Arktischer Rat

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Der Arktische Rat (englisch Arctic Council) ist ein zwischenstaatliches Forum mit ständigem Sitz in Tromsø, Norwegen[1], das zum Interessenausgleich zwischen den arktischen Anrainerstaaten und den indigenen Völkern im Jahr 1996 gegründet wurde. Der Klimaschutz und die Sicherheit in der Region sollten gefördert werden. Der Rat koordiniert Forschungsprojekte und Entwicklungsvorhaben, zum Beispiel im Verkehrsbereich und beim Abbau von Bodenschätzen. 2004 veröffentlichte der Rat beispielsweise das Arctic Climate Impact Assessment, eine umfassende Studie über die Folgen der globalen Erwärmung in der Arktis. Am 12. Mai 2011 wurde von den ständigen Mitgliedern des Arktischen Rates in Nuuk, Grönland ein Abkommen über Such- und Rettungseinsätze in der Arktis (Agreement on Cooperation on Aeronautical and Maritime Search and Rescue in the Arctic) unterzeichnet, das erste international verbindliche Abkommen, das unter der Schirmherrschaft des Arktischen Rates verhandelt wurde.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Der Arktische Rat
  • Mitglieder
  • Beobachter

Ende der 1980er eröffneten sich durch die neue politische Weltlage Perspektiven für eine Kooperation. 1991 wurde die Arctic Environmental Protection Strategy (AEPS) ins Leben gerufen. 1996 wurde mit einer „Erklärung von Ottawa“ durch die Außenminister der Arktische Rat gegründet. Ihm gehören an

Dänemark vertritt im Arktischen Rat auch Grönland und die Färöer. Entscheidungen im Arktischen Rat auf allen Ebenen können allein durch die acht Mitgliedsstaaten getroffen werden. Der Vorsitz des Gremiums rotiert alle zwei Jahre zwischen den staatlichen Mitgliedern. Von 1996 bis 1998 hatte zunächst Kanada den ersten Vorsitz des Gremiums inne. Auf Kanada folgten von 1998 bis 2000 die USA, von 2000 bis 2002 Finnland, von 2002 bis 2004 Island, von 2004 bis 2006 Russland und von 2006 bis 2009 Norwegen. Dänemark führte den Rat von 2009 bis 2011, Schweden von 2011 bis 2013. Im Mai 2013 erfolgte die Übergabe des Vorsitzes für die Periode bis 2015 an Kanada. Den Vorsitz führt seitdem als Vertreterin Kanadas eine Inuk, Leona Aglukkaq, die zuvor Ministerin für Gesundheit und die Entwicklung des Nordens war.[2]

Permanent Participants (Ständige Teilnehmer)[Bearbeiten]

Sechs Dachorganisationen der Ureinwohner der Arktis besitzen als sogenannte Ständige Teilnehmer (Permanent Participants) ein garantiertes Beteiligungsrecht. Dies sind[3]

  1. der Inuit Circumpolar Council als Dachverband der Inuit aus den Polarregionen Grönlands, Kanadas, Alaskas und Russlands,
  2. der Saami Council als Vertretung der Samen Norwegens, Schwedens, Finnlands,
  3. RAIPON, der Dachverband der indigenen Völker des russischen Nordens,
  4. die Aleutian International Association,[4]
  5. der Arctic Athabaskan Council als Vertretung der Athabasken[5] und
  6. der Gwich’in Council International[6].

Als Koordinationsstelle der Permanent Participants fungiert das Indigenous Peoples Secretariate mit Sitz in Kopenhagen[7]

Beobachter[Bearbeiten]

Den Beobachterstatus (Observer) können

  • nicht-arktische Staaten,
  • zwischenstaatliche und interparlamentarische Organisationen und
  • Nichtregierungsorganisationen

erwerben. Beobachter können ihr Engagement vor allem in den Arbeitsgruppen des Arktischen Rates entwickeln und dabei bestimmte Projekte der Arktis-Staaten auch finanziell unterstützen. Einige Nicht-Arktische Staaten wie auch verschiedene nichtstaatliche Organisationen sind als Beobachter zugelassen. Zu den Beobachterstaaten gehören[8]

Zu den Organisationen mit Beobachterstatus gehören unter anderem

Um den Beobachterstatus bewerben sich gegenwärtig folgende Länder und Organisationen:

Wissenschaftliche Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Der Arktische Rat hat im Jahr 2001 auch die Universität der Arktis (UArctic) initiiert. Die University of the Arctic ist ein Hochschulnetzwerk zur Erforschung der Umweltgrundlagen in der Polarregion.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/tromso-arktischer-rat-bekommt-eigenes-zuhause-in-norwegen-a-878947.html Spiegel Online: Tromsø: Arktischer Rat bekommt Zuhause in Norwegen abgerufen am 22. Januar 2013
  2. Berliner Zeitung vom 6.Mai 2013, Seite 1, Nur mit Robbenpelz, Jörg Michel
  3. Arctic Council: Permanent Participants
  4. Aleut International Association
  5. http://www.arcticathabaskancouncil.com/
  6. Gwich'in Council International - Webseite des Gwich'in Council International
  7. Website des Sekretariats: http://www.arcticpeoples.org/
  8. http://www.arctic-council.org/index.php/en/about-us/arctic-council/observers
  9. http://www.iwgia.org
  10. http://www.pacificenvironment.org