Adrian Hollaender

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Adrian Eugen Hollaender (* 1971) ist ein österreichischer Autor und Jurist. Er ist der Sohn von Ioan Holender, dem ehemaligen Leiter der Wiener Staatsoper. Die beiden verwenden eine leicht unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens.

Hollaender wurde 2001 an der Universität Wien bei Karl Korinek als Doktorvater promoviert. Er ist Lehrbeauftragter an der Babeș-Bolyai-Universität in Cluj-Napoca (dt. Klausenburg, Rumänien) und war Associate Professor an der 2001 bis 2003 in Österreich als Privatuniversität akkreditierten International University Vienna. Des Weiteren leitet Hollaender das von ihm gegründete private „Zentrum für Rechtsforschung“ in Wien, publiziert in juristischen Fachzeitschriften Österreichs und hat mehrere juristische Fachbücher verfasst. In den Jahren 2007 und 2008 leitete er den von ihm organisierten „Grundrechtskonvent“, eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, die im Parlamentsgebäude in Wien veranstaltet wurde und sich 2007 mit dem österreichischen Grundrechtsbeschwerdegesetz und 2008 mit dem Thema Rechtsschutz befasste.[1]

Größere Bekanntheit erlangte Hollaender durch eine regelmäßige Kolumne in der Kronen Zeitung, wo er sich im Einklang mit der Blattlinie im Vorfeld der Ratifizierung des Vertrages von Lissabon durch den österreichischen Nationalrat kritisch und ablehnend mit der Europäischen Union und insbesondere dem Reformvertrag befasste. Im November 2007 verfasste er ein Rechtsgutachten, wonach zur Ratifizierung des Vertrages in Österreich eine Volksabstimmung erforderlich wäre.[2]

Das Nachrichtenmagazin profil meldete nach Rücksprache mit der Babeş-Bolyai-Universität Zweifel an der Rechtmäßigkeit des von Hollaender geführten Titels (außerordentlicher) Universitätsprofessor an,[3] was auch von mehreren Zeitungen aufgegriffen wurde.[4] Der Medienanwalt Michael Rami brachte gegen Hollaender eine Unterlassungsklage wegen unlauteren Wettbewerbs beim Handelsgericht Wien ein. Laut Klage sei Hollaender kein Professor, das Zentrum für Rechtsforschung keine eigenständige juristische Person und der Grundrechtskonvent existiere nicht. Im Juni 2010 verglichen sich die Parteien, Hollaender verzichtet auf das Führen der inkriminierten Titel.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Experten beurteilen die Praxis des OGH bei Grundrechtsbeschwerden - Hochkarätig besetzter Grundrechtskonvent im Parlament. Parlamentskorrespondenz Nr. 370. Republik Österreich - Parlamentsdirektion, 16. Mai 2007, abgerufen am 1. April 2014.
  2. Petition zum EU-Reformvertrag (Vertrag von Lissabon). Europäische Vereinigung für Bürgerrechte (EFCR), 17. November 2007, abgerufen am 1. April 2014 (PDF; 209 kB, Rechtliche Analyse von Hollaender).
  3. profil/APA-OTS: Anti-EU-Aktivist "ao. Univ.-Prof" Adrian Hollaender in Titel-Nöten, 8. März 2008
  4. WirtschaftsBlatt: Kopfweh um Professuren aus der Ferne, 29. März 2008
  5. Die Presse Adrian Hollaender ohne Professorentitel , 15. Juni 2010