Arkadi Dmitrijewitsch Schwezow

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Arkadi Dmitrijewitsch Schwezow (russisch Аркадий Дмитриевич Швецов, wiss. Transliteration Arkadij Dmitrievič Švecov; * 12. Januarjul./ 24. Januar 1892greg. in Nischnije Sergi bei Jekaterinburg; † 19. März 1953 in Moskau) war ein sowjetischer Triebwerkskonstrukteur.

Konstruktionen[Bearbeiten]

Schwezow entwickelte 1923 zusammen mit seinem Kollektiv den V12-Flugmotor M-8 RAM. Er wandte sich jedoch bald der Entwicklung von Sternmotoren zu. 1925 ging der 5-Zylinder-Sternmotor M-11 in Produktion. Neu für die UdSSR war die Verwendung von Aluminium für die Zylinderköpfe. Dieser Typ, beständig weiterentwickelt, wurde noch in den 1980er-Jahren gefertigt. Sein Einsatz erfolgte auch in der Polikarpow Po-2. Er dürfte mit 125.000 gefertigten Exemplaren einer der meistverwendeten Flugmotoren überhaupt sein.

1934 wurde Schwezow Gründer und Chefkonstrukteur von Awiadwigatel, die mit der Perm Engine Company eng zusammenarbeitete. Dort gelang ihm vor und während des Zweiten Weltkriegs die Konstruktion einiger aus ausländischen Typen hervorgegangener bedeutender Flugmotoren, so des in der Antonow An-2 eingesetzten ASch-62, des ASch-73TK (für die Tupolew Tu-4) sowie des ASch-82, der unter anderem in der Lawotschkin La-5 eingebaut wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schwezow erhielt fünfmal den Leninorden (1936, 1943, 1945, 1949 und 1952), den Suworoworden 2. Klasse, den Kutusoworden 1. Klasse, den Rotbannerorden der Arbeit, den Orden Held der sozialistischen Arbeit (1942), viermal den Stalinpreis (1942, 1943, 1946 und 1948) sowie die Medaille „Für heldenhafte Arbeit während des Großen Vaterländischen Krieges 1941–1945“. 1940 wurde Schwezow Doktor der Technischen Wissenschaften.

Die Schwezow-Sternmotorenfamilie[Bearbeiten]

Schwezow M-25
Schwezow ASch-81 im Zentralmuseum der Streitkräfte in Moskau
Schwezow ASch-82
Schwezow ASch-82W für Mil Mi-4

Am 1. April 1944 wurde das sowjetische Triebwerksbezeichnungssystem geändert: Anstelle der „M“-Bezeichnung erhielten die Motoren von nun ab ein aus dem Namen des Konstrukteurs gebildetes Kürzel. Schwezows Motoren hießen ab da „ASch“ für Arkadi Schwezow (russisch АШ)[1]

 
 
 
 
 
 
 
Wright Cyclone
R-1820
9-Zylinder-Sternmotor
einreihig
luftgekühlt
USA
1931
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
OKB-19
Schwezow
M-80
14-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1939
Prototyp
 
 
OKB-19
Schwezow
M-25
9-Zylinder-Sternmotor
einreihig
luftgekühlt
SU
1934
13888 Stück
 
OKB-19
Basarow
M-65
9-Zylinder-Sternmotor
einreihig
luftgekühlt
SU
1939
Prototyp
 
OKB-19
Schwezow
M-70
18-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1938
Prototyp
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
OKB-19
Schwezow
M-81
14-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1940
Lizenz
Wright Twin Cyclone
R-2600
Prototyp
 
 
OKB-19
Schwezow
M-62
9-Zylinder-Sternmotor
einreihig
luftgekühlt
zweistufiger Lader
SU
1939
40361 Stück
 
 
 
 
 
 
OKB-19
Schwezow
M-71
18-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1942
Prototyp
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
OKB-19
Schwezow
M/ASch-82
14-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
zweistufiger Lader
SU
1941
57898 Stück
 
 
 
OKB-19
Schwezow
M-63
9-Zylinder-Sternmotor
einreihig
luftgekühlt
SU
1939
3087 Stück
 
 
 
 
 
 
OKB-19
Schwezow
M-72
18-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1945
Prototyp
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Schwezow
OKB-19
ASch-83
14-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1945
geringe Stückzahl
 
 
 
OKB-19
Schwezow
M-64
9-Zylinder-Sternmotor
einreihig
luftgekühlt
SU
1939
Prototyp
 
 
 
 
 
 
Schwezow
OKB-19
ASch-73
18-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1945
14310 Stück
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Schwezow
OKB-19
ASch-84
14-Zylinder-Sternmotor
zweireihig
luftgekühlt
SU
1945
geringe Stückzahl
 
 
 
 
Schwezow
OKB-19
ASch-21
7-Zylinder-Sternmotor
einreihig
luftgekühlt
SU
1946
7636 Stück
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Triebwerk ASch-82T. Die sowjetische M8x Triebwerksfamilie im Überblick. Abgerufen am 13. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flugmotoren von A.D. Schwezow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Biografie Russische Kriegshelden (russisch)