Agathonisi

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Gemeinde Agathonisi
Δήμος Αγαθονησίου (Αγαθονήσι)
Agathonisi (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Südliche Ägäis
Regionalbezirk: Kalymnos
Geographische Koordinaten: 37° 28′ N, 26° 58′ O37.46361111111126.969166666667Koordinaten: 37° 28′ N, 26° 58′ O
Fläche: 14,500 km²
Einwohner: 185 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 12,8 Ew./km²
Sitz: Megalo Chorio
LAU-1-Code-Nr.: 816100
Gemeindebezirke: 1 Gemeindebezirk
Ortschaften: 1 Ortschaft
Lage in der Region Südliche Ägäis
Datei:2011 Dimos Agathonisiou.png

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Die griechische Insel Agathonisi (griechisch Αγαθονήσι (n. sg.)) ist die nördlichste bewohnte Dodekanes-Insel. Zusammen mit mehreren unbewohnten kleinen Inseln bildet sie die an Einwohnern zweitkleinste Gemeinde (dimos δήμος) Griechenlands innerhalb der Region Südliche Ägäis.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die 13,417 km²[2] große Insel Agathonisi liegt in der östlichen Ägäis etwa 18 km westlich der kleinasiatischen Küste. Die nächstgelegen Inseln sind Samos etwa 20 km nördlich, Arki 19 km westlich und Lipsi 22 km südwestlich.

Die Ausdehnung in West-Ost Richtung beträgt 7,5 km, die maximale Breite liegt in Nord-Süd Richtung bei 3,4 km, die schmalste bei Stelle 1,6 km. Die Küstenlinie ist mit Ausnahme der Nordwestküste durch zahlreiche Buchten stark gegliedert. Die größten Buchten liegen an der Südküste, im Westen Ormos Chochlia (Όρμος Χοχλιά), in der Mitte die tief ins Inselinnere einschneidende Hafenbucht Ormos Agios Georgios (Όρμος Αγίου Γεοργίου) und im Osten die ebenfalls tiefe Bucht Ormos Poros (Όρμος Πόρος).

Abgesehen von nahezu senkrechten Felsklippen an der Nordwestküste ist das Relief sanft. Der Längsausrichtung der Insel folgend steigt im Inselinneren eine Hügelkette mit dem Kastro (Κάστρο) im Osten über den Kleftos (Κλεφτός) bis zu zur höchsten Erhebung Dendra (Δένδρα) mit 209 m im West stetig an. Der Berg Styfi (Στυφή) im Südwesten erreicht 208 m.

Von der Nord- zur Ostküste sind im Uhrzeigersinn die unbewohnten Inseln Pitta, Strongyli, Praso, Neronisi, Katsaganaki und Katsagani vorgelagert, sowie etwa 1,8 km vor der Südküste Kounelonisi. Die Meerestiefe zwischen Agathonisi und Kounelonisi beträgt 81 m zu den übrigen Inseln nicht mehr als 50 m.

Natur[Bearbeiten]

Phrygana-Bestände und degradierte Macchie bestimmen das Landschaftsbild auf Agathonisi. Höhere Vegetation bilden verstreut stehende Johannisbrotbäume sowie wenige Oliven- und Feigenbäume. Bonsaiförmige Büsche zeigen ein Überweidungsproblem an, verursacht von einer beträchtlichen Ziegenpopulation.

Von Agathonisi sind fünf Reptilienarten nachgewiesen. Neben den beiden Geckoarten Europäischer Halbfinger (Hemidactylus turcicus turcicus) und Ägäischer Nacktfinger (Mediodactylus kotschyi) auch der Hardun (Laudakia stellio), die Schlangenaugen-Eidechse Ophisops elegans sowie als einzige Schlangenart die Balkan-Springnatter (Coluber caspius). [3]

Die einzelnen Inseln[Bearbeiten]

Name griechischer Name Fläche km² Lage
Agathonisi Αγαθονήσι (n. sg.) 13,417[2] 37° 28′ N, 26° 58′ O37.463549826.9673157
Pitta
(Psathonisi, Psatho)
Πίττα (f. sg)
(Ψαθονήσι, Ψαθώ)
00,124 [4] 37° 29′ 2″ N, 26° 57′ 8″ O37.483780926.9522953
Strongyli
(Strongylo)
Στρογγυλή (f. sg)
(Στρογγυλό) (n. sg.)
00,096 [5] 37° 29′ 8″ N, 26° 58′ 48″ O37.485551726.9799328
Praso Πράσο (n. sg.) 00,011 [5] 37° 28′ 57″ N, 26° 59′ 27″ O37.482486826.9907475
Neronisi (Nero)
Neranisi (Nera)
Νερονήσι (n. sg.) (Νερό, Νέρο)
Νερανήσι (Νερά)
00,433 [4] 37° 28′ 35″ N, 26° 59′ 42″ O37.476356626.9951248
Katsagani
(Glaros)
Κατσαγάνι (n. sg.)
(Γλάρος)
00,090 [5] 37° 27′ 59″ N, 27° 0′ 25″ O37.46634327.0068836
Katsaganaki Κατσαγάνακι (n. sg.) 00,002 [5] 37° 27′ 56″ N, 27° 0′ 3″ O37.465576627.0008326
Kounelonisi
(Kouneli, Kounelli)
Κουνελονήσι (n. sg.)
(Κουνέλι, Κουνέλλι)
00,213 [4] 37° 25′ 42″ N, 26° 58′ 47″ O37.428387926.9797611

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste Besiedelung im 3. Jahrtausend v. Chr. belegen archäologische Ausgrabungen von 2006 bis 2010 bei Kastraki. Im Mittelalter war Agathonisi ein Stützpunkt von Piraten. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Insel zunehmend von Patmos besiedelt.[6]. Der alte Name der Insel ist Gaidaros, der antike Name Tragea.

Gemeinde[Bearbeiten]

Der Hafenort Agios Georgios

Im Gegensatz zu vielen griechischen Gemeinden die durch die Verwaltungsreform von 2010 geschaffen wurden, existiert die Gemeinde Agathonisi bereits seit 1954. Damals wurde Agathonisi mit dem umliegenden Inseln als selbstständige Landgemeinde von der Gemeinde Patmos abgetrennt.

Die bewohnten Orte Megalo Chorio (‚großes Dorf‘ auch Megalo Agathonisi), Mikro Chorio (‚kleines Dorf‘ auch Mikro Agathonisi) [7] liegen vom Meer aus nicht sichtbar oberhalb der Hafenbucht Ormos Agios Georgios. Daneben existiert der Hafenort Agios Georgios (Άγιος Γεώργιος) und im Nordosten das seit den 1960er Jahren unbewohnte Katholiko (Καθολικό).

Einwohnerentwicklung von Agathonisi [8]
Name griechischer Name 1947 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011
Megalo Chorio Μεγάλο Χωριό (n. sg.) k.A. k.A. 149 129 106 092 144 168
Mikro Chorio Μικρό Χωριό (n. sg.) k.A. k.A. 040 031 027 020 014 017
Gemeinde Agathonisi 193 196 189 160 133 112 158 185

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Bevölkerung lebt von der zurückgehenden Landwirtschaft, dem Fischfang (mittlerweile gibt es zwei Fischfarmen) und dem immer wichtiger werdenden Individual-Tourismus.

Die Fährverbindungen sind unregelmäßig. Nur ein kleiner Teil des kleinen Wegenetzes ist asphaltiert. Über den nächstgelegen Flughafen in Samos erfolgt die Anbindung an den nationalen und internationalen Flugverkehr. Nordöstlich oberhalb von Megalo Chorio befindet sich für Notfälle ein Hubschrauberlandeplatz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. a b  Ελληνική Στατιστική Αρχή (EΛΣΤΑΤ) (Hrsg.): Στατιστική Επετηρίδα της Eλλάδος (Statistical Yearbook of Greece) 2009 & 2010. Piräus 2011, S. 47.
  3.  Johannes Foufopoulos: The reptile fauna of the Northern Dodecanese (Aegean Islands, Greece). In: Herpetozoa. 10, Nr. 1/2, Wien Juli 1997 (PDF-Datei).
  4. a b c  Charles Arnold (Hrsg.): Die Inseln des Mittelmeers. Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. 2. Auflage. marebuchverlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86648-096-4.
  5. a b c d  Maria Panitsa, Dimitris Tzanoudakis: Contribution to the study of the Greek flora: Flora and vegetation of the E Aegean islands Agathonisi and Pharmakonisi. In: Willdenowia. Nr. 28, 1998, ISSN 0511-9618, S. 95–116.
  6. Αρχαιολογικά Νέα, Τεύχος 116, Seite 9
  7. Agathonisi, Ministerium für Handelsmarine, Ägäis und Inselpolitik, griechisch. Ypai.gr. Abgerufen am 20. August 2010.
  8. Einwohnerzahlen von Agathonisi 1947–2091, Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch)

Weblinks[Bearbeiten]