Athabasken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Athabasken oder Athapasken (Eigenbezeichnung: Dene), sind ein indigenes Volk, das in Kanada und Alaska beheimatet ist. Sie werden unterteilt in fünf bands (englischStammesgruppen“): Chipewyan, Dogrib, T'atsaot'ine, North Slavey und South Slavey.

Erforschung und Aufzeichnung[Bearbeiten]

Die Geschichte der Athabasken ist wenig bekannt, da erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts ernsthafte Versuche gemacht wurden, sie zu erforschen. Noch mehr gilt dies für die an archäologischen Funden arme Vorgeschichte ihres Siedlungsgebiets, die erst seit den 1970er Jahren allmählich erhellt wird.[1]. Seit ca. 1000 v.Chr. sind die Athabasken im Einzugsgebiet des Mackenzie River nachweisbar. Ihnen voraus (seit etwa 3000 / 2000 v.Chr.?) geht der archäologische Tayee Lake-Komplex im Süden Yukons.[2]

Die Chipewyan oder Ojibwe waren der erste Athabaskenstamm, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts mit europäischen Pelzhändlern an der Hudson Bay in Kontakt kam. Allerdings beherrschten zunächst die Cree den Zwischenhandel. Erst nach der Gründung von Fort Churchill 1721 intensivierte sich der direkte Kontakt zu den Chipewyan. So wurden sie kurz nach ihrer Entdeckung als einer von wenigen Stämmen durch Europäer erforscht und sind der am besten dokumentierte Stamm der Athabasken. Trotzdem sind die Informationen ziemlich dürftig im Vergleich zu denen über andere Indianerstämme Amerikas, zumal eine Pockenepidemie zwischen 1781 und 1782 etwa die Hälfte der Chipewyan tötete.

Um 1770 stießen die Pelzhändler weiter zum Athabaskasee vor, wo sie mit anderen Gruppen in Verbindung traten, u.a. mit den Beaver, Slave, Dogrib und Gwich'in.

Im Jahre 1908 reiste der Anthropologe Robert H. Lowie nach Kanada, um die Lebensweise der Chipewyan zu erforschen und eventuell deren Geschichte zu rekonstruieren. Signifikant ist, dass Lowie nicht in der Lage war, mehr als nur Legenden herauszufinden. Im Nachhinein sagte Lowie: „Wissenschaftlich gesehen, war es der unfruchtbarste Forschungstrip meiner Karriere.“

Heutige Situation[Bearbeiten]

Athabasken leben heute weniger in Reservaten, sondern meist als normale Bürger. Dennoch gibt es immer noch zahlreiche abgelegene Dörfer mit vorwiegend athabaskischen Einwohnern.

Athabasken haben als Indianer das Privileg einer freien Sozialversicherung sowie eigene Vertretungen, sogenannte Native Corporations, die eingeschränkt eigene Gesetze erlassen können. Dies hat zur Folge, dass manche Native Corporations das Glücksspiel legalisiert haben, obwohl es in dem Staat, in dem sie sich befinden, verboten ist. Dies und die Tatsache, dass sich zahlreiche erdölreiche Ländereien im Besitz von Native Corporations befinden, hat manchen zu Wohlstand verholfen.

Schreibweisen[Bearbeiten]

Es existieren zwei Schreibweise der Athabasken, 'Athabasken' und 'Athapasken' im deutschen wie auch im englischen. Beide sind nicht falsch, dennoch präferieren die meisten Stämme die Schreibweise 'Athabasken'.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe die Datierungsversuche von J. P. Cook, R. A. McKennan, „The Athapaskan Tradition: A View from Healy Lake.” Paper presented to Athapaskan Conference, Museum of Man, Ottawa, March 1971.
  2. Handbook of North American Indians, Smithsonian Institute Washington DC, 1978 - 2001, ISBN 978-0-16050-400-6, vol. 5: Arctic, S. 133ff.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]