Avenue Marceau

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Blick in die avenue Marceau
Haus in der avenue Marceau

Die Avenue Marceau ist eine 910 Meter lange und 40 Meter breite Straße in Paris. Sie bildet die Grenze zwischen dem 8. Arrondissement im Osten (gerade Nummern) und dem 16. Arrondissement im Westen (ungerade Nummern). Die Straße beginnt im Süden bei Nummer 6 der Avenue du Président-Wilson und endet im Norden an der Place Charles-de-Gaulle mit dem Triumphbogen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Straße, die ihren heutigen Namen 1879 zu Ehren des französischen Generals François Séverin Marceau (1769–1796) erhielt, trug zuvor zwölf Jahre lang die Bezeichnung Avenue Joséphine.

Das Haus Nummer 5 beherbergt die Fondation Pierre Bergé - Yves Saint Laurent und war früher Sitz des Modeschöpfers Yves Saint Laurent (1936–2008).

Die Nummer 22 ist Sitz der Botschaft Spaniens in Frankreich.

Als Heranwachsende lebte Leslie Caron (* 1931) einige Jahre in der fünften Etage des Hauses Nummer 48 mit einem ringsum verlaufenden Balkon.[1]

Im Haus Nummer 61 verstarb der britische Metallurg Sidney Thomas (1850–1885) im Alter von 34 Jahren.[2]

Unter Nummer 64 befindet sich das Luxushotel InterContinental.

Die Schauspielerin Marthe Brandès (1862–1930) bewohnte ein Appartement im Haus Nummer 70.

Das Haus Nummer 81 gehörte Pierre-Gabriel Chandon de Briailles, einem ehemaligen Miteigentümer des Champagnerhauses Moët & Chandon.

Gegen zwei Häuser der Straße gab es in den 1980er Jahren Anschläge der linksradikalen Terrororganisation Action Directe: am 15. April 1980 mittels einer fehlgesteuerten Rakete gegen die in der vierten Etage der Nummer 83 befindliche Verlagsgruppe Hachette Livre, die eigentlich für das in der fünften Etage befindliche Büro des Transportministeriums bestimmt war. Am 19. August 1982 und am 14. April 1985 folgten zwei Attentate gegen die in Haus 48 befindlichen Räumlichkeiten der politisch rechts stehenden Wochenzeitung Minute.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Sophie Marceau (* 1966 als Sophie Maupu) suchte als angehende Schauspielerin einen neuen Nachnamen, um ihn als Künstlername zu verwenden. Angeblich befand sie sich gerade an der Place Charles-de-Gaulle, als sie auf die Idee gekommen sein soll, einmal um den Triumphbogen zu gehen und sich auf der Suche nach einem geeigneten Künstlernamen die Straßenschilder anzusehen. Dabei habe sie sich für den Namen Marceau entschieden.

Ein 2005 publiziertes Buch von Hervé Chayette trägt den Titel 76, avenue Marceau,[4] unter dem auch eine Talkshow der Reihe Un livre un jour produziert wurde.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leslie Caron: Thank Heaven …, JR Books, London, 2009, S. 36 / ISBN 978-1-906779-24-5
  2. vgl. Gedenktafel auf Commons
  3. 16ème ARRONDISSEMENT - Paris Révolutionnaire (französisch)
  4. DEA store
  5. IMDB: Hervé Chayette: 76, avenue Marceau

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Avenue Marceau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien