Bahnhof Flüelen

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Bahnhof Flüelen
Bahnhof Flüelen (Uri)
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Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Perrongleise 3
Abkürzung FL
IBNR 8505112
Eröffnung 1882
Architektonische Daten
Architekt Alfred Ramseyer
Lage
Ort Flüelen
Kanton Uri
Staat Schweiz
Koordinaten 690311 / 19500246.8999988.623887Koordinaten: 46° 54′ 0″ N, 8° 37′ 26″ O; CH1903: 690311 / 195002
Meter über Meer 435 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz

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Der Bahnhof Flüelen ist der Bahnhof der Gemeinde Flüelen im Schweizer Kanton Uri. Er ist vor allem als Umsteigebahnhof zwischen der Gotthardbahn und der Schifffahrt des Vierwaldstätter Sees bekannt, aber auch für seine avantgardistische Architektur. Er befindet sich im Eigentum der Schweizerischen Bundesbahnen und wird auch von deren Zügen im Fern- und Regionalverkehr bedient.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Anfangs sah die geplante Linienführung der Gotthardbahn die Umfahrung Flüelens im Berg vor, was auch vom Dorf bewilligt und subventioniert wurde.[1] Bei dieser Idee war der Bahnhof auf einer Seeaufschüttung westlich des Dorfes geplant gewesen. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel jedoch, wurde das Projekt geändert, so dass die Gleise den Berg wie im ersten Projekt beim Gruonbach zwischen Flüelen und Sisikon verlassen, dann aber parallel zur Axenstrasse das Dorf durchqueren und Richtung Erstfeld führen sollen. Die Bauarbeiten begannen 1879. In Flüelen stiess die verwirklichte Variante anfänglich nicht auf Wohlwollen, denn durch Aufschüttungen und Dammbau wurde dem Dorf den zuvor vorhandenen direkten Seeanstoss weggenommen. In den Jahren 1880 und 1881 wurde das Stationsgebäude erbaut. Während der Bauzeit erlebte das Dorf eine Blütezeit, die Einwohnerzahl betrug 1880 1425, während sie 1888, sechs Jahre nach der Vollendung, gerade mal 730 mass.

Nach der Eröffnung[Bearbeiten]

Nach der Eröffnung der Gotthardbahn 1882 stieg Flüelen relativ schnell zum Schnellzugshalt des Urner Hauptortes Altdorf hoch, da dessen Bahnhof relativ weit ausserhalb des Dorfes lag. 1906 wurde eine Strassenbahnverbindung zwischen den beiden Orten in Betrieb genommen. In den 1920er-Jahren wurde die Strecke elektrifiziert und die Gotthardbahn 1922 zwischen Immensee und Brunnen auf Doppelspur ausgebaut. Auch der Ausbau des Teilstücks zwischen Brunnen und Flüelen stand zur Diskussion. Im Zuge dieser Ausbaugedanken kam von Seiten der Flüeler Bevölkerung der Wunsch auf, doch noch eine Dorfumfahrung zu bauen, wenn auch nur für das zweite Gleis. Beide Ideen verliefen im Sand. 1942 wurde im Zuge des Doppelspurausbaus zwischen Sisikon und Flüelen das alte Bahnhofsgebäude abgebrochen.[2]

Der neue Bahnhof[Bearbeiten]

Im November 1944 wurde das neue Bahnhofsgebäude nach Plänen des SBB-Architekten Alfred Ramseyer-Fieg erstellt, das für seine für die Zeit ungewöhnliche Moderne für Aufsehen sorgte. 1991 folgte der Bau des Mittelbahnsteigs und der Unterführungen. Die ebenerdigen Übergänge zwischen der Axenstrasse und der Schiffstation verschwanden.

Empfangsgebäude[Bearbeiten]

Das 1944 erbaute Empfangsgebäude umfasst nebst dem Hauptgebäude einen nach Norden halbrund ablaufenden Anbau und einen Uhrturm, in dem das Treppenhaus untergebracht ist.[3] Der Bau ist ein Baudenkmal nationaler Bedeutung, vor allem wegen der ungewöhnlichen Moderne. Des Weiteren umfasste er ein Bildstellwerk. So wurde der Bahnhof auf einer Briefmarke verewigt und der deutsche Modellbahnzubehörhersteller Faller hatte ein Modell des Bahnhofs in seinem Sortiment.[4]. Heute ist er mit einem gelben Fassadenanstrich versehen. Im Wartesaal befindet sich das vom Urner Maler Heinrich Danioth gemalte Gemälde Föhnwacht.[5]

Die Föhnwacht[Bearbeiten]

Die Idee eines Gemäldes im neuen Bahnhof tauchte bereits in der Projektphase 1942 auf. Der Stanser Bildhauer Heinrich von Matt hatte die Idee, den Wartesaal mit einem malerischen Kunstwerk zu versehen. Danioths Projektierung zog sich über ein Jahr hin, denn die Suche nach einem idealen Thema gestaltete sich als schwierig. Anfangs zog Danioth die Bedeutung Flüelens als Umschlagplatz für den Gotthardtransit in Betracht, änderte seine Idee jedoch später ins Bildthema Bucht der Fischer. Zwei Tage vor Einreichung jedoch änderte Danioth den Gestaltungsplan abermals und fertigte nun ein Projekt zum Thema des Föhns an, der im Urner Reusstal allgegenwärtig ist. Das Bild wurde zeitgleich wie der Bahnhof 1944 eingeweiht.

Anlage[Bearbeiten]

Die Anlage umfasst vier Durchgangsgleise, drei sind mit einem Bahnsteig versehen. Am Hausbahnsteig (Gleis 1) halten die Züge, die in Flüelen enden. Momentan sind das drei S2-Zugspaare in den Abendstunden, die nicht nach Erstfeld verlängert werden. Am Mittelbahnsteig halten die übrigen, weiterfahrenden Züge. Auf Gleis 2 diejenigen in Richtung Brunnen, auf Gleis 3 diejenigen in Richtung Erstfeld. Das vierte Gleis ist bahnsteiglos und dient als Überholgleis. Nach dem Bahnhof folgen diverse Anschlussgleise zu Kiesverladestellen am See.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Flüelen wird von der SBB sowohl vom Fern- als auch vom Regionalverkehr (Stadtbahn Zug) im Stundentakt bedient, was eine Überlagerung zum Halbstundentakt bedeutet. Die InterRegio-Züge überlagern sich zu einem Stundentakt. Bis 2008 hielten an Randstunden noch vereinzelte EuroCity-Züge aus Mailand, sie wurden jedoch bei der Umstellung auf Cisalpinos/ETR 470 durch einen verlängerten InterRegio-Stundentakt gestrichen. Seit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2011 hält zur morgendlichen Hauptverkehrszeit ein InterCity-Neigezug von Chiasso nach Zürich

Fernverkehr[Bearbeiten]

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Busverkehr[Bearbeiten]

In der nahen Umgebung des Bahnhofs befinden sich zwei Bushaltestellen. Von der Haltestelle Flüelen Bahnhof auf dem Bahnhofplatz verkehren fast aussschlisslich Postauto-Kurse. Sie bieten unter anderem Verbindungen über den Klausenpass nach Linthal an. Von der Haltestelle Kantonalbank auf der anderen Seite der Axenstrasse, die mit einer Unterführung an den Bahnhof angebunden ist, verkehrt die Auto AG Uri.

Erwähnenswertes[Bearbeiten]

  • Der Flüeler Bahnhof wurde 1947 auf der so genannten Bundesfeierspende-Marke der Schweizerischen Post veröffentlicht. Die Marke hatte anno dazumal einen Wert von 40 Rappen, wovon 10 der Nationalspende zugutekamen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fluelen.ch/Verkehr/VER_Bahn_Geschichte.htm
  2. http://www.fluelen.ch/Gebaeude/Ge_Bahnhof_alt.htm
  3. http://www.fluelen.ch/Gebaeude/Ge_Bahnhof.htm
  4. http://www.modelleisenbahnfan.de/zubehor-h0-alt/faller-bahnhof-fluelen-111/
  5. http://www.flueelen.ch/gemeinde/portraet/sehenswuerdigkeiten.html
  6. http://www.fluelen.ch/Gewerbe/PO_Post_01.htm