Arthur Herbert, 1. Earl of Torrington

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Arthur Herbert, 1. Earl of Torrington (* 1647; † 13. April 1716) war ein englischer Admiral und Politiker.

Arthur Herbert, 1st Earl of Torrington

Familie[Bearbeiten]

Er stammte aus der alten Adelsfamilie Herbert und war einer der Söhne von Sir Edward Herbert, der während des Exils von Karl II. Lord Keeper of the Great Seal gewesen war. Er selbst war zweimal verheiratet, hatte aber keine Kinder.

Leben[Bearbeiten]

Er trat 1663 in die Royal Navy ein und wurde 1666 zum Leutnant befördert. Er diente in den Kriegen gegen die Niederlande. Er war auch Offizier zur Zeit Karl II. und im Kampf gegen die Barbaresken. Er kommandierte 1672 die zweite HMS Dreadnought in der Seeschlacht von Solebay. In der Seeschlacht vor Texel im Jahr 1673 wurde er verwundet. Im Jahr 1678 wurde er zum Konteradmiral ernannt. Bei der Kaperung eines großen Algerischen Schiffes im Jahr 1678 verlor er ein Auge. Mit dem ihm unterstellten Schiffen spielte er 1680 eine aktive Rolle bei Tanger.

Er wurde 1680 zum Vizeadmiral und 1684 zu einem der Commissioners for executing the office of Lord High Admiral ernannt. Er erhielt 1683 als erster den Ehrentitel eines Rear-Admiral of England sowie den Titel eines Master of the Robes. Er war auch Mitglied des Parlaments für Dover. Im Jahr 1688 wurde er zur Zeit von Jakob II. aus dem Flottendienst entlassen, weil er sich weigerte unter katholischen Vorgesetzten zu dienen. Er schloss sich der Opposition an. Verkleidet als einfacher Seemann ging er nach Den Haag um Wilhelm III. die Einladung nach England mit dem Ziel des Sturzes von Jakob II. zu überbringen. Als Dank kommandierte er 1688 für Wilhelm während der Glorious Revolution die Invasionsflotte. Im Jahr 1689 wurde er zum Lord High Admiral und kurze Zeit später zum Ersten Lord der Admiralität ernannt.

Er kommandierte während des Kriegs der Großen Allianz am 11. Mai 1689 die englische Flotte in der Schlacht in der Bantry Bay. Trotz des französischen Sieges wurde er zum Earl of Torrington erhoben. Am 10. Juli 1690 kommandierte er die verbündete englische und niederländische Flotte in der Seeschlacht von Beachy Head. Seine taktischen Überlegungen gingen nicht auf. Vorgehalten wurden ihm vor allem, die Hauptmacht nicht in den Kampf geführt zu haben. Er wurde danach angeklagt und zeitweise im Tower of London inhaftiert. Er verteidigte sein Verhalten mit dem Begriffen der strategischen Defensive[1] und der Fleet-in-being. Er wurde zwar freigesprochen und konnte seinen Sitz im House of Lords wieder einnehmen, wurde aber später nie wieder militärisch verwandt und blieb bei Hofe in Ungnade.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Rödel: Krieger, Denker, Amateure. Alfred von Tirpitz und das Seekriegsbild vor dem Ersten Weltkrieg. Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08360-X, S. 151.

Literatur[Bearbeiten]

  • John Keegan, Andrew Wheatcroft: Who's Who in Military History. From 1453 to the Present Day. Routledge, London 1996, ISBN 0-415-12722-X, S. 292.
  • William L. R. Cates: A Dictionary of General Biography. Longman Green & Co., London 1867, S. 1135.