Tilos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Tilos
Δήμος Τήλου (Τήλος)
Tilos (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Südliche Ägäis
Regionalbezirk: Rhodos
Geographische Koordinaten: 36° 26′ N, 27° 22′ O36.42916666666727.367222222222Koordinaten: 36° 26′ N, 27° 22′ O
Fläche: 64,525 km²
Einwohner: 780 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 12,1 Ew./km²
Sitz: Megalo Chorio
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: keinef7
Lokale Selbstverwaltung: f12f122 Ortsgemeinschaften
Website: www.tilos.gr
Lage in der Region Südliche Ägäis
Datei:2011 Dimos Tilou.png

f9f10f8

Tilos (griechisch Τήλος (f. sg.), in der Antike Telos, zwischenzeitlich auch griechisch Πισκοπή, Piskopí oder Episkopí) ist eine griechische Insel in der Ägäis und eine der zwölf Hauptinseln des Dodekanes. Zusammen mit einigen unbewohnten Inselchen (u.a. Anditilos und Gaidouronisi) bildet sie eine Gemeinde (δήμος, Dimos) in der Region Südliche Ägäis.

Geographie[Bearbeiten]

Livadia
Hafenbecken von Livadia

Sie liegt nordwestlich von Rhodos und acht Seemeilen südöstlich der Insel Nisyros. Ihre Fläche beträgt 61,487 km²[2] und die höchste Erhebung (Profitis Ilias) erreicht 612 m. Bewohnt ist die Insel laut Zensus 2011 von 780 Einwohnern (1991 waren es 279 Bewohner).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsgemeinschaft griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2011 Dörfer und Inseln
Megalo Chorio Τοπική Κοινότητα Μεγάλου Χωρίου 69040001 34,900 255 296 Megalo Chorio, Agios Andonios, Gaidaros
Livadia Τοπική Κοινότητα Λιβαδίων 69040002 29,625 278 484 Livadia, Anditilos
Gesamt 6904 64,525 533 780

Geschichte[Bearbeiten]

In der Charkadio-Höhle wurden bei Ausgrabungen im Jahr 1971 viele Knochen von Zwergelefanten entdeckt. Bei der letzten Grabungskampagne wurden Reste eines noch kleineren Elefanten (Palaeloxodon antiquus falconeri) entdeckt. In einem kleinen Museum im Ort Megalo Chorio sind einige der Funde ausgestellt.

Die antike Dichterin Erinna, eine Freundin Sapphos, soll nach Berichten des Eustathios um 610 v. Chr. auf der Insel gelebt haben.

1309/10 begann die Herrschaft des Johanniterordens über Tilos, die bis zur Belagerung von Rhodos im Jahr 1522 andauerte. Zahlreiche Wehrbauten entstanden während dieser Zeit.[3] Daraufhin gehörte Tilos bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum Machtbereich des Osmanischen Reiches, bis die Insel 1912 im Zuge des italienisch-türkischen Kriegs durch Italien besetzt wurde. Von 1923 bis 1943 war Tilos (Piskopí) Teil der italienischen Ägäis-Inseln.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war Tilos von Einheiten der deutschen Wehrmacht besetzt. Als 1944 und im Frühjahr 1945 britische und verbündete Truppen der Heiligen Schar auf der Insel landeten, kam es zu mehreren Gefechten. Noch heute zeugt vielerorts verrostetes Kriegsmaterial von der Schwere der Kämpfe. Erst am 8. Mai 1945 wurde auf der Nachbarinsel Symi ein Übergabeabkommen für die südöstliche Ägäis unterzeichnet.[4]

Seit dem 7. März 1948 gehört Tilos offiziell zum Staat Griechenland.

Naturschutz[Bearbeiten]

Die Tilos Park Association (TPA) unterstützt seit 2003 den Naturschutz auf Tilos und fördert den Ökotourismus. Von 2004 bis 2008 lief ein LIFE-Programm der Europäischen Union zum Schutz der heimischen Vogelwelt, darunter der Eleonorenfalke, Habichtsadler und die Krähenscharbe.[5] Die Naturschutzaktivitäten wurden noch unterstützt durch die Teilnahmen am Projekt Natura 2000.[6]

Auszeichnung[Bearbeiten]

Für ihre langjährigen Bemühungen um den Vogelschutz, insbesondere für die Durchsetzung eines Jagdverbotes seit 1993 wurde die Gemeinde 2009 mit dem Euronatur-Umweltpreis ausgezeichnet.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tilos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Tilos – Reiseführer

Literatur[Bearbeiten]

  • Annette Spangenberg, Stefan Heitmann: Tilos – Schatzinsel in der Ägäis. Euronatur Service, Radolfzell 2013, ISBN 978-3-00-042508-0.
  • Tílos (ή Τήλος). In: Ingeborg Lehmann: Griechische Inseln. Teil 3: Die Dodekanes. Kurt Schroeder Verlag, Leichlingen bei Köln 1985, ISBN 3-87722-379-6, S. 260–283.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2.  Ελληνική Στατιστική Αρχή (EΛΣΤΑΤ) (Hrsg.): Στατιστική Επετηρίδα της Eλλάδος (Statistical Yearbook of Greece) 2009 & 2010. Piräus 2011, S. 47.
  3. Michael Losse: Burgen und Befestigungen des Johanniter-Ordens auf den Dodekanes-Inseln Tílos, Chálki und Alimiá. Teil I, In: Heinz Müller (Hrsg.); Burgenforschung aus Sachsen. 17/2, Beier & Beran, Langenweißbach 2004, ISBN 3-937515-10-3 (formal falsche ISBN), S. 98–129.
  4. Neuere Geschichte der Insel Tilos
  5. TILOS - Conservation management of an Island SPA LIFE04 NAT/GR/000101
  6. Projekt der Europäischen Kommission
  7. Griechische Inselgemeinde schützt Zugvögel aus Deutschland, Tilos erhält EuroNatur-Preis für engagierten Zugvogelschutz, Presseinformation vom 7. Oktober 2009 [1]