Strengelbach

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Strengelbach
Wappen von Strengelbach
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Zofingenw
BFS-Nr.: 4285i1f3f4
Postleitzahl: 4802
Koordinaten: 637113 / 23689947.281947.929179445Koordinaten: 47° 16′ 55″ N, 7° 55′ 45″ O; CH1903: 637113 / 236899
Höhe: 445 m ü. M.
Fläche: 6.03 km²
Einwohner: 4656 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 772 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 24,7 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.strengelbach.ch
Karte
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Strengelbach (schweizerdeutsch: ˈʃtræŋʊˌbɑχ)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Zofingen im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Wiggertal.

Geographie[Bearbeiten]

Das lang gestreckte Dorf befindet sich im westlichen Rand der flachen Wigger-Ebene und bildet mit dem Bezirkshauptort Zofingen ein fast völlig geschlossenes Siedlungsgebiet. Ganz im Süden liegt das «Dörfli», das alte Dorfzentrum. Das neue Zentrum weiter nördlich entstand aus einer Streusiedlung. Im Osten bilden Wigger und Autobahn die Grenze. Die Ebene wird begrenzt durch eine steil aufragende Flanke hinauf zum Wissberg (503 m ü. M.) und dem Ramooswald im Norden sowie zum Dörfliwald im Süden. Die Westseite dieser Erhebungen fällt hingegen in Richtung des Tals der Pfaffneren flach ab.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 603 Hektaren, davon sind 258 Hektaren bewaldet und 138 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich im Dörfliwald auf 530 Metern, der tiefste auf 419 Metern an der Wigger.

Nachbargemeinden sind Rothrist im Nordwesten, Oftringen im Nordosten, Zofingen im Osten, Brittnau im Süden und Vordemwald im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Es wird vermutet, dass die ersten Ansiedlungen bereits im 8. oder 9. Jahrhundert im Bereich des heutigen «Dörfli» entstanden. Spätere Siedler liessen sich ausserhalb dieses Gemeinwesens in einer Streusiedlung nieder. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1263. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Strangilbah, was «Bach mit vielen Nebenläufen» bedeutet.[3] Strengelbach war Bestandteil des Amtes Aarburg, das im Besitz der Grafen von Frohburg war. Sie verkauften das Amt 1299 an die Habsburger, die damit sowohl die niedere wie auch die hohe Gerichtsbarkeit besassen. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Das Gebiet um Strengelbach gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. 1528 führten die Berner die Reformation ein.

Im 16. und 17. Jahrhundert wuchs die Bedeutung der Streusiedlung. Sie wurde mit der Bezeichnung «äussere Gemeinde» versehen (im Gegensatz zur «inneren Gemeinde», das heisst dem «Dörfli»). 1759 verpflichtete die bernische Obrigkeit die beiden Gemeinden zu einer gemeinsamen Verwaltung und Rechnungsführung. Die Korporationsrechte des «Dörfli» waren von diesen Verpflichtungen jedoch ausgenommen. Sie werden heute noch von der Dorfgenossenschaft Strengelbach verwaltet. Die Korporation besitzt eigenen Wald im Umfang von 73 ha, eine eigene Wasserversorgung und 14 ha Landwirtschaftsland. Nicht damit zu verwechseln ist die Ortsbürgergemeinde. Zu ihren Gütern gehören 102 ha Wald. Der gesamte Waldbesitz liegt auf dem Territorium der Gemeinden Rothrist und Murgenthal.

Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Der westlich der Wigger gelegene Teil des Amts Aarburg gehörte zunächst zum Kanton Bern (Distrikt Langenthal) und wurde dann im März 1803 dem Kanton Aargau angefügt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb blauer Schräglinksfluss.» Das Wappenbild selbst erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel. Lange Zeit herrschte jedoch Unklarheit über die Farbgebung. So ist auch eine Variante mit weissem Fluss in Rot überliefert. Dieses Wappen wies jedoch grosse Ähnlichkeit mit dem Wappen der Nachbargemeinde Brittnau auf, so dass man sich schliesslich 1960 auf den blauen Fluss in Gelb einigte.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 1284 1346 1726 2439 2934 3960 3815 4085 4266 4550

Am 31. Dezember 2013 lebten 4656 Menschen in Strengelbach, der Ausländeranteil betrug 24,7 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 49,8 % reformiert, 32,1 % römisch-katholisch, 4,8 % moslemisch und 1,3 % christlich-orthodox; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 85,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 4,8 % Italienisch, 2,2 % Portugiesisch, 2,1 % Serbokroatisch, 1,6 % Albanisch, 1,0 % Türkisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Strengelbach gehört zum Friedensrichterkreis Brittnau.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Strengelbach gibt es einen örtlichen Gewerbeverein und laut der Betriebszählung 2008 rund 1250 Arbeitsplätze. Davon sind 3 % in der Landwirtschaft, 26 % in der Industrie und 71 % im Dienstleistungsbereich.[9] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Zofingen und Umgebung.

Verkehr[Bearbeiten]

Strengelbach liegt an der Hauptstrasse zwischen Zofingen und Langenthal, Nebenstrassen führen nach Rothrist und Brittnau. Die Autobahn A2 verläuft entlang der Wigger; die nächstgelegenen Anschlussstellen befinden sich wenige Kilometer entfernt in Oftringen und Reiden. Buslinien der Gesellschaft SZR verkehren vom Bahnhof Zofingen aus über Strengelbach nach Vordemwald bzw. nach Brittnau.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über drei Kindergärten und vier Schulhäuser, in denen die Primarschule, die Realschule und die Sekundarschule unterrichtet werden. Die Bezirksschule kann in Zofingen besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Zofingen und Aarau. Strengelbach ist Standort eines Büros der Akademie für christliche Führungskräfte.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Franz Oswald, Peter Baccini: Netzstadt – Einführung in das Stadtentwerfen. Birkhäuser Verlag, Basel 2003, ISBN 3-7643-6962-0 (Städtebautheorie, Erläuterung der Netzstadt am Beispiel der «Stadt an der Wigger», bestehend aus Aarburg, Oftringen, Rothrist, Strengelbach und Zofingen).

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 413–414.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1108, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 285.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.