Attelwil

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Attelwil
Wappen von Attelwil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Zofingenw
BFS-Nr.: 4272i1f3f4
Postleitzahl: 5056
Koordinaten: 645853 / 23448947.2597158.04445501Koordinaten: 47° 15′ 35″ N, 8° 2′ 40″ O; CH1903: 645853 / 234489
Höhe: 501 m ü. M.
Fläche: 2.19 km²
Einwohner: 283 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 129 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 1,8 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.attelwil.ch
Attelwil

Attelwil

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Attelwil (in einheimischer Mundart: [ˌɑtˑəˈʋiːu̯])[3]. ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Zofingen im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im mittleren Suhrental.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt am westlichen Rand der völlig flachen Talebene auf einer Seitenmoräne. Diese entstand während der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers. Die Suhre bildet die östliche Gemeindegrenze. Der Fluss wurde Mitte der 1920er Jahre begradigt, der ausgedehnte Sumpf in der Ebene trockengelegt. Im Westen erhebt der 643 Meter hohe Hornig. Dieser geht über in den 679 Meter hohen Tannholzberg, der natürlichen Grenze zum Uerkental.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 219 Hektaren, davon sind 76 Hektaren bewaldet und 29 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 679 Metern auf dem Tannholzberg, die tiefste Stelle auf 474 Metern an der Suhre.

Nachbargemeinden sind Staffelbach im Norden, Moosleerau im Osten, Reitnau im Süden und Wiliberg im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl das Dorf bereits im 8. oder 9. Jahrhundert von den Alamannen gegründet worden war, ist der Ortsname erst relativ spät überliefert: Erstmals im Habsburger Urbar (1303–1308 ze Attelwile git je der man), dann 1324 in einer Urkunde des Stiftsarchivs Beromünster (In Attenwile. Item in Attenwile de bono). Der Ortsname geht wohl zurück auf eine althochdeutsche Zusammensetzung *Attil(in)-wilari ‚Hofsiedlung des Attilo‘. [3] Die Habsburger besassen sowohl die niedere als auch die hohe Gerichtsbarkeit und hatten das Dorf dem Amt Willisau zugeteilt. Der Zehnten ging zum grössten Teil an die Pfarrkirche in Reitnau. Um 1350 entstand das Muhenamt, ein gesonderter Gerichtsbezirk, dem auch Attelwil angehörte.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Attelwil gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Das Dorf war Teil des Gerichtsbezirks Reitnau im Amt Lenzburg. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Seither gehört Attelwil zum Kanton Aargau.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein prägte die Landwirtschaft das Leben der Gemeinde. Zwischen 1850 und 1950 sank die Bevölkerungszahl um über zwanzig Prozent. Seit Beginn der 1980er Jahre ist jedoch wieder eine leichte Zunahme zu verzeichnen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb schwarzer Adler mit roten Fängen.» Erstmals war das Wappen 1811 auf dem Gemeindesiegel zu sehen. Damals war man der Ansicht, Attelwil habe sich aus einem «Adelhof» entwickelt. Das mittelhochdeutsche adel-ar entwickelte sich zu Adler weiter.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1798 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 179 282 263 236 219 232 244 238 282 303 299

Am 31. Dezember 2013 lebten 283 Menschen in Attelwil, der Ausländeranteil betrug lediglich 1,8 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 71,6 % reformiert und 19,8 % römisch-katholisch; 1,7 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 98,0 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Attelwil gehört zum Friedensrichterkreis Staffelbach.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Attelwil gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 120 Arbeitsplätze, davon 19 % in der Landwirtschaft, 43 % in der Industrie und 38 % im Dienstleistungsbereich.[9] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten im unteren Suhrental oder in der Region Aarau.

Verkehr[Bearbeiten]

Attelwil liegt an der Strasse zwischen Moosleerau und Reitnau. Die Hauptstrasse 24 zwischen Aarau und Sursee verläuft einen Kilometer östlich des Dorfes. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr erfolgt durch eine Postautolinie von Schöftland über Attelwil nach Sursee.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügte bis 2007 über eine eigene Schule. Die Primarschule und der Kindergarten sind seither in Reitnau. Die Realschule und die Sekundarschule können seit der Regionalisierung der Oberstufe (2007) in Reitnau und Staffelbach besucht werden, die Bezirksschule in Schöftland. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau. Heute wird das 1973 erbaute gemeindeeigene Schulhaus von einer privaten Tagesschule genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. Historische Quellen und sprachwissenschaftliche Deutungen. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau. Band 100/II, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 65f. Angegebne Lautschrift: àt̄əwī́u̯
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1109, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 106.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.