Alek Epstein

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Alek D. Epstein in Kiew 2011

Alek D. Epstein (* 18. April 1975 in Moskau) ist ein bekannter russisch-israelischer Soziologe, Politologe und Historiker. Er lebt und arbeitet in Jerusalem und Moskau, und nimmt an zahlreichen wissenschaftlichen Ausbildungsprojekten sowie an verschiedenen Mehschenrechts-Initiativen in den beiden Ländern teil. Er gilt als Experte für israelische Geschichte und Politik von und für den arabisch-israelischen Konflikt. Er forscht über den Beitrag der Intellektuellen zur Entstehung der Zivilgesellschaft, über die Entwicklung des zivilen Ungehorsams als einen Indikator des Wandels der zivil-militärischen Beziehungen, über die Entwicklung der Judaistik als ein Forschungsfeld in verschiedenen Ländern, über die Entstehung der Palästinischen Flüchtlingsproblems und die erfolglosen Lösungsansätze verschiedener Aspekte der professionellen und sozialen Integration der Einwandererforscher in Israel sowie über andere verwandte Fragen. Alek D. Epstein hat mehr als 160 Beiträge in verschiedenen Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht, er ist Autor von mehr als 14 Büchern über Israel und den Nahen Osten, die auf Russisch veröffentlicht sind. Er nimmt am sozialen und öffentlichen Leben in Russland teil. Er ist auch als Menschenrechtsaktivist bekannt. Seine Bücher Die Gedankenpolizei: Gewalt, Experte und die Anti-Extremismus-Kampagne im heutigen Russland, das er zusammen mit Oleg Wassiliew geschrieben hat, und Die Schutz der Gewalt gegen die Kritik der Gesellschaft: Zehn Jahre Anti-Extremismus-Kampagne im zeitgenössischen Russland waren unter den wichtigsten Werken über das intellektuelle Andersdenken im russischen öffentlichen Leben. Mit den Büchern “Der totale Krieg: Kunstaktivismus in der Zeit der Tandemokratie, sowie Kunst auf den Barrikaden: “Pussy Riot”, die “Buss-Ausstellung” und die Protestkunstaktivismus und Die geistliche Schlacht von Wiktor Bondarenko und Jewgenia Maltzewa und der Kampf der heiligen Bilder fur ein neues Leben in der Kunst hat er noch mehr Ansehen als Zivilaktivist und Kunst-soziologe gewonnen. Auch er ist der Vorsitzende der Jury des Alternativen Preises für Kunst-Aktivismus in Russland.

Berufliche Biografie[Bearbeiten]

Alek D. Epstein[1] schloss sein Studium an der Hebräischen Universität, Jerusalem im Jahre 1999 ab. Seine PhD- und MA-Dissertationen wurden von Martin van Creveld und Baruch Kimmerling betreut. Seit 1999 ist er Mitarbeiter der Soziologie-, Politologie- und Kommunikationabteilung der Offenen Universität von Israel.[2]. Er hielt Vorlesungen an der Abteilung Soziologie der Rothberg International School und dem Chais-Zentrum[3] der Hebräischen Universität Jerusalem und an der Kommunikation- und Journalismusschule von Tel-Aviv. Während 12 Jahren lehrte er Soziologie an der Judaistikabteilung des Lehrstuhls für die Länder Afrikas und Asiens der Moskauer Staatlichen Universität.

Epstein bezeichnet sich als Atheist und Humanist, tritt für die Grundrechte und für die Gleichberechtigung aller Menschen ein. Er unterstützt homosexuelle Ehen und spricht sich zugunsten der Adoption von Kindern durch homosexuellen Paare aus. Er ist ein Gegner der Todesstrafe und lehnt die Idee eines starken Nationalstaates ab. Sein Buch "Gedankenpolizei: die Gewalt, die Experten und Anti-Extremismuskampagne im heutigen Russland"[4], das er zusammen mit Oleg Wasiliew schrieb, ist ein Werk, das dem zeitgenössischen Andersdenken in Russland gewidmet ist. Epstein hat als Koordinator beim russischsprachigen Chais-Program zu den Jüdischen Studien der Offenen Universität von Israel gearbeitet und dadurch dauerhafte Beziehungen mit führenden russischen Universitäten entwickelt. Vom 2006 bis zum 2008 hat er unter anderen mit den Universitäten Staatliches Moskauer Institut für Internationale Beziehungen, Staatliche Universitaet von Nischschnij-Nowgorod, Staatliche Gorki-Universität des Uralgebiets (Ekaterinburg), Staatliche Universität Tomsk, Staatliche Universität Kasan und anderen Verträge geschlossen. Seine Artikel sind in Zeitschriften und Sammelbänden dieser Hochschulen publiziert worden.

Im November 2012 hat er den Alternativen Preis für Kunstaktivismus in Russland gestiftet und ist seither als Vorsitzender der Jury tätig. Unter den Preisträgern waren unter anderen Matwej Krilow, Artem Loskutow, Maria Kisselewa und die Gruppe Pussy Riot. Die Preisverleihung war im Rahmen der Media-Impact-Sammlung im Swerew-Zentrum für moderne Kunst am 4. Dezember 2012 organisiert. [5]

Sein Name ist in die Verzeichnisse 2000 Hervorragende Intellektuellen des 21. Jahrhunderts (englisch: 2000 Outstanding Intellectuals of the 21st Century, fünfter Verlag) und Wer ist Wer in der Welt (englisch: Who is Who in the World, sechsundzwanzigster Verlag) aufgenommen.

Forschung[Bearbeiten]

Aleks PhD-Dissertation ist der israelischen politischen Kultur in der Periode von Hegemonie der Arbeitsbewegung gewidmet. Später leitete er die Forschung nach der Entwicklung der Soziologie in der israelischen Gesellschaft und die interkulturellen Dialoge zwischen Wissenschaftlern und Lehrern aus der ehemaligen UdSSR und ihren israelischen Kollegen. Als anerkannter Experte im Bereich der israelischen Geschichte und Politik und des Arabisch-Israelischen Konfliktes studierte er die Einwirkung der Intellektuellen auf die Ängste der Zivilgesellschaft, über die Entwicklung der bewussten Befehlsverweigerung als ein Anzeiger eines Wechsels in den Modellen von Zivil-Militärverhältnissen[6], über die Entwicklung der Judaistik als ein Forschungsfeld in verschiedenen Ländern[7], über die Entstehung des Palästinensisches Flüchtlingsproblems und die erfolglosen Versuche es zu lösen, über verschiedene Aspekte der beruflichen und sozialen Integration von eingewanderten Wissenschaftlern in Israel, über bilaterale Beziehungen zwischen Israel und Russland[8] und viele andere.

Forschungsstipendien[Bearbeiten]

Alek Epstein wurde von zahlreichen Instituten Stipendien verliehen, darunter das Theodor-Herzl-Stipendium. Seine Forschungstätigkeit wurde von folgenden Stiftungen gefördert: Bernard-Cherrick-Zentrum für die Studien des Zionismus und der Geschichte Israels, das Minerva-Zentrum für Menschenrechte (zweimal), die Leslie and Vera Keller Foundation for Enhancement of the Jewish Heritage, das Lavon-Institut für die Geschichte der israelischen Arbeiterbewegung, das Schainezentrum für Sozialforschung, die David-Asseo-Stiftung und die Verwaltung für Forschung und Entwicklung der Offenen Universität von Israel.

Wissenschaftliche Kongresse[Bearbeiten]

Alek Epstein war Organisator und Vorsitzender der internationalen Konferenz zum Thema “Das zeitgenössische Israel: Politik, Kultur und Gesellschaft” am Moskauer Institut für die Studien Israels und des Nahen Ostens und an der Moskauer Staatlichen Universität. Der Kongress fand am 8. und 11. September 2000 statt. Es war eine der ersten Konferenzen in der russischen Wissenschaftsgeschichte, die ausschließlich dem Studium der israelischen Gesellschaft gewidmet war. Er war Teilnehmer der Sitzungen über die Geschichte Israels und des Zionismus auf der 14. und 16. Internationalen Interdisziplinären Konferenzen der Judaistik.

Publikationen[Bearbeiten]

Alek Epstein hat 150 Beiträge in verschiedenen Sammelbänden und wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, z. B. Journal of Human Rights; Terrorism and Political Violence; International Studies in the Sociology of Education; Journal of Educational Administration and History; New Global Development: Journal of International and Comparative Social Welfare; Language in Society; Language Problems and Language Planning; Journal of Multilingual and Multicultural Development; Journal of International Migration and Integration; Tourism, Culture and Communication, Jewish Political Science Review; Journal of Israeli History; Israeli Sociology. Er ist Autor von vierzehn Büchern, die auf Russisch veröffentlicht wurden, darunter:

  • Wars and Diplomacy. Arab–Israeli Conflict in the 20th Century (Kiev and Moscow, 2003)[7][9],
  • Israel and the Palestinian Refugee Problem: History and Politics (Moscow, 2005), Israel in the Era of “Post-Zionism”: Academy, Ideology and Politics (Moscow, 2006),
  • After the Collapse of the “Road Map”: The Attempts to Mitigate the Israeli–Palestinian Conflict (Moscow, 2006),
  • Israel’s War Against Hezbollah and Its Impact on the Middle Eastern Politics (Moscow, 2006), *Confronting HAMAS: Israel, Jordan and PNA Face to Face with Islamic Fundamentalism (Moscow, 2007),
  • Diplomatic Struggle over Jerusalem. An Offstage History (Moscow/Jerusalem, 2008),
  • Israel and (Non) Administered Territories: Between Annexation and Withdrawal (Moscow/Jerusalem, 2008),
  • Israel’s Policy of Targeted Killing: Politics, Law and Ethics (Moscow, 2009),
  • Israelis and Palestinians: From Confrontation to Negotiations and Back (Moscow/Jerusalem, 2009),
  • The Black Years. Soviet Jewry between Hitler and Stalin, 1939–1953 (together with Kiril Feferman, Raanana, Israel, 2010),
  • The Rise and the Decline of the Israeli Left (Moscow, 2011),
  • Russia and Israel: A Difficult Journey (together with Stanislav Kozheurov), Moscow/Jerusalem, 2011
  • The Revitalization of the Jewish Statehood and the Unresolved Jewish Dilemma (Kiev, 2011).

Seine Bücher "Political and Ethnic Cleansings in the USSR, 1918–1953" (Raanana, Israel, 2007) und "Russian-Speaking Israelis at ‘Home’ and ‘Abroad’: Identity and Migration" (zusammen mit Zeev Khanin und Marina Niznik, Jerusalem – Ramat-Gan, 2011) sind auf Hebräisch veröffentlicht. Alek Epstein hat 12 Bände in verschiedenen Sprachen redigiert, an denen er sich auch als Verfasser beteiligte:

  • Mass Migration and Its Impact on the Israeli Society (Moscow, 2000);
  • Contemporary Israel: Politics and Society (Moscow/Jerusalem, 2002);
  • The Zionist Imperative: An Anthology of Contemporary Thinking (Moscow/Jerusalem, 2003);
  • The Palestine-Israeli Conflict in the Mirror of Public Opinion and International Diplomacy (Moscow, 2004);
  • The Post-Soviet Jewry: Identity and Education (Jerusalem, 2008);
  • The Jewish State at the Beginning of the 21st Century. An Anthology of Contemporary Israeli Social and Political Thought (Moscow/Jerusalem, 2008) – auf Russisch;
  • National Priorities: Immigration and Integration in Israel in the Beginning of the 21st Century (Jerusalem, 2007) – auf Hebräisch;
  • Every Seventh Israeli: The Jews of the Former Soviet Union – Patterns of Social and Cultural Integration (Jerusalem, 2007); *Constructing the National Identity: Jewish Education in Russia Twenty Years after the End of the Cold War (Jerusalem, 2008); *Immigrant Scientists in Israel: Achievements and Challenges of Integration in Comparative Context (Jerusalem, 2010) – auf Englisch.

Ebenfalls redigierte Alek Epstein die russischen Ausgaben der Kurse "Israel: The First Decade of Independence" (Israel: Das erste Jahrzehnt der Unabhängigkeit) (Teil I. Die Gründung der Israelischen Demokratie, 4 Bände, 2001, Teil II. Gesellschaft, Ökonomie und Kultur, 4 Bände, 2002-2003), "From National Home to a State in the Making: The Jewish Community in Palestine between the World Wars" (Die Jüdische Gemeinschaft in Palästina zwischen den Weltkriegen (2 Bände, 2006)), "Democracy and National Security in Israel" (Demokratie und Staatssicherheit in Israel (3 Bände, 2007-2009)) und Search for Identity Between Assimilation and Immigration: Russian Jewry in the Twentieth Century (Die Suche nach der Identitat zwischen Assimilation und Immigration: Russische Juden im Zwanzigsten Jahrhundert (2 Bände, 2007-2008)). Alek Epstein hat an verschiedenen Fernseh- und Rundfunksendungen teilgenommen, seine Beiträge sind in Zeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht worden.

In Juli 2012 Alek Epstein hat ein Protestkunst-bildband herausgegeben, das von den Werken zusammengesetzt ist, die die russischen Protestkünstler geschaffen haben um ihre Unterstützung für die feministischen Punk-Rock-Gruppe Pussy Riot zu äussern. Alek Epstein hat auch das Band mit seinem Text versehen. [5][5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alek D. Epstein auf academia.edu (en)
  2. Dr. Alek Epstein, Open University of Israel (englisch)
  3. The Chais Center for Jewish Studies in Russia. jewish.huji.ac.il. Abgerufen am 19. November 2011.
  4. Moskau 2011
  5. a b c "Alternative Prize for the Russian Activist Art", Radio Free Europe.
  6. Intellectual and Social Origins of Jewish Pacifism in Israel(en)
  7. Haaretz.com The betrayal of the sociologists(en)
  8. Globalaffairs.com(en)
  9. Judaica.kiev.ua(en)