William F. Halsey

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Admiral Halsey (1945)

William Frederick „Bull“ Halsey, Jr. (* 30. Oktober 1882 in Elizabeth, New Jersey; † 20. August 1959 auf Fishers Island, New York) war ein US-amerikanischer Fleet Admiral und während des Zweiten Weltkriegs im Pazifik Kommandeur einer Flotte der US Navy.

Leben[Bearbeiten]

Halsey war der Sohn eines Kapitäns der US-Navy. Er besuchte die Pingry Schule, studierte um 1900 Medizin an der Universität von Virginia und absolvierte von 1900 bis 1904 die United States Naval Academy. Er diente dann als Fähnrich auf Schlachtschiffen, wo er 1909 Leutnant wurde. Er war danach auf Torpedobooten stationiert, die er ab 1912 kommandierte, um 1913 als Lieutenant Commander und Befehlshaber einer Torpedobootflottille.

Während des Ersten Weltkriegs kommandierte Halsey Zerstörer im Atlantik, die die Aufgabe hatten, Transportschiffe zu eskortieren. Bereits während dieser Zeit errang er hohe Auszeichnungen wie etwa das Navy Cross, die zweithöchste Auszeichnung der Marine.

Von 1922 bis 1925 arbeitete Halsey als Marineattaché in Berlin, anschließend führte er zwei Zerstörergeschwader. 1927 wurde er zum Captain (Kapitän zur See) befördert und kommandierte Mitte der 1930er Jahre den Flugzeugträger USS Saratoga, später die Naval Air Station Pensacola.

1938 folgte die Beförderung zum Konteradmiral und 1940 die zum Vizeadmiral. Als solcher befehligte er die Flugzeugträgerkräfte der US-Pazifikflotte. Zum Zeitpunkt des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor befand sich Halsey an Bord der USS Enterprise, die eine Ladung Flugzeuge nach Wake transportierte. Am 8. Dezember 1941 erreichte die Enterprise den fast vollständig zerstörten Stützpunkt, Halsey erklärte einige Jahre später, dass dies der schlimmste Moment in seiner Karriere gewesen sei. Nach dem japanischen Angriff war die USS Enterprise das nahezu einzige noch vollständig kampfbereite Kriegsschiff der USA im westlichen Pazifik.

Während der ersten sechs Kriegsmonate nahm eine Flugzeugträgerflotte der Pazifikflotte unter Führung von Halsey an mehreren Luftangriffen auf von Japan besetzte Inseln teil, unter anderem am Doolittle Raid. Zur Zeit der Schlacht um Midway befand er sich zur medizinischen Behandlung in den USA.

Im Oktober 1942, während der Schlacht um Guadalcanal, wurde Halsey als Nachfolger von Robert L. Ghormley zum Befehlshaber der US-Flotte im Südpazifik ernannt und am 18. November 1942 zum Admiral befördert. Im Jahr 1943 übernahm er den Befehl über die neugebildete 3. US-Flotte, die unter Halseys Kommando an den Kämpfen um die nördlichen Salomonen und an der Operation Cartwheel teilnahm. Die beiden Admiräle Halsey und Spruance wechselten sich in der Führung der Big Blue Fleet ab, die unter Spruance die Bezeichnung 5. Flotte führte. Die Task Force 38 der 3. US-Flotte unter Halseys Kommando geriet am 18. Dezember 1944 etwa 200 Seemeilen östlich der Philippinen in den schweren Taifun Cobra, drei Zerstörer kenterten, neun Schiffe wurden schwer beschädigt, und 790 Seeleute kamen ums Leben. Die Flotte war unter Halseys Kommando an einigen weiteren Schlachten, unter anderem der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte, sowie bei Angriffen auf Landziele im Südchinesischen Meer und auf die japanischen Inseln im Einsatz. Am 29. August führte Halsey an Bord seines Flaggschiffs USS Missouri die Flotte in die Bucht von Tokio, wo am 2. September die Kapitulation Japans unterzeichnet wurde.

Nach Kriegsende wurde Halsey am 21. Dezember 1945 als viertem und letzten Offizier der US-Marine der Rang eines Flottenadmirals verliehen. Im März 1947 trat er aus dem aktiven Dienst zurück. Nach seiner Pensionierung war er bis 1957 im Vorstand von zwei Tochtergesellschaften der International Telephone and Telegraph Company. 1959 starb er auf Fishers Island (New York) und er wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elmer B. Potter: Bull Halsey. A Biography. Naval Institute Press, Annapolis MD 1985, ISBN 0-87021-146-3.
  • Walter R. Borneman: The Admirals. Nimitz, Halsey, Leahy and King – The Five-Star Admirals who won the War at Sea. Little Brown and Company, New York NY 2012, ISBN 978-0-316-09784-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: William F. Halsey, Jr. – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter R. Borneman: The Admirals. Nimitz, Halsey, Leahy and King – The Five-Star Admirals who won the War at Sea. 2012, S. 43.
  2. Handbuch zu Wing Commander Arena, Star*Soldier