Aikoku Maru

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Aikoku Maru
Aikoku Maru

Aikoku Maru

p1
Schiffsdaten
Flagge JapanJapan Japan
Eigner Ōsaka Shōsen KK
Bauwerft Tama Shipbuilding, Tama
Kiellegung 29. Dezember 1938
Indienststellung 1941
Verbleib Durch Luftangriff am 17. Februar 1944 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
150 m (Lüa)
Breite 20 m
Verdrängung 10.437 t
Maschine
Maschine 2 Mitsubishi B&W Diesel mit je zwölf Zylindern
Maschinen-
leistung
15.833 PS (11.645 kW)
Geschwindigkeit max. 20,9 kn (39 km/h)

Die Aikoku Maru (jap. 愛国丸, dt. „Landesliebe, Patriotismus“) war ein japanisches Fracht- und Passagierschiff, das während des Zweiten Weltkrieges zu militärischen Zwecken genutzt wurde und während der Operation Hailstone versenkt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff wurde für die Reederei Ōsaka Shōsen KK (heute Shōsen Mitsui) gebaut, die in Ōsaka ihren Sitz hatte, und konnte neben der Fracht bis zu 400 Passagiere befördern, davon 48 in der Ersten Klasse, ebenso viele in einer Spezialabteilung der Dritten Klasse und 304 in der normalen Dritten Klasse. Eigentlich sollte die Aikoku Maru zusammen mit ihren Schwesterschiffen Gokoku Maru und Hōkoku Maru zwischen Afrika und Japan verkehren; dieser Plan konnte jedoch nie verwirklicht werden.

Es wurde schon im selben Jahr von der Kaiserlich Japanischen Marine requiriert und umgebaut; ab dem 5. September 1941 war die Aikoku Maru für die japanische Kriegsmarine registriert. Kommandeur wurde der 38-jährige Okamura Masao. Bewaffnet wurde das Schiff mit acht Geschützen, vier Torpedorohren und Maschinengewehren; dazu kamen noch zwei Aufklärungsflugzeuge. Die Aikoku Maru war ein schnelles Schiff und wurde vorzugsweise für Aufklärungsfahrten genutzt. Sie war an der Versenkung der St. Vincent im Dezember 1941 beteiligt und wurde anschließend noch mehrfach gegen US-amerikanische Frachter eingesetzt.

Am 16. Juli 1943 wurde sie von dem U-Boot USS Halibut getroffen und schwer beschädigt. Nachdem sie repariert worden war, wurde die Aikoku Maru vornehmlich als Truppentransporter genutzt. Am 17. Februar 1944 wurde sie östlich von Dublon (heute Tonoas) von Bombern der Flugzeugträger USS Intrepid und USS Essex versenkt. Bug und Brücke wurden dabei komplett zerstört.

Die Versenkung der Aikoku Maru

Das Schiff hatte an diesem Tag in der Nähe einiger anderer Schiffe wie der San Francisco Maru und der Nippo Maru bei dem Kanal zwischen den Inseln Etten und Dublon des Chuuk-Atolls geankert. Eine Fotografie aus den frühen Morgenstunden des Tages der Versenkung zeigt sie noch unbeschädigt, doch schon im Morgengrauen erhielt sie den ersten Bombentreffer und ein Feuer brach an Bord aus. Danach, gegen 8.15 Uhr, wurde das Schiff noch drei weitere Male von Bomben getroffen. Im Zuge des Angriffs, der von Bombern der Intrepid und der Essex geflogen wurde, ging auch eines der Kampfflugzeuge der Intrepid verloren. Entweder fielen der Pilot James Erwin Bridges und seine Crew Robert Ellis Bruton und James Albert Greem den Bomben ihrer Kameraden von der Essex zum Opfer oder ihr Flugzeug wurde noch von Flugabwehrgeschossen der Aikoku Maru getroffen. Das genaue Schicksal der Besatzung des Flugzeugs lässt sich nicht mehr aufklären, obwohl der Beschuss der Aikoku Maru fotografisch dokumentiert ist. Eine gewaltige Explosion an Bord erzeugte eine Wolke, die einem Atompilz ähnlich sah. Sie stieg innerhalb weniger Sekunden auf und ebenso schnell sank das zerstörte Schiff. Mindestens 450 Personen kamen dabei zu Tode. Am 30. März 1944 wurde das Schiff aus dem Schiffsregister gestrichen.

Die Überreste des Schiffes, das in einer Tiefe von 60 Metern an der Position 7° 22′ 22″ N, 151° 54′ 42,6″ O7.3727777777778151.91183333333Koordinaten: 7° 22′ 22″ N, 151° 54′ 42,6″ O auf dem Meeresgrund liegt, wurden 1969 von Jacques-Yves Cousteau und seiner Besatzung entdeckt und dokumentiert. In dem Wrack befanden sich damals noch die Leichen von mehreren hundert Soldaten. Zahlreiche Knochen wurden in den 1980er Jahren geborgen und teils beigesetzt, teils nach shintoistischem Brauch verbrannt, weitere sterbliche Überreste von Soldaten befinden sich noch immer in dem Schiff. An Deck des Wracks wurde 1994 eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Toten angebracht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alberto Vanzo, Aikoku Maru, in: Egidio Trainito (Hg.), Abenteuer Wracktauchen. Auf den Spuren versunkener Welten, White Star Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-86726-120-3, S. 206–209

Weblinks[Bearbeiten]