Alexander Jaroslawitsch Newski

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Alexander Newski ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. zum gleichnamigen Film siehe Alexander Newski (Film).
Newski-Monument in St. Petersburg
Alexander Newski im Kampf gegen die Schweden, 1240

Alexander Jaroslawitsch Newski (russisch Александр Ярославич Невский anhören?/i, wiss. Transliteration Aleksandr Jaroslavič Nevskij; * um 1220 in Pereslawl-Salesski; † 14. November 1263 in Gorodez) war ein russischer Fürst der Rurikiden-Dynastie. Er gilt als russischer Nationalheld und ist ein Heiliger der orthodoxen Kirche. Er regierte als Fürst von Nowgorod (ab 1236) und Großfürst von Kiew (ab 1249) und Wladimir (ab 1252).

Leben[Bearbeiten]

Möglicherweise wurde Alexander bereits 1236 erstmals von den Nowgoroder Bürgern (siehe Wetsche) zu ihrem Heerführer berufen. Seinen Beinamen Newski erhielt er, nachdem er 1240 die Schweden in der Schlacht an der Newa (in der Nähe des heutigen Sankt Petersburg) geschlagen hatte. Kurz darauf musste er nach Auseinandersetzungen mit den Bojaren aber die Stadt verlassen. Als ebenfalls 1240 die Kreuzritter des kurz zuvor mit dem Deutschen Orden vereinigten Schwertbrüder-Ordens zum wiederholten Male versuchten, ihre Herrschaft über das Baltikum nach Russland auszudehnen, die Handelsstadt Pskow eroberten und auf Weliki Nowgorod vorstießen, riefen die Nowgoroder Alexander Newski zurück und machten ihn wieder zum Heerführer. Am 5. April 1242 kam es zur Entscheidungsschlacht auf dem Eis des zugefrorenen Peipussees. Die russischen Truppen, bestehend aus der Drushina Alexanders, der seines älteren Bruders Andrej und der Nowgoroder Miliz, schlugen die deutschen und dänischen Ritter und ihre estnischen Hilfstruppen vernichtend. Damit waren die Invasionspläne des Deutschen Ordens in Russland für längere Zeit auf Eis gelegt.

Als Sohn Jaroslaws II. versuchte Alexander Newski gemeinsam mit seinem älteren Bruder Andrej, seinen Onkel Swjatoslaw III. vom Wladimirer Großfürstenthron zu vertreiben, den er 1246 entsprechend dem Senioratsprinzip eingenommen hatte. Am Hof Batus, des Khans der Goldenen Horde, arbeiteten die Brüder daran, ihre eigene Thronfolge durchzusetzen. 1248 hatten sie damit Erfolg: Batu setzte Swjatoslaw ab und wies die Brüder an, gemeinsam über das Fürstentum Wladimir zu regieren. Alexander erhielt das Gebiet um Kiew, machte aber Nowgorod zum wichtigsten Herrschaftszentrum, Andrej bekam die Hauptstadt Wladimir und ihr Umland. In der Folgezeit orientierte Alexander sich nach Skandinavien. Er schickte Gesandte nach Norwegen und schloss 1251 einen Friedensvertrag mit dem dortigen Herrscher. Mit Feldzügen nach Finnland verhinderte er, dass die Schweden sein Territorium vom Zugang zur Ostsee abschnitten.

Auflehnung gegen die Mongolen[Bearbeiten]

Andrej begann damit, eine Allianz russischer Fürsten zur Auflehnung gegen die Mongolenherrschaft zu schmieden. Die Gelegenheit schien günstig, da zu diesem Zeitpunkt unter den Mongolen Auseinandersetzungen um die designierte Nachfolge des Großkhans ausbrachen. Schließlich setzte sich um 1250 jedoch Möngke durch. Alexander Newski, der sich von den Plänen Andrejs ferngehalten hatte, nutzte diese Entwicklung, sich eng an Batu anzulehnen und am Hof des Khans gegen seinen Bruder zu intrigieren. Batu setzte Andrej ab und verlieh Alexander Newski die Großfürstenwürde. Gegen Andrej wurde ein Heer ausgeschickt, worauf dieser nach Schweden fliehen musste. Später unterwarf Andrej sich seinem Bruder, worauf jener beim Khan die Erlaubnis erwirkte, dass Andrej nach Russland zurückkehren durfte.

Der Aufstieg Alexanders bedeutete die Durchsetzung einer Politik, die nicht auf den Aufstand gegen die Mongolen zielte. Diese Haltung wurde auch von der orthodoxen Kirche begrüßt, da Andrej Kontakte zum Papst gesucht hatte, während die Mongolen die orthodoxe Kirche unbehelligt ließen und Alexander Kontaktversuche des Papstes zurückwies. Mit der Einsetzung Alexanders erreichten die Mongolen eine Konsolidierung ihrer Herrschaft über Russland. Dies zeigte sich Ende der 1250er Jahre, als die Mongolen begannen, ein Steuersystem mit festen Strukturen aufzubauen. Alexander Newski brach die Widerstände gegen dieses Vorhaben, vor allem in Nowgorod, mit zum Teil grausamen Mitteln. Gleichzeitig drängte er den Einfluss der Bojaren zurück. 1257 nahmen die mongolischen Steuereintreiber ihre Arbeit auf. Um die Mongolen angesichts der Aufstände zu besänftigen, brach Alexander 1262 zu seiner dritten und letzten Reise an den Hof der Goldenen Horde auf. Dort hielt der Khan Berke ihn lange fest. Erst im Winter 1263 durfte der bereits schwer erkrankte Großfürst abreisen. Am 14. November 1263 starb Alexander Newski in Gorodez an der Wolga und wurde zunächst in Vladimir beerdigt.

Heiligsprechung[Bearbeiten]

Ikone Alexander Newski

Am Ende des 13. Jahrhunderts entstand eine Heldenchronik über das Leben Alexander Newskis. 1547 wurde er von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen. Peter der Große ließ seine Überreste später in die Hauptkathedrale des Alexander-Newski-Klosters in Sankt Petersburg umbetten. Nach dem Tod Peters wurde am 21. Mai 1725 der Alexander-Newski-Orden gestiftet. Nach der Oktoberrevolution abgeschafft, wurde dieser im Zweiten Weltkrieg durch Josef Stalin erneuert. Alexander Newskis Grab wird noch heute stark besucht und verehrt. Er gilt als Schutzheiliger der Stadt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der sowjetische Regisseur Sergej Eisenstein verfilmte 1938 den Abwehrkampf der Russen unter der Führung Alexander Newskis gegen das eindringende Ritterheer des Deutschen Ordens und den Sieg in der Schlacht auf dem Peipussee im Jahr 1242 in seinem Film Alexander Newski, zu dem sein Freund Sergej Prokofjew die Filmmusik komponierte.

Beim Fernsehprojekt „Der Name Russlands“ des Kanals ORT wurde Alexander Newski im Dezember 2008 durch eine Online-Umfrage vor Pjotr Stolypin und dem Drittplatzierten Josef Stalin zum größten Russen aller Zeiten gewählt.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexander Jaroslawitsch Newski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Andrej II. Russischer Herrscher Jaroslaw III.