Chaos Communication Congress

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30C3 in Hamburg
Publikum bei der Keynote von Glenn Greenwald auf der 30C3

Der Chaos Communication Congress ist ein mehrtägiges, in Deutschland stattfindendes Treffen der internationalen Hackerszene, das vom Chaos Computer Club (CCC) ausgerichtet und organisiert wird. Der Kongress widmet sich in zahlreichen Vorträgen und Workshops technischen und gesellschaftspolitischen Themen. Zuletzt (2013) hatte der Kongress über 9.000 Besucher.[1]

22C3 im Berliner Congress Centrum am Alexanderplatz 2005

Der Kongress findet einmal im Jahr statt, von der Gründung 1984 an bis 2004 vom 27. bis zum 29. Dezember, seit 2005 vom 27. bis zum 30. Dezember.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem der Kongress, der seit 1984 im Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg stattfand, für diesen Ort zu groß geworden war, zog er 1998 nach Berlin ins Haus am Köllnischen Park, wo er von mehr als 4.000 Teilnehmern besucht wurde. Von 2003 bis 2011 fand der Kongress im Berliner Congress Center am Alexanderplatz statt. 2012 wurde er ins Congress Centrum Hamburg (CCH) verlegt.[2] Im Dezember 2013 besuchten ihn über 9.000 Teilnehmer. Das gesteigerte Interesse wurde der Globalen Überwachungs- und Spionageaffäre und den Veröffentlichungen Edward Snowdens zugerechnet.[1]

Der Kongress bemüht sich um möglichst niedrige Eintrittspreise – vor allem, um Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen. 2011 kostete ein Ticket für die gesamte Kongressdauer 80 Euro, für Jugendliche unter 18 Jahren 25 Euro.[3] Ein großer Teil der Referenten rekrutiert sich aus der Szene selbst, und die organisatorische Arbeit vor Ort wird von freiwilligen Helfern geleistet, die im CCC-Jargon als Engel bezeichnet werden.

Teil des Kongresses ist das Hackcenter, ein großes Areal, in dem zirka 600 Leute mit ihrer Technik auf dem Kongress präsent sind. Das Hackcenter und die anderen Bereiche der Veranstaltung sind über eine breitbandige Anbindung mit dem Internet verbunden. Der CCC legt aber Wert auf die Feststellung, dass es sich beim Hackcenter nicht um eine LAN-Party handelt, sondern um ein „Hands-On“-Labor zum gemeinsamen Erforschen und Austesten von Netzwerktechnologie. Mit dem Umzug ins Congress Centrum Hamburg im Jahr 2012 wurde das Hackcenter um so genannte „Assemblies“ erweitert, abgegrenzte Bereiche außerhalb der Vortragssäle, die verschiedenen sozialen Gruppierungen und Projekten als Präsentationsfläche dienen konnten.[4]

Von 1997 bis 2004 wurde während des Kongresses gleichzeitig auch die Deutsche Meisterschaft im Lockpicking ausgetragen.

Das Streaming der Vorträge wurde die letzten Jahre von der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V. umgesetzt. Durch die hohe Nachfrage kam es, dass 2007 und 2008 die 1-Gbit-Anbindung der TU Ilmenau zu 99 Prozent ausgelastet war.[5]

Vorfälle im Umfeld des 26C3[Bearbeiten]

Im Rahmen des Chaos Communication Congress 2009 verschafften sich Unbekannte vermutlich illegal Zugang zu internen Daten der Singlebörse Ma-flirt.de, zudem wurden öffentlich zugängliche Profilfotos von der Singlebörse Harzflirt.de heruntergeladen. Zu diesen Daten wurden Download-Links im Kongress-Wiki des CCC erstellt. Passwörter wurden dort direkt veröffentlicht. Ein älterer Hack der Kundendatenbanken des Bekleidungshändlers Thor Steinar wurde ebenfalls bekanntgemacht. Zu den veröffentlichten Daten gehörten Profilnamen, Passwörter, E-Mail-Adressen, Ortsangaben, Wohnadressen, Fotos und Umsatzzahlen. Zwei der Seiten stehen im Ruf, von Mitgliedern der rechten Szene frequentiert zu werden, die anderen nicht. Der Verein wollte zu den Datenschutzverletzungen keine Stellungnahme geben.[6] Kongressteilnehmer distanzierten sich jedoch von dem Vorfall. Er stehe im Widerspruch zur Hackerethik.[7][8][9]

Kongress-Mottos und Veranstaltungsorte 1984 bis heute[Bearbeiten]

Der Chaos Communication Congress steht nahezu jedes Jahr unter einem Motto, meist in Bezug auf wichtige Themen des zurückliegenden oder kommenden Jahres.

Nr. Jahr Motto kurz Veranstaltungsort
1 1984 CCC’84 nach Orion’64 Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg
2 1985 Du Darfst
3 1986 Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubyten können
4 1987 Offene Netze – Jetzt!
5 1988 ich glaub’ es hackt
6 1989 Offene Grenzen: Cocomed zuhauf
7 1990 ohne Motto
8 1991 Per Anhalter durch die Netze
9 1992 Es liegt was in der Luft
10 1993 Ten years after Orwell
11 1994 Internet im Kinderzimmer – Big business is watching you?! Bikini-Haus in Berlin
12 1995 Pretty Good Piracy – verdaten und verkauft Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg
13 1996 Der futurologische Congress – Leben nach der Internetdepression
14 1997 Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.
15 1998 All Rights Reversed Haus am Köllnischen Park in Berlin
16 1999 ohne Motto 16C3
17 2000 Explicit Lyrics 17C3
18 2001 Hacking Is Not A Crime 18C3
19 2002 Out Of Order 19C3
20 2003 Not A Number 20C3 Berliner Congress Center in Berlin
21 2004 The Usual Suspects 21C3
22 2005 Private Investigations 22C3
23 2006 Who can you trust? 23C3
24 2007 Volldampf voraus! 24C3
25 2008 Nothing To Hide! 25C3
26 2009 Here Be Dragons 26C3
27 2010 We come in peace 27C3
28 2011 Behind enemy lines 28C3
29 2012 Not My Department 29C3 Congress Center Hamburg in Hamburg
30 2013 ohne Motto 30C3
31 2014 A New Dawn 31C3

Seit dem Chaos Communication Congress 1999 hat sich eine abkürzende Schreibweise eingebürgert. Anstatt 16. Chaos Communication Congress wurde der Begriff 16C3 verwendet. Die offizielle Schreibweise des Chaos Communication Congress 2004 lautet somit „21C3: The Usual Suspects“ 21. Chaos Communication Congress. Der 20. Kongress 2003 hingegen bildete mit dem Kürzel NaN eine zum Motto passende Bezeichnung.

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chaos Communication Congresses – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 30C3: Snowden-Effekt beschert Hackertreffen Besucherrekord bei heise online
  2. Why did you move the CCCongress to Hamburg? Abgerufen am 4. Oktober 2012
  3. Preistabelle 2011. Abgerufen am 4. Oktober 2012
  4. CCC Event Blog: Assemblies. Abgerufen am 15. Januar 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFeM auf dem 25. Chaos Communication Congress II. Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V., 30. Dezember 2008, abgerufen am 27. September 2010.
  6. 26C3: Hacker verbrauchen Rekord-Bandbreite. In: heise online, 31. Dezember 2009. Abgerufen am 3. Januar 2009
  7. Stefan Krempl: 26C3: Flirtbörse der rechten Szene gehackt. In: heise online, 29. Dezember 2009. Abgerufen am 31. Dezember 2009.
  8. Rechte Flirtbörse und NPD-Webseiten gehackt. Nutzerdaten von Hackern zum Download veröffentlicht. In: golem.de, 30. Dezember 2009. Abgerufen am 31. Dezember 2009.
  9. Hacker outen Thor Steinar Fans taz 2. Januar 2010