Flottenadmiral

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Flottenadmiral ist ein Dienstgrad der Marinen verschiedener Länder. Es handelt sich um einen herausgehobenen Rang (Dienstgrad) oder um eine Dienststellung, die mit einem erfahrenen Admiral besetzt ist, der das Kommando über größere Gruppen von Schiffen oder Flotten hat, bzw. manchmal über Gruppen von ganzen Flotten führt. Handelt es sich explizit um einen Dienstgrad, dem Äquivalent zu einem General of the Army oder Generalfeldmarschall der Heeresstreitkräfte, dann hängt die Bezeichnung diese Ranges vom entsprechenden Land ab, darunter der Fleet Admiral, Admiral der Flotte, Admiral of the Navy oder Großadmiral.

Der Dienstgrad Flottenadmiral darf nicht mit dem im Rang wesentlich niedriger stehenden Flottillenadmiral verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] United States Navy

Fleet Admiral der US Navy

In der US Navy der Vereinigten Staaten ist der Fleet Admiral der höchste Dienstgrad und das Äquivalent des Ranges Fünf-Sterne General of the Army. Der Rang wurde 1944 eingeführt und wurde während und nach dem Zweiten Weltkrieg von folgenden Personen geführt:

Name Ernennung
William D. Leahy 15. Dezember 1944
Ernest J. King 17. Dezember 1944
Chester W. Nimitz 19. Dezember 1944
William F. Halsey 21. Dezember 1945

Zu beachten sind hier die exakt gewählten Zeitpunkte der ersten drei Ernennungen. Die Daten der Ernennung der äquivalenten Generals of the Army fanden jeweils am 16., 18., 20. und 21. Dezember 1944 statt. Dies geschah, um eine klare Anciennität bzw. Rangfolge unter diesen Offizieren vorzugeben.

Ein weiterer Anwärter zur Beförderung in den Rang eines Fleet Admiral war Admiral Raymond A. Spruance. Jedoch wurde diese Ernennung verhindert vom Abgeordneten Carl Vinson, welcher ein starker Befürworter Halseys war.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden keine Offiziere mehr in den Rang befördert. Er ist jedoch immer noch auf den offiziellen Ranglisten der US Navy verzeichnet und könnte auf Beschluss des US-Kongresses wieder vergeben werden.

In ihrer Geschichte hatte die US Navy noch einen anderen Rang, den des „Admiral of the Navy“. Einziger Träger dieses Ranges war George Dewey (1837–1917).

[Bearbeiten] Royal Navy

Rangabzeichen Admiral of the Fleet

Das Vereinigte Königreich hat als höchsten Rang der Royal Navy den Admiral of the Fleet (NATO-Rangcode OF-10).

Seit 1690 wurden 120 Personen ernannt, letztmalig 1995. 10 Mal erhielten Mitglieder des britischen oder anderer Königshäuser den Dienstgrad zum Teil ehrenhalber, so auch Philip Mountbatten, Duke of Edinburgh.

Bekannte Admirals of the Fleet waren unter anderem ab 1796 Richard Howe, 1. Earl Howe, 1905 John Fisher, 1914 John Jellicoe, 1919 David Beatty, 1939 Dudley Pound, 1940 Charles Forbes, 1943 Andrew Cunningham, 1945 James Fownes Somerville, 1956 Louis Mountbatten.

Der Dienstgrad stammt noch aus den frühen Tagen der Royal Navy-Geschwader. Dabei wurde jedem Geschwader eine Farbe zugeteilt, Rot, Weiß oder Blau. Jedes farbige Geschwader hatte einen Admiral, der das Kommando über einen Vice Admiral und einen Rear Admiral hatte. Der Admiral of the Fleet war dabei der Kommandeur der gesamten Admirale und damit buchstäblich Admiral der Flotte. Zwischen 1795 und 1827 führte der Kommandeur der Royal Navy den Titel Admiral of the Fleet, einer Position, die später der Erste Seelord innehatte.

Siehe auch:
Schulterstück, Royal Navy Vice-Admiral

[Bearbeiten] Volksmarine der Deutschen Demokratischen Republik

Flottenadmiral der Volksmarine

In der Volksmarine der DDR war der Flottenadmiral das maritime Äquivalent des Armeegeneral der Nationalen Volksarmee (NVA). Er ist jedoch nicht vergleichbar mit den Flottenadmiralen anderer Länder, da die Volksmarine keinen Flottillenadmiral als untersten Admiralsrang kannte und daher der Flottenadmiral der Volksmarine eine Stufe tiefer anzusiedeln war, wodurch er dem Admiral anderer Länder entspricht.

Der Dienstgrad wurde am 25. März 1982 ebenso wie der Dienstgrad Marschall der DDR eingeführt, jedoch nie verliehen. Bei der Namenswahl setzte sich schließlich Flottenadmiral als Pendant zur sowjetischen Marine gegenüber den früheren deutschen Dienstgraden Generaladmiral bzw. Großadmiral durch. Im November 1989 wurden der Flottenadmiral und der Marschall der DDR wieder abgeschafft.

[Bearbeiten] Sowjetische Marine

Flottenadmiral, Seekriegsflotte UdSSR (1955-1991)

Ab 1962 wurde in der Sowjetischen Marine mit dem Rang eines Flottenadmirals, auch Admiral der Flotte, (ru: Адмирал флота / Admiral Flota), ein entsprechendes Pendant zum Vier-Sterne-Armeegeneral geschaffen, der 1991 durch die Russische Marine übernommen wurde.

Oft führte dieser Dienstgrad zu Verwechslungen mit dem Flottenadmiral der Sowjetunion (ru: Адмирал Флота Советского Союза / Admiral flota Sowjetskowo Sojusa), der im März 1955 als Pendant hingegen zum Marschall der Sowjetunion geschaffen wurde.

Siehe auch:
Sowjetische Generalsränge

[Bearbeiten] Russische Marine

In der Kriegsflotte der Russischen Föderation ist der Höchste Admiralsdienstgrad der Flottenadmiral oder Admiral der Flotte (ru: Адмирал флота / Admiral Flota), der dem NATO-Rangcode OF-9 entspricht. Die Abbildungen unten zeigen Ärmelabzeichen und Schulterstück.

Ärmelabzeichen Schulterstück

Siehe auch:
Dienstgrade der russischen Seestreitkräfte

[Bearbeiten] Kroatische Marine

In der kroatischen Marine ist der Rang eines Flottenadmirals (Admiral Flote) 1993 an Sveto Letica vergeben worden. Dieser Rang ist ausschließlich für Kriegszeiten vorgesehen.

[Bearbeiten] Verwendung in anderen Ländern

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

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