Alan Stivell

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Alan Stivell auf dem Bardentreffen in Nürnberg, 27. Juli 2007

Alan Stivell (* 6. Januar 1944 in Riom in Frankreich; eigentlich Alan Cochevelou) ist ein französischer Musiker und Sänger bretonischer Musik. Er ist besonders als Harfenist und für seine Verbindung von Folk und Rockmusik bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Stivell wuchs in Morbihan in der Südbretagne und in Paris auf und erlernte schon als kleines Kind das Klavierspiel. Sein Vater, Jord (Georges) Cochevelou, entwickelte die erste Keltische Harfe der Neuzeit, nachdem dieses Instrument über Jahrhunderte weder gebaut noch gespielt worden war. Als Alan neun Jahre alt war, begann er, auf dieser Harfe zu spielen, und trat schon wenig später erstmals öffentlich auf. 1957 begann er damit, die bretonische Sprache und das Dudelsackspielen zu erlernen. 1966 baute sein Vater für ihn eine Bardische Harfe, die im Gegensatz zur Keltischen Harfe mit Bronzesaiten bespannt ist. 1967 nahm Alan Cochevelou den Künstlernamen „Alan Stivell“ an. Stivell bedeutet „Quelle“ auf Bretonisch. Der Name verweist auf seinen französischen Namen Cochevelou, einer Umdeutung von Bretonisch kozh stivelloù („die alten Quellen“). Für Stivell waren die Keltische und die Bardische Harfe Medien, sich mit der lange Zeit nahezu unbekannten und verachteten bretonisch-keltischen Kultur und Mythologie verbunden zu fühlen. Durch zahlreiche weltweite Auftritte machte er die Keltische Harfe zu einem populären Instrument. Durch seinen Gesang, unter anderem in Bretonisch, Walisisch, Irisch und schottisch-gälisch, stellte er als einer der Ersten die geschichtliche und kulturelle Verbundenheit des inselkeltischen Siedlungsraumes in den Mittelpunkt.

Seit den 1980er Jahren konstruiert er eigene Harfen, sowohl im herkömmlichen Stil als auch elektroakustische. Alan Stivell sang als erster Folkmusiker das bretonische Volkslied Son Ar Chistr („Lied vom Cidre“) auf seinem 1970 erschienenen Album Reflets, das von der niederländischen Formation Bots in Deutschland unter dem Titel Sieben Tage lang große Bekanntheit erlangte.

Im Mai 2009 intonierte Stivell die bretonische Nationalhymne im Stade de France vor Anpfiff des rein bretonischen Endspiels um den französischen Fußballpokal zwischen Stade Rennes (Stad Roazhon) und EA Guingamp (War-raok Gwengamp). Am 10. September 2011 stand Alan Stivell beim Festival Mediaval in Selb zum ersten Mal seit 2007 wieder live in Deutschland auf der Bühne.[1]

Adaptionen[Bearbeiten]

Die französische Hip-Hop-Formation Manau adaptierte den Refrain des durch Stivell bekannt gewordenen Liedes Tri Martolod für ihren Hit La tribu de Dana, wodurch es zu Rechtsstreitigkeiten zwischen beiden Parteien kam. 2008 wurde die Melodie von Tri Martolod ebenfalls von der Folk-Metal-Band Eluveitie für ihren Song Inis Mona adaptiert. Nolwenn Leroy trat 2012 zusammen mit Stivell auf und interpretierte dabei mehrere seiner Stücke. Die deutsche Band Santiano veröffentlichte ebenfalls eine Version von Tri Martolod.

Diskografie[Bearbeiten]

Eigene Alben[Bearbeiten]

  • 1970: Reflets
  • 1972: Renaissance de la Harpe Celtique
  • 1972: Olympia Concert
  • 1973: Chemins de terre
  • 1974: E Langonned
  • 1975: E Dulenn (In Dublin)
  • 1976: Trema’n Inis (Vers l'île)
  • 1977: Raok dilestra (Before Landing)
  • 1978: Un dewezh ’Barzh ’gêr (Journée à la maison)
  • 1979: Tro Ar Bed (International Tour)
  • 1980: Symphonie Celtique (Tir na nOg)
  • 1981: Terre des vivants
  • 1983: Légende
  • 1985: Harpes du nouvel âge
  • 1991: The Mist of Avalon
  • 1993: Again
  • 1995: Brian Boru
  • 1998: 1 Douar (One Earth)
  • 1999: The Best Of
  • 2000: Back to Breizh
  • 2001: Au-delà des mots
  • 2003: Stade de France 2002
  • 2006: Explore
  • 2009: Emerald
  • 2012: Ar Pep Gwellan (Best of Alan Stivell)
  • 2013: 40th Anniversary Olympia 2012 (CD live & DVD)

Alben in Zusammenarbeit mit anderen Musikern[Bearbeiten]

  • 1973: Ar C’hoarezed Goadeg (À Bobino)
  • 1974: Bagad Bleimor
  • 1989: Kate Bush (Sensual World)
  • 1993: České Srdce (Srdce Z Avalonu)
  • 1994: Glenmor (An Distro Et voici bien ma Terre)
  • 1999: Armens; Dan Ar Braz & L’Héritage des Celtes; Gilles Servat; Tri Yann (Bretagnes à Bercy)
  • 1999: Soïg Sibéril (Gwenojenn)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe die Festivalseite

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alan Stivell – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien