Als Sondergliederung bestanden gewisse Unterschiede in der Uniform, z. B. dem Stahlhelm der Fallschirmjäger, und der Bewaffnung. Die Aufstellung verzögerte sich insbesondere durch die langsame Herausnahme der Jägerbataillone aus dem Frontgebiet. Anfang Januar 1944 galt die Brigade als kampfbereit. Anstatt wie vorgesehen nach Karelien verlegt zu werden, wurde die Brigade angesichts der Frontlage jedoch erneut in ungeeignetem Gelände eingesetzt: im Sumpfgebiet des Pripjet. Die dortigen Stellungskämpfe dauerten bis zum überstürzten Rückzug nach Beginn der sowjetischen Sommeroffensive 1944.

1. Skijäger Division[Bearbeiten]

Die Einheit wurde am 2. Juni 1944 in Division umbenannt, ohne dass sich die Gliederung änderte. Der kämpfende Rückzug führte die Division vom Fluss Turija über den Bug zur Weichsel, wo die Front zum Stehen kam. Ende September wurde per Eisenbahn ins Grenzgebiet zwischen Polen und der Slowakei verlegt. Bis Dezember 1944 wurde hier erfolgreich der Duklapass gesperrt. Weitere Kampfgebiete der Division waren der Raum Kaschau und Oberschlesien. Zu Kriegsende befand sich die Division in Tschechien. Die überlebenden Soldaten gerieten meist in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Gliederung[Bearbeiten]

  • Ski-Jäger Regiment 1
  • Ski-Jäger Regiment 2
  • schweres Ski-Bataillon 1
  • Artillerie-Abteilung (mot) II/59
  • Ski-Pionier Bataillon 85
  • Sturmgeschütz-Abteilung 270

Kommandeure[Bearbeiten]

  • Oberst Hans von Schlebrügge, bis Mitte Mai 1944
  • Oberst Martin Berg vom 5. Juni bis 31. Juli 1944 (mit der Führung beauftragt)
  • Generalmajor Martin Berg vom 1. August bis 2. Oktober 1944
  • Generalmajor Gustav Hundt Anfang Oktober 1944 bis Mai 1945

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Gunter: Die deutschen Skijäger bis 1945. Podzun-Pallas, Friedberg 1993, ISBN 3-7909-0485-9 (formal falsche ISBN).
  • Gustav Fochler-Hauke: Schi-Jäger am Feind. Kurt Vowinckel Verlag, Heidelberg u. a. 1943, DNB 576010898.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Gunter: Die deutschen Skijäger bis 1945. 1993, S. 28.