Bug (Fluss)

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Dieser Artikel behandelt den auch Westlicher Bug genannten Fluss nahe der polnischen Ostgrenze; der Südliche Bug dagegen fließt in der südwestlichen Ukraine zum Schwarzen Meer.
Bug
Буг, Західний Буг (Westlicher Bug)
Weichsel (Vistula) mit Bug und weiteren Nebenflüssen

Weichsel (Vistula) mit Bug und weiteren Nebenflüssen

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Ukraine, Weißrussland, Polen
Flusssystem Weichsel
Abfluss über Narew → Weichsel → Ostsee
Quellgebiet in Kruhiv, Oblast Lwiw (Ukraine)
49° 53′ 58″ N, 25° 3′ 48″ O49.89944444444425.063333333333345
Quellhöhe 345 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in den Narew bei Warschau52.50694444444421.088888888889Koordinaten: 52° 30′ 25″ N, 21° 5′ 20″ O
52° 30′ 25″ N, 21° 5′ 20″ O52.50694444444421.088888888889
Länge 772 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 39.400 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
157 m³/s
Linke Nebenflüsse Huczwa, Uherka, Krzna, Toczna, Liwiec
Rechte Nebenflüsse Muchawez, Nurzec, Brok
Durchflossene Stauseen Zegrze-Stausee
Großstädte Brest
Mittelstädte Busk, Kamjanka-Buska, Dobrotwir, Solotschiw, Tscherwonohrad, Sokal, Sassiw, Terespol, Drohiczyn, Chełm
Einwohner im Einzugsgebiet 3,6 Mio
Schiffbar bis Brest
Blick auf den Bug bei Włodawa

Blick auf den Bug bei Włodawa

Lage des Bug im polnischen Flusssystem

Lage des Bug im polnischen Flusssystem

Der Bug, auch Westlicher Bug genannt, (ukrainisch und weißrussisch Буг, Західний Буг) ist ein Fluss in der Ukraine, Polen und Weißrussland.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Bug entspringt in Galizien in der westlichen Ukraine östlich von Lemberg. Er fließt zunächst nach Westen, wendet sich aber kurz nach Kamjanka-Buska nach Norden. Er passiert die Stadt Brest, wonach er dann in einem Linksbogen immer westlicher läuft und nahe bei Warschau nach einem Lauf von 772 km in den zum Zegrze-Stausee angestauten Narew einfließt, kurz bevor dieser in die Weichsel mündet.

Der Bug gehört auf seinem Unterlauf zwischen der Mündung und Brest, wo er Grenzfluss zwischen Polen und Weißrussland ist, zu einem Wasserstraßensystem, das von der Ostsee zum Schwarzen Meer führt. Dessen die Flusssysteme von Weichsel und Dnjepr verbindender Mittelteil führt den kurzen Bug-Zufluss Muchawez bei Brest aufwärts und dann durch den Dnepr-Bug-Kanal (Dnjeprowsko-Bugskij Kanal) nach Osten über die Europäische Hauptwasserscheide.

Im längsten Teil seines Verlaufes ist der Bug seit dem 1. Mai 2004 die östliche Außengrenze der EU:

von Norden: 52° 16′ 59″ N, 23° 10′ 44″ O52.28305555555623.178888888889
bis Süden: 50° 38′ 12″ N, 24° 5′ 47″ O50.63666666666724.096388888889 – Luftlinie 194 km

Geschichte[Bearbeiten]

Seit dem 7. Jahrhundert ist der Bug Siedlungsgebiet slawischer Stämme. Im 9. Jahrhundert werden Buschanen erwähnt[1], für 907 Duleben.[2] Spätestens im 10. Jahrhundert entsteht in Brest eine größere slawische Burg.

981 kommt das Gebiet fast vollständig in den Herrschaftsbereich der Kiewer Rus. Es entstehen Burgen in Busk und Drohiczyn. Das Gebiet gehört größtenteils zum Fürstentum Wolhynien. Im 12. Jahrhundert gibt es kurzzeitig eigenständige Fürstentümer in Brest und Busk.

1340 kommt der größte Teil unter die Kontrolle des Königreich Polen, 1569 zur Polnisch-Litauischen Adelsrepublik.

1772 kommt der südliche Teil zum österreichischen Habsburgerreich zu Galizien, der nördliche Teil um Brest zum Kaiserreich Russland.

Seit 1921 gehört das Gebiet zur Republik Polen. Seit dem deutschen Polenfeldzug im Herbst 1939 verlief gemäß Hitler-Stalin-Pakt die vereinbarte Interessengrenze zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion auf dem Westlichen Bug. Im Sommer 1941 wurde er beim Unternehmen Barbarossa von der Wehrmacht besetzt.

Seit 1944 verläuft der südliche Teil durch die Ukrainische SSR, während der nördliche Teil die Grenze zwischen der Sowjetunion und Polen bildete. Seit 1991 zwischen der Ukraine, Weißrussland und Polen.

Seit 1. Mai 2004 ist ein nördlicher Teil Außengrenze der Europäischen Union.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bug – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bayerischer Geograph
  2. Nestorchronik zum Jahr 907.