Bischofskraut

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Bischofskraut
Bischofskraut (Ammi visnaga)

Bischofskraut (Ammi visnaga)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Knorpelmöhren (Ammi)
Art: Bischofskraut
Wissenschaftlicher Name
Ammi visnaga
(L.) Lam.

Das Bischofskraut (Ammi visnaga) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie wir als Heilpflanze verwendet.

Trivialnamen und Verwendung[Bearbeiten]

Sie wird auch Khella oder Khellakraut genannt; der ebenfalls verbreiteten Trivialnamen Zahnstocherkraut oder Zahnstocherammei (auch nur Ammei) kommt daher, dass es in orientalischen Ländern zur Herstellung von Zahnstochern verwendet wird, wobei ihr würziger Geschmack dabei willkommen ist.

Beschreibung[Bearbeiten]

Habitus eines jungen Exemplares mit grundständigen Laubblättern
Fruchtstand

Das Bischofskraut wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 1 Meter. Im doppeldoldigen Blütenstand stehen viele weiße Blüten zusammen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Ammi visnaga ist es hauptsächlich im Mittelmeergebiet, in Nordafrika, Südamerika sowie Russland natürlich verbreitet und ist in Mitteleuropa verwildert.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Daucus visnaga durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 242. Die Neukombination zu Ammi visnaga (L.) Lam. wurde durch Jean Baptiste de Monnet de Lamarck veröffentlicht.[1] Der botanische Gattungsname Ammi leitet sich vom griechischen Wort ammos für Sand ab. Ein weiteres Synonym für Ammi visnaga (L.) Lam. ist Visnaga daucoides Gaertn.

Medizinische Bedeutung[Bearbeiten]

Ammi visnaga im alten Botanischer Garten Göttingen

Ammi visnaga wurde bereits von den alten Ägyptern als Heilpflanze eingesetzt, später geriet sie in Vergessenheit. Die Früchte von Ammi visnaga(Fructus Ammi visnagae) enthalten pharmakologisch aktive Inhaltsstoffe wie phototoxische Furanocumarine (Khellin) und sein herzwirksames Glykosid Khellinin, Flavonoide und Pyranocumarine (Visnadin).

Es ist das Visnadin, das den Pflanzenextrakten eine positive Wirkung auf die Durchblutung des Herzmuskels durch eine Erweiterung der Herzkranzgefäße verleiht. Es stellt sich eine positiv inotrope Wirkung ein. Eine krampflösende Wirkung gesellt sich hinzu. Daher wird Ammi visnaga gerne zur Behandlung der Angina pectoris verwandt. Auch Koliken können durch die krampflösende Wirkung gemildert werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ammi visnaga im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 27. Mai 2014.

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Hiller, M.F.Melzig: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. 2. Auflage. 2010, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 978-3-8274-2053-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bischofskraut (Ammi visnaga) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien