ARA General Belgrano (C-4)

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General Belgrano
ARA General Belgrano underway.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten (Nationalflagge) Vereinigte Staaten
ArgentinienArgentinien Argentinien
andere Schiffsnamen
  • USS Phoenix
Schiffstyp Leichter Kreuzer
Klasse Brooklyn-Klasse
Bauwerft New York Shipbuilding, Camden
Stapellauf 12. März 1938
Indienststellung 3. Oktober 1938
Verbleib Am 2. Mai 1982 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
185,0 m (Lüa)
Breite 18,9 m
Tiefgang max. 5,9 m
Verdrängung 9575
 
Besatzung 1.138 Mann
Maschine
Geschwindigkeit max. 32,5 kn (60 km/h)
Bewaffnung

Bewaffnung 1938

  • 15 × Geschütze 15,2 cm L/47
  • 8 × Geschütze 12,7 cm L/25 (Flugabwehr)
  • 8 × Maschinengewehre Browning M2

Bewaffnung 1945

  • 15 × Geschütze 15,2 cm L/47
  • 8 × Geschütze 12,7 cm L/25 (Flugabwehr)
  • 8 × 40 mm Flugabwehr
  • 19 × 20 mm Flugabwehr
  • 2 Seacat-Fla-Raketensysteme
  • 2 Hubschrauber

Die ARA General Belgrano war ein argentinischer Kreuzer (ARA: Armada República Argentina, argentinische Marine). Sie wurde ursprünglich als Leichter Kreuzer der Brooklyn-Klasse der United States Navy mit dem Namen USS Phoenix und der Kennung CL-46 in den Dienst gestellt. Das Schiff wurde am 2. Mai 1982 während des Falklandkrieges durch das britische Atom-U-Boot HMS Conqueror versenkt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die USS Phoenix circa 1939

Die Kiellegung, finanziert aus einem Etat von 1934, erfolgte am 15. April 1935 bei „New York Shipbuilding“ in Camden. Am 12. März 1938 wurde das Schiff vom Stapel gelassen und am 3. Oktober 1938 in Dienst gestellt. Es war nach der Hauptstadt des US-Bundesstaates Arizona, Phoenix benannt. Seine Jungfernfahrt führte es nach Trinidad und Südamerika, dann operierte es an der amerikanischen Westküste. Das Schiff war mit 2 x MK 31 - 2 x MK 33 Feuerleitradaren (1938) beziehungsweise 2 x MK 34 und 2 x MK 3 Radarbeleuchter sowie 2 x MK 44 - MK 4 Radarbeleuchtern (1943) ausgestattet. Mit zwei Katapulten konnten die vier an Bord befindlichen „Curtiss SOC Seagull“-Doppeldecker gestartet werden.

Das Schiff befand sich am 7. Dezember 1941, dem Tag des japanischen Angriffs in Pearl Harbor, blieb aber unbeschädigt. Noch am gleichen Tag wurde es zusammen mit den Kreuzern USS St. Louis und USS Detroit eingesetzt, um nach eventuellen japanischen Überwasser-Angriffskräften zu suchen. Danach war es zunächst Geleitschiff zwischen Hawaii und der amerikanischen Westküste. Anschließend fuhr die „Phoenix“ nach Melbourne (Australien) und operierte bis Februar 1942 in australischen Gewässern. Im Anschluss folgten für mehrere Monate Fahrten im Indischen Ozean, wobei das Schiff bei der Evakuierung von Java beteiligt war.

Als USS Phoenix 1941 in Pearl Harbor

Ab Juli 1942 wurde es in der „Philadelphia Naval Shipyard“ überholt und brachte dann Außenminister Cordell Hull nach Casablanca. Es folgte die Verlegung zur VII. Flotte im Südpazifik.

In den Jahren 1943 bis 1945 nahm es am Pazifikkrieg und an allen größeren Landungsoperationen teil. Im Jahre 1944 war es an der Schlacht in der Surigao-Straße beteiligt. Dabei nahm es an der Versenkung des japanischen Schlachtschiffes Fusō teil. Zu diesem Zeitpunkt war sie im Tarnanstrich nach Schema 32/5d gehalten.

Einsätze[Bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

  • 26. Dezember 1943: Beschießung von Cape Gloucester
  • 25. bis 26. Januar 1944: Beschießung von Landzielen auf Neu-Guinea
  • 4. und 7. März 1944: Beschießung von Zielen auf den Admiralitäts-Inseln
  • 22. April 1944: Unterstützung der Landung bei Hollandia
  • 25. Mai 1944: Unterstützung der Landung auf Biak (Neu-Guinea)
  • 4. Juni 1944: Leichte Beschädigung nach Fliegerbombenangriff (Ein Gefallener, vier Verwundete)
  • 2. Juli 1944: Unterstützung der Landung auf Noemfoor
  • 15. September 1944: Unterstützung bei der Besetzung von Morotai (Molukken)
  • 20. Oktober 1944: Unterstützung der Landung auf Leyte, Teilnahme an der „See- und Luftschlacht im Golf von Leyte“ bzw. der „Schlacht in der Surigao-Straße“. Dabei nahm es an der Versenkung des japanischen Schlachtschiffes Fusō teil.
  • Januar 1945: Unterstützung der Invasion von Luzon
  • 13.–28. Februar 1945: Unterstützung der Kämpfe auf Bataan, Corregidor
  • 26.-28 März 1945: Unterstützung der Landung auf Cebu
  • 29. Juni–7. Juli 1945: Deckung von Minenräumoperationen und Unterstützung der Landung auf Balikpapan (Borneo) mit anschließender Verlegung in die Werft von Pearl Harbor
  • September 1945: Verlegung an die Ostküste

In seiner Zeit bei der Navy war es folgenden Einheiten zugeordnet

  • CRUVDIV 9 Battle Force, U.S. Fleet (1939 - 27. Januar 1941)
  • CRUVDIV 9 Battle Force Pacific (3. April 1941 - 23. März 1943)
  • Flagship CRUVDIV 15 Battle Force Pacific (1. Juli 1944 - 1. Juli 1945)

Nachdem das Schiff am 3. Juli 1946 außer Dienst gestellt wurde, wurde es am 9. April 1951 gemeinsam mit einem seiner Schwesterschiffe, der USS Boise (CL-47), für 7,8 Mio. US-Dollar an Argentinien verkauft. Es erhielt zunächst den Namen 17 de Octubre und wurde 1956 nach dem Umsturz von Juan Perón zu Ehren von Manuel Belgrano in General Belgrano umgetauft. Die General Belgrano wurde in Argentinien mehrmals umgebaut und erhielt unter anderem Sea-Cat- und Exocetstarter und neue niederländische Radaranlagen. Die Katapultanlage auf dem Achterdeck wurde entfernt und die Bordflugzeuge gegen zwei Bord-Hubschrauber ausgetauscht.

Falklandkrieg[Bearbeiten]

Am 26. April 1982, während des Falklandkriegs, lief die General Belgrano mit zwei Zerstörern aus Ushuaia aus, um etwa 230 Seemeilen vor den Falklandinseln zu patrouillieren. Die Gruppe vermied einen Kampf mit den Einheiten der Royal Navy und patrouillierte südlich der von den Briten deklarierten Sperrzone von 200 Seemeilen um die Falklandinseln.

Am 30. April wurden die Schiffe durch das Atom-U-Boot HMS Conqueror (Churchill-Klasse) gesichtet. Das U-Boot folgte ihnen zwei Tage lang, bis die Anordnung von Margaret Thatcher aufgrund des Vorschlages ihres militärischen Beraters und Chef des Verteidigungsstabes, Flottenadmiral Terence Lewin kam, die Gruppe anzugreifen. Der Kommandant der Conqueror Captain Chris Wreford-Brown schoss daraufhin am 2. Mai um 15:57 Uhr drei Torpedos des Typ Mark VIII auf die General Belgrano ab. Ein Torpedo traf den Kreuzer am Vorschiff, wobei durch die Wucht der Detonation der Bug abgerissen wurde. Der zweite Torpedo traf den achteren Maschinenraum, die Explosion schlug durch drei Decks und hinterließ ein etwa 20 Meter langes Loch im Hauptdeck. Durch diesen Treffer fiel nicht nur der Maschinenraum aus, auch die elektrischen Systeme wurden schwer beschädigt. Die General Belgrano bekam starke Schlagseite nach Backbord und fing an über den Bug zu sinken. Da durch die Schäden an der Stromversorgung die Pumpen nicht arbeiteten, konnten keine effektiven Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Um 16:24 Uhr musste deshalb das Schiff aufgegeben und von der Besatzung verlassen werden. Es brannte noch einige Zeit und sank dann in der Nacht. Der dritte Torpedo hatte den Kreuzer verfehlt und den Zerstörer ARA Hipólito Bouchard getroffen, war jedoch nicht explodiert.

Seestreitkräfte am 1-2 Mai im Südatlantik

Auf den beiden Zerstörern war nicht sofort klar, was mit der General Belgrano geschehen war. So wurden erst spät in der Nacht Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Argentinische und chilenische Schiffe retteten insgesamt 770 Menschen. 321 Seeleute und zwei an Bord befindliche Zivilisten starben beim Untergang der General Belgrano. Das aus einem Rettungsfloß aufgenommene Foto des sinkenden Kreuzers wurde zu einem der bekanntesten Bilder des Falklandkrieges.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: General Belgrano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: USS Phoenix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien