Kythnos

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Gemeinde Kythnos
Δήμος Κύθνου (Κύθνος)
Kythnos (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Südliche Ägäis
Regionalbezirk: Kea-Kythnos
Geographische Koordinaten: 37° 23′ N, 24° 25′ O37.38333333333324.416666666667Koordinaten: 37° 23′ N, 24° 25′ O
Fläche: 100,187 km²
Einwohner: 1.436 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 14,3 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Kythnos
Sitz: Chora Kythnou
LAU-1-Code-Nr.: 821100
Gemeindebezirke: 1 Gemeindebezirk
Ortschaften: 2 Ortschaften
Website: www.kythnos.gr
Lage in der Region Südliche Ägäis
Datei:2011 Dimos Kythnou.png

f9f8

Die griechische Insel Kythnos (griechisch Kύθvoς (f. sg.)) zählt zu den westlichen Kykladen. Sie bildet zusammen mit der Felseninsel Piperi eine Gemeinde (δήμος, Dimos) in der Region Südliche Ägäis. Auf der Insel leben 1.456 Einwohner davon 561[1] im gleichnamigen Hauptort.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Zusammen mit Kea, Serifos und Sifnos bildet Kythnos die westliche von Norden nach Süden verlaufende Inselkette der Kykladen. Kythnos liegt etwa 11,5 km südöstlich von Kea und mehr als 13 km nördlich von Serifos. Die Insel Syros liegt 33 km und das unbewohnte Eiland Piperi 8,7 km östlich. Vom Kap Kefalos im Norden bis zum Kap Agios Dimitrios beträgt die Länge etwa 21 km. Die Breite liegt in Ost-West Richtung zwischen 8,6 km und 3,6 km. Die Fläche beträgt 99,432 km².[2]

Dryopis im Inselinneren

Die Morphologie der Insel ist gekennzeichnet durch hügeliges bis bergiges Gelände, sowie eine stark gegliederte Küste mit zahllosen kleinen Buchten. Zwei von Nordnordost nach Südsüdwest verlaufende Bergzüge dominieren die Insel. Der kleinere im Nordwesten ist nahezu parallel zur Küste ausgerichtet und stellt mit dem Kakovolo (Κακόβολο 356 m) die höchste Erhebung der Insel dar. An der Nordostküste liegt das Heilbad Loutra (Λουτρά) an der gleichnamigen Bucht (Ormos Loutron Όρμος Λουτρών). Getrennt werden die Bergzüge durch die Hochfläche mit dem Hauptort Kythnos auf etwa 100 m. Der Profitis Ilias östlich von Kythnos ist mit 326 m höchste Erhebung des zweiten Bergzuges. Dieser wird nach Süden hin zunächst niedriger. Der Petrovouni (Πετροβούνι 211 m) und der Agios (΄Αγιος 263 m) bilden den Übergang zur Larni-Merovigli Bergkette (Λάρνι-Μεροβίγλι) südlich von Dryopis, die höchste Erhebung liegt bei 318 m. Danach verjüngt sich die Insel zusehends, die Höhen erreichen um 200 m. Das Gelände ist schroff mit teilweise steil abfallender Felsenküste. Zahlreiche kleine Trockenbäche entwässern die winterlichen Niederschläge, die Einzugsgebiete liegen unter 2 km².

Geschichte[Bearbeiten]

Durch Archäologische Ausgrabungen wurde bei Maroulas im Nordosten eine Siedlung des Mesolithikums mit einigen Gräbern aus dem 9. Jahrtausend v. Chr. freigelegt. Dabei handelt es sich um den ältesten bekannten Ort der Kykladen.[3] Der Abbau und die Verhüttung von Kupfer während der frühen Bronzezeit (FK II) ist von mehreren Fundstätten bekannt. Der Fundort Skouries zeigt, dass die natürlichen örtlichen Gegebenheiten zum Ausschmelzen genutzt wurden. Hinweise auf die Extraktion von Kupfer geben zahlreiche Artefakte. Zudem werden mehrere aus Schiefer angelegte Rundbauten als Schmelzöfen interpretiert. Da auch Kupfer von Sifnos verarbeitet wurde, wird Skouries als eine auf die Extraktion von Kupfer spezialisierte Stätte und zentrale Kupferhütte der Ägäis angesehen. Analysen belegen den Handel des ausgeschmolzenen Kupfers auf das Festland und nach Kreta. [4]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kythnos untergliedert sich in zwei Ortsgemeinschaften. Nach der Volkszählung 2011 hatte sie 1.456 Einwohner. Diese wohnen überwiegend in den beiden größten Orten Messaria bzw. Kythnos (lokal auch Chora, 561 Einwohner) und Dryopis (lokal auch Chorio, 325 Einwohner).

Ortsgemeinschaft griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2011 Dörfer und Inseln
Kythnos Τοπική Κοινότητα Κύθνου 63020001 49,961 746 787 Kythnos, Agia Irini, Agios Stefanos, Apokrisi, Loutra
Dryopis Τοπική Κοινότητα Δρυοπίδος 63020002 50,226 862 669 Dryopis, Agios Dimitrios, Aosa, Gandromandra, Episkopi, Kalo Livadi, Kanala, Lefkes, Liotrivi, Merichas, Piperi, Skylos, Flambouria
Gesamt 6302 100,187 1608 1456

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Vom Hafen in Merichas bestehen regelmäßige Verbindungen mit Lavrio, Piräus und zu den Nachbarinseln.

Die beiden Busse für den öffentlichen Personennahverkehr befinden sich in Privatbesitz. Bedient werden die Strecken von Merichas über Kythnos nach Loutra sowie von Merichas über Dryopis nach Panagia Kanala.

Für Notfälle existiert ein Hubschrauberlandeplatz.

Energieversorgung[Bearbeiten]

Bis zur Inbetriebnahme des ersten Windparks Europas erfolgte die Versorgung von Kythnos ausschließlich durch ein Ölkraftwerk. Im Jahr 1982 wurden fünf Windenergieanlagen mit einer Leistung von 100 kW ins Versorgungsnetz einbezogen. Eine 100-kW-Photovoltaikanlage folgte ein Jahr darauf. Beide Anlagen wurden später in ein autonomes zentrales Hybridkraftwerk integriert. Im Rahmen mehrerer von der EU geförderten Projekte wurde die Anlage kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. Unter optimalen Bedingungen erreicht das Hybridkraftwerk eine Leistung von 765 kW. Bei geringerem Strombedarf können die Dieselaggregate komplett abgeschaltet werden. [5]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Noch heute dienen der Fischfang und die eher dürftige Landwirtschaft auf der kargen Insel als Haupteinnahmequellen. Als Ferieninsel wird Kythnos vor allem von Athenern besucht. In der Nähe von Dryopis liegt die Schauhöhle Katafiki. In Loutra gibt es auch ein kleines Thermalbad mit heißen Quellen gegen Frauenleiden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2.  Ελληνική Στατιστική Αρχή (EΛΣΤΑΤ) (Hrsg.): Στατιστική Επετηρίδα της Eλλάδος (Statistical Yearbook of Greece) 2009 & 2010. Piräus 2011, S. 47.
  3. Maroulas on Kythnos, Foundation of the Hellenic World (englisch)
  4.  Eva Alram-Stern (Hrsg.): Die Ägäische Frühzeit. 2. Serie. Forschungsbericht 1975–2002. Die Frühbronzezeit in Griechenland mit Ausnahme von Kreta. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 978-3-7001-3268-4, S. 856–858.
  5. Inselnetze mit hohem Anteil Erneuerbarer Energien auf der griechischen Insel Kythnos, Kasseler Symposium Energiesystemtechnik (PDF; 482 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kythnos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien