Audrey Thomas

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Audrey Grace Thomas, OC, als Audrey Grace Callahan (* 17. November 1935 in Binghamton, New York) ist eine kanadische Schriftstellerin US-amerikanischer Abstammung, die 1987 den Marian Engel Award für ihr Gesamtwerk erhielt und als einzige Autorin dreimal den Ethel Wilson Fiction Prize erringen konnte.

Leben[Bearbeiten]

Als Audrey Grace Callaham in Binghamton, New York, geboren, wanderte sie 1959 nach Kanada aus,[1] wo sie zunächst an der University of British Columbia studierte und später auch unterrichtete. Während des Studiums war sie mit Danuta Gleed, Frances Itani, Bryan Moon und Rita Donovan befreundet. Von 1964 bis 1966 lebte sie in Ghana. Die dortigen Erlebnisse und Erfahrungen hinterließen einen großen Eindruck in ihrem schriftstellerischen Werk, für das sie 1987 mit dem Marian Engel Award ausgezeichnet wurde.

Ihr erste veröffentlichte Kurzgeschichte, If One Green Bottle..., erschien 1965 in Atlantic Monthly und wurde mit dem Atlantic First Award prämiert, sodass daraus die Publikation ihrer ersten Kurzgeschichtensammlung, Ten Green Bottles (1967), resultierte. Die Geschichte nimmt das Motiv der Fehlgeburt auf, ein stets wiederkehrendes Thema in ihrem Gesamtwerk, in dem es häufig um den Verlust von Kindern geht. Andere vorherrschende Themen drehen sich um die Position des Künstlers in der Realität und seinen Illusionen. Viele ihrer Werke besitzen einen autobiographischen Bezug. Auch wenn die eigentliche Geschichte in Songs My Mother Taught Me (1973) fiktional unabhängig ist, gibt es Parallelen zwischen der Protagonistin und Thomas: das Erinnerungsvermögen des Großvaters, das Verbringen der Sommermonate in dessen Haus am See, schließlich die Arbeit in einer Nervenheilanstalt. Mrs. Blood (1970) und Blown Figures (1974) setzen die Geschichte der Isobel Cleary fort, beide Geschichten spielen in Afrika und greifen ebenfalls das Motiv der Schuld und Fehlgeburt auf. Der Stil beider Romane war recht innovativ, indem er zwischen zwei Betrachtungsebenen beziehungsweise Erzählstimmen wechselte und Versatzstücke aus Zeitungsartikeln, Lexikadefinitionen und Krankenhausgedichten verwendete.

Als einzige Autorin erhielt sie dreimal den Ethel Wilson Fiction Prize, für Intertidal Life (1984), Wild Blue Yonder (1990) und Coming Down from Wa (1995). 2008 ernannte man sie zum Officer of the Order of Canada.[2]

Einige ihrer Werke zählen zu den Historischen Romanen und sind bisher ins Niederländische, Französische und Italienische übersetzt worden – nicht jedoch ins Deutsche.

Audrey Thomas lebt auf Galiano Island, British Columbia.

Werk[Bearbeiten]

Romane
Kurzgeschichten
  • Ten Green Bottles - 1967
  • ladies and escorts - 1977
  • Real Mothers - 1981
  • Two in the Bush and Other Stories - 1981
  • Goodbye Harold, Good Luck - 1986
  • The Wild Blue Yonder - 1990
  • The Path of Totality - 2001.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Caroline Rosenthal: Narrative Deconstructions of Gender in Works by Audrey Thomas, Daphne Marlatt, and Louise Erdich. Camden House, Rochester, New York 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eugene Benson and William Toye (Hrsg.): The Oxford Companion to Canadian Literature. Toronto: Oxford University Press, 1997. S. 1113.
  2. Governor General Announces New Appointments to the Order of Canada (Version vom 27. Juni 2009 im Internet Archive)
  3. Stephen Smith: Review of Isobel Gunn by Audrey Thomas. In: Quill & Quire. November 1999. Abgerufen am 9. Juli 2012: „It’s a harsh, stirring story. A lesser writer might have given in and softened it, allowed Isobel some comfort, maybe even redemption, but Thomas doesn’t, and that gives the novel the deep, satisfying ring of fictional truth. There are real virtues in the way Thomas tells the story, too. In her canny ear for dialogue, for instance, and the way historical detail never feels like research; in her deft depictions of stricken landscapes, Scottish and Canadian both. What’s perplexing about Isobel Gunn – and this, perhaps, is what keeps it from being a truly great novel – is Thomas’s choice of narrator.“
  4. Bronwyn Drainie: Review of Tattycoram by Audrey Thomas. In: Quill & Quire. Juni 2005. Abgerufen am 8. Juli 2012: „Thomas has written a very clever little novel. On one level, it is highly readable and apes the conventions of popular Victorian fiction in a satisfying way. On another more postmodern level, the novel allows the reader to chew over all those fascinating questions about fact and fiction, the integrity of private stories, and the sinister power of writers.“
  5. James Grainger: Review of the Path of Totality by Audrey Thomas. In: Quill & Quire. September 2001. Abgerufen am 9. Juli 2012: „(...) Thomas’s stories often read like interesting excerpts from a missing novel. They are interesting as fragments, but lack a defining symbol, series of insights, or plot arc to harden them into a complete or closed vision.“
  6. http://www.georgewoodcock.com/audreythomas.html