Bärschwil

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Bärschwil
Wappen von Bärschwil
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn (SO)
Bezirk: Thiersteinw
BFS-Nr.: 2611i1f3f4
Postleitzahl: 4252
Koordinaten: 602643 / 24805747.3833387.473624466Koordinaten: 47° 23′ 0″ N, 7° 28′ 25″ O; CH1903: 602643 / 248057
Höhe: 466 m ü. M.
Fläche: 11.20 km²
Einwohner: 808 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 72 Einw. pro km²
Website: www.baerschwil.ch
Im Zentrum von Bärschwil

Im Zentrum von Bärschwil

Karte
Frankreich Kanton Basel-Landschaft Kanton Bern Kanton Bern Kanton Jura Bezirk Dorneck Bezirk Dorneck Bezirk Gäu Bezirk Thal Bärschwil Beinwil SO Breitenbach SO Büsserach Erschwil Fehren Grindel SO Himmelried Kleinlützel Meltingen Nunningen ZullwilKarte von Bärschwil
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Bärschwil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Thierstein des Kantons Solothurn in der Schweiz. Der frühere französische Name lautet Bermeveiller.

Geographie[Bearbeiten]

Bärschwil liegt auf 466 m ü. M., 5 km südsüdwestlich der Stadt Laufen (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich beidseits des Modlenbaches in einem tiefen Talkessel am Nordfuss des Fringeliberges, südlich des Birstals, im Solothurner Jura, im Schwarzbubenland.

Die Fläche des 11,2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Faltenjuras. Der zentrale Teil wird von der Talmulde Bärschwil-Grindel eingenommen, die durch den Modlenbach und seinen rechten Seitenbach nach Norden zur Birs entwässert wird. Diese Talmulde stellt eigentlich eine stark erodierte Antiklinale der Vorbourg-Falte dar. Noch zum grossen Teil erhalten ist der aus hartem Kalkstein bestehende südliche Schenkel dieser Antiklinalen, nämlich die Fringelikette, auf deren Hauptkamm die südliche Gemeindegrenze verläuft. Sie trennt den Bärschwiler Talkessel vom Delsberger Becken und erreicht auf dem Fringeliberg 913 m ü. M., auf dem Rechtenberg mit 947 m ü. M. den höchsten Punkt von Bärschwil. Der nördliche Schenkel der Antiklinalen ist anhand des Burghollen (632 m ü. M.), eines freistehenden Berges zwischen zwei tiefen Tälern im Einzugsgebiet des Modlenbachs, und des Nettenberges erkennbar. Die weichen Ton- und Mergelschichten wurden im Lauf der Zeit weitgehend erodiert, weswegen sich die Talmulde Bärschwil-Grindel gebildet hat.

Im nördlichen Gemeindeteil befindet sich der Landsberg mit der Roten Flue (748 m ü. M.), der durch das Regennasstal von der Fringelikette getrennt ist. Im Norden besitzt dieser Berg auf einer Höhe von rund 500 m ü. M. eine landwirtschaftlich genutzte Geländeterrasse, bevor das Gelände in einem von Felsen durchzogenen Steilhang in das Birstal abfällt. Der gewundene Lauf der Birs bildet zwischen der Liesbergmüli und der Einmündung des Bärschwiler Dorfbachs die nördliche Gemeindegrenze. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 53 % auf Wald und Gehölze, 42 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.

Zu Bärschwil gehören der Ortsteil Wiler, aufgetrennt in Vorder Wiler (441 m ü. M.), Unter Wiler (453 m ü. M.) und Ober Wiler (497 m ü. M.), alle am Osthang des Landsberges über dem Bärschwiler Tal gelegen, sowie verschiedene Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Bärschwil sind Grindel im Kanton Solothurn, Montsevelier, Corban, Courchapoix, Vicques und Courroux im Kanton Jura sowie Liesberg und Laufen im Kanton Basel-Landschaft.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 808 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehört Bärschwil zu den kleineren Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind 95.3 % deutschsprachig, 1.0 % französischsprachig und 1.0 % sprechen Englisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Bärschwil belief sich 1850 auf 656 Einwohner, 1900 auf 687 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl bis 1960 auf 967 Personen an. Danach folgte bis 1980 ein Rückgang auf 814 Einwohner, bevor wieder eine Bevölkerungszunahme verzeichnet wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bärschwil war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau (vor allem Kirschbäume) sowie die Milchwirtschaft und Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden, unter anderem in Betrieben des Baugewerbes, des Metallbaus und in mechanischen Werkstätten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in Laufen und in der Agglomeration Basel arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen, ist aber von der Hauptstrasse Laufen-Delémont leicht erreichbar. Am 25. September 1875 wurde die Jurabahn von Basel nach Delémont mit dem Bahnhof Bärschwil im Birstal eröffnet. Heute halten hier jedoch keine Personenzüge mehr. Durch einen Postautokurs, welcher die Strecke von Laufen nach Bärschwil bedient, ist das Dorf an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche Bärschwil

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1194 unter dem Namen Bermeswile. Später erschienen die Bezeichnungen Bermswilr (1269), Bermiswilr (1276), Bermeswilr (1283) und Berschwiller (1307). Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Berman zurück und bedeutet somit Weiler/Gehöft des Berman.

Seit dem Mittelalter hatte das Kloster Beinwil Grundbesitz in Bärschwil. Das Dorf gehörte zum Einflussbereich des Bischofs von Basel. Im Jahr 1527 wurde es mit der hohen und der niederen Gerichtsbarkeit von Solothurn erworben und der Vogtei Thierstein zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Bärschwil während der Helvetik zum Distrikt Dornach und ab 1803 zum Bezirk Thierstein.

Schon seit dem 17. Jahrhundert bestand im Birstal bei der Einmündung des Bärschwiler Tals eine Eisenschmelze, in welcher das in der Umgebung gewonnene Bohnerz verarbeitet wurde. Daneben entwickelten sich auch zwei Glasöfen, die jedoch ihren Betrieb 1856 einstellten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden eine Kalk- und Gipsfabrik und später ein Zementwerk gegründet, welche der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden Arbeitsplätze boten. Auch eine Getreidemühle und eine Ziegelhütte war im 19. Jahrhundert in Betrieb. Heute sind die meisten industriellen Tätigkeiten auf dem Gemeindegebiet von Bärschwil eingestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche Sankt Lukas wurde 1548 im Stil der Spätgotik errichtet und 1727 sowie 1928 umgestaltet (der spätgotische Turm ist noch erhalten). Im Ortskern sind einige charakteristische Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.

Das «Gritt», nahe beim Bauernhof «Vögeli», ist bekannt für seine Versteinerungen aus dem Jurameer.

geologischer Aufschluss Fringeli

Die Geologische Wanderung Bärschwil führt, gut ausgeschildert und fern von befahrenen Strassen, rund um Bärschwil. Der Lehrpfad beginnt bei der Postauto-Haltestelle Hölzlirank (beim Dorfteil Wiler) und führt im grossen Bogen über Wasserberg, Vögeli und Fringeli zum Dorf und von dort zur Station Bärschwil. Zum Teil benutzt er das wiederhergestellte Trassee der ehemaligen Gipsbahn. An fünfzehn Stationen wird auf geologische Besonderheiten am jeweiligen Standort hingewiesen. Bärschwil eignet sich hervorragend für einen erdwissenschaftlichen Lehrpfad. Die hiesige Jurafalte, das sogenannte Vorbourg-Gewölbe, ist im halbklusartigen Talkessel von Bärschwil exemplarisch angeschnitten. Es tritt eine breite Palette verschiedenartigster Gesteine der Trias- und Jurazeit zutage. Die Wasserversorgung von Bärschwil entspricht im Grundtyp derjenigen vieler Juragemeinden. In Bärschwil wurde in früheren Zeiten Eisen, Kalkstein und Gips abgebaut und Glas hergestellt. Im Rutschgebiet bei Tafel 5 können Fossilien von Lebewesen (Seeigel, Seelilien, Korallen) des einstigen Jurameeres gefunden werden. In der Wanderung durch Raum und Zeit wird dargestellt, dass unsere Landschaft ein momentaner Zustand ist, gebildet durch Ablagerung und Erosion. Die Geologische Wanderung Bärschwil (1998 eröffnet) ist nach dem Geologischen Wanderweg Weissenstein (1981) und der Aussichtsplattform "Saurierspurenplatte Lommiswil" (1995) die dritte Einrichtung dieser Art im Kanton Solothurn. Die Geologische Wanderung wendet sich an interessierte Laien, aber auch an Schulklassen. Ein Flyer enthält neben Angaben zur Wanderung auch eine Streckenkarte. [2]

Kalköfen Stritteren

Kalköfen Stritteren: In Bärschwil wurden Mauerreste von zwei Kalköfen saniert und mit einem Schutzdach geschützt. Es sind die einzigen erhaltenen Kalköfen in der Nordwestschweiz.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

Geteilt von Blau mit weissem rechtsschwimmenden Fisch und von Weiss mit rotem rechtsgewendetem Baselstab

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albin Fringeli: Bärschwil, Chronik einer Gemeinde. Jeger-Moll, Breitenbach 1981 (ohne ISBN).
  • M. Fürstenberger, Peter Jordan, Urs Pfirter, Theo Furrer: Geologische Wanderung Bärschwil, Naturforschende Gesellschaft des Kantons Solothurn 1999 (Nachdruck 2001, ohne ISBN).
  • Simon Lutz: Leben am Fringeliberg, Selbstverlag 2008 (Vorwort und Fotobeschreibungen in Deutsch, Französisch und Englisch. Wanderungen, die Dörfer diesseits und jenseits des Fringelibergs (SO, BL, JU), die Bauernhöfe, Auswanderungen von Bärschwil nach Amerika, Familiengeschichte der Fringeli von Bärschwil, etc.).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.gymmuenchenstein.ch/fb/baerschwil/
  3. http://www.gymmuenchenstein.ch/fb/baerschwil/
  4. BIN_archiv_08_11_schaeffel.pdf (application/pdf Object). In: bindereport.de. Abgerufen am 8. Februar 2013 (PDF; 652 kB).